EISHOCKEY: Brantschen misst sich mit den Kumpels von früher

Der Verteidiger Yves Brantschen (19) glaubt, die Playoffs mit der EVZ Academy zu erreichen. Am Dienstag kommt es für den Verteidiger in der Swiss League zu einem Highlight. Der Grund liegt in seiner Vergangenheit.

Michael Wyss
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Yves Brantschen (bei der Sporthalle Zug) verfolgt klare Ziele. (Bild: Stefan Kaiser (2. Oktober 2017))

Yves Brantschen (bei der Sporthalle Zug) verfolgt klare Ziele. (Bild: Stefan Kaiser (2. Oktober 2017))

Michael Wyss

sport@zugerzeitung.ch

«Der EV Zug hat mich am meisten überzeugt. Das Gesamtkonzept stimmte für mich. Der damalige Wechsel war die richtige Entscheidung», sagt Yves Brantschen auf die Frage nach seinem Wechsel vom EHC Visp zum EVZ im 2014. Der aktuelle Verteidiger der EVZ Academy spielt seit dem Novizen-Alter bei den Zugern. «Die Zeit, dich ich bisher in Zug erleben durfte, hat mich gestärkt und in meiner persönlichen Entwicklung weitergebracht.»

Der in Cham wohnhafte Oberwalliser, der seit der Saison 2014/15 beim EVZ ist, lässt sich bei der BDO AG, einem Unternehmen für Wirtschaftsprüfung, Treuhand und Beratung, zum kaufmännischen Mitarbeiter ausbilden. Das Ziel des 19-Jährigen ist und bleibt, eines Tages als Eishockeyprofi seinen Lebensunterhalt zu verdienen. «Ich will mit guten Leistungen in der Academy-Equipe natürlich auf meine Person aufmerksam machen. Mein Wunsch wäre es zweifellos, vom Eishockey leben zu können.» Sein Vertrag mit der Academy läuft noch bis Ende Saison.

Brantschens Ziele national und international

Der 1,80 Meter grosse und 88 Kilogramm schwere Verteidiger, der ein grosser Fan des früheren Davos- und Lugano-Spielers Petteri Nummelin (44) ist, kann sich mit guten Leistungen ins Rampenlicht spielen. Er ist trotz schlechtem Saisonstart in der Swiss League überzeugt, mit den Zugern die Playoffs zu erreichen. «Auch wenn wir abgeschlagen auf dem letzten Rang stehen und auf den ersten Punktgewinn warten, können wir die Playoffs immer noch erreichen. Wir sind besser, als es die Rangliste zum Ausdruck bringt», glaubt Brantschen und sagt: «Was wir benötigen, ist ein Erfolgserlebnis, sprich einen Sieg. Das würde uns sicher beflügeln und gäbe viel Selbstvertrauen.»

Ein zweites grosses Ziel hat sich der Schweizer U20-Nationalspieler, der auf diese Saison hin von den Elite-A-Junioren zur Academy stiess, mit der Teil­nahme der U20-WM zum Ziel gesetzt. «Ich möchte zwischen Weihnachten und Neujahr in Buffalo am Start sein», stellt er klar. Auf internationaler Bühne blieb dem Oberwalliser auch bisher sein schönster Moment: «Ich durfte als 13-Jähriger einst mit einer Westschweizer Auswahl in Quebec am Pee-Wee-Turnier starten. Das ist eines der renommiertesten internationalen Nachwuchsturniere auf der Welt. Das sind Eindrücke, die du nicht mehr vergisst – vor allem, wenn man den Final vor über 10000 Zuschauern spielt.»

Wegweisende Spiele diese Woche

Schon etwas kribbelig ist Brantschen, wenn er auf das heutige Meisterschaftsspiel blickt: Er trifft mit der Academy auf seinen Stammverein Visp (19.45, Bos­sard-Arena). Kein alltägliches Spiel, oder? «Nein. Das wird emotional. Ich kenne viele Spieler noch aus der Nachwuchszeit. Das Treffen wird sicher sehr speziell für mich. Ich hoffe, wir können Visp ärgern», sagt er lachend. Den Zugern steht so oder so eine wegweisende Woche im Kampf um die Playoffs bevor. Die nächsten Gegner nach Visp heissen Rapperswil-Jona am Freitag und Ticino Rockets am Sonntag. «Wir wollen und müssen gegen diese Teams punkten. Visp und die Tessiner liegen in unserer Reichweite. Gegen die Sankt Galler, die Leader sind, liegt eine Überraschung drin. Wir sind Aussenseiter und werden sicher einen unbequemen Gegner darstellen», so Brantschen. Gelingt dies, ist ein baldiger Sprung in der Tabelle möglich: Der Rückstand auf den achten und letzten Playoff-Platz beträgt vier Zähler.