EISHOCKEY: Auch ein Brunner hat keine NHL-Garantie

Der Saisonauftakt in St. Louis ist missglückt. Das ist aber nicht die einzige Sorge des Zuger Detroit- Stürmers Damien Brunner.

Nicola Berger, St. Louis
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Detroit-Stürmer Damien Brunner. (Bild: AP)

Detroit-Stürmer Damien Brunner. (Bild: AP)

Am 1. Juli unterschrieb Damien Brunner (26) offiziell bei den Detroit Red Wings. Seitdem ist in «Motown» ein kleiner Hype um den Schweizer ausgebrochen. Das hängt damit zusammen, dass Coach Mike Babcock seinen Schützling bei jeder Gelegenheit über den Klee lobte – und ist auch in der erfolgreichen gemeinsamen Zeit von Brunner und Henrik Zetterberg (32) beim EV Zug begründet.

Bei aller Begeisterung haben sie in Detroit aber nicht vergessen, dass das «Brunner-Experiment» bei den Red Wings in den letzten Jahren schon mit wechselnden Namen und wenig Erfolg durchgeführt wurde. Die Verpflichtung von Brunner ist für die Red Wings ja eine denkbar risikolose Angelegenheit. Sein Salär von 925 000 Dollar stellt für die Organisation «Peanuts» dar – zumal sie ihn jederzeit in die AHL abschieben können, wo er bloss noch 70 000 Dollar verdienen würde.

Wie keine andere Franchise hat es Detroit in der letzten Dekade verstanden, aus europäischen Spielern Superstars zu machen: Nicklas Lidström, Pawel Dazjuk, Henrik Zetterberg, Dominik Hasek. Viele der späteren Eckpfeiler waren spät gedraftet worden, was den Red Wings noch heute viele Leute in diesem Business sehr hoch anrechnen.

Leino und Brunnström scheiterten

Brunner war in der Schweiz zuletzt zwei Jahre lang der beste Spieler der Liga, bewegte sich praktisch ausser Konkurrenz. Gedraftet worden war er nie. Unter General Manager Ken Holland (57) haben die Red Wings bereits zwei-mal einen Akteur mit ähnlichem Palmarès verpflichtet: 2008 den Finnen Ville Leino (29) von Jokerit Helsinki und 2011 den zuvor in Dallas gescheiterten Schweden Fabian Brunnström (27). Beide mussten sich in der Saisonvorbereitung aufdrängen, schafften es irgendwann ins Team, konnten sich jedoch keinen Stammplatz erkämpfen. Leino wurde 2010 für den marginalen Gegenwert eines Fünftrunden-Draftrechts an Philadelphia abgegeben, wo sein Stern im Playoff richtig aufging. Im Sommer 2011 unterschrieb er einen lukrativen Vertrag in Buffalo, wo er in dieser Saison sechs Millionen Dollar verdient.

Brunnström absolvierte 2011/12 fünf Spiele für die Red Wings (ein Assist) und verliess die Organisation im letzten Sommer in Richtung Frölunda.

«Müssen alles anders machen»

Was das für Brunner bedeutet? Vermutlich nicht viel, ausser der Gewissheit, dass es in diesem Sport keine Garantien gibt. Die Ausgangslage für ihn ist im Vergleich zu Leino und Brunnström dank des Lockouts eine völlig andere. Er musste sich nicht im «Training Camp» präsentieren, sondern erhielt von Beginn weg einen Platz neben Dazjuk und Zetterberg, weil er mit Letzterem in Zug so prächtig harmoniert hatte. Dass das keine Selbstverständlichkeit ist, weiss auch Brunner: «Sich hier im Training aufzudrängen, ist brutal schwierig. Die Übungen sind kurz, es wird wenig erklärt. Das wäre nicht einfach geworden.»

Letzte Nacht bot sich ihm in Columbus die zweite Chance, in einem Ernstkampf zu zeigen, was ihn ihm steckt. Auf die Frage, was er und die Red Wings nach dem missratenen Auftakt vom Samstag in St. Louis (0:6) anders machen müssten, antwortete Brunner: «Alles.»

NHL-Eishockey: Calgary (mit Bärtschi) - San Jose 1:4. Vancouver - Edmonton (Trainer Krueger) 2:3 n. P. Buffalo - Philadelphia 5:2. New York Rangers - Pittsburgh 3:6. Minnesota - Dallas 1:0. Phoenix - Chicago 4:6. New York Islander (mit Streit/1 Assist) - Tampa Bay 4:3. Boston - Winnipeg 2:1 n. P.

2. Spiel: Lesen Sie den Spielbericht zu Columbus - Detroit auf www.luzernerzeitung.ch/sport