Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

EISHOCKEY: «Captain Minus» ist wieder im Plus

Raphael Diaz (32) spielt bei der WM, als sei er ein paar Zentimeter grösser und ein paar Stundenkilometer schneller, weil er einen neuen Partner in der Verteidigung hat.
Klaus Zaugg, Kopenhagen
Schweiz-Captain Raphael Diaz bestreitet heute gegen Tschechien sein 100. Länderspiel. (Bild: Salvatore Di Nolfi/Keystone (Kopenhagen, 5. Mai 2018))

Schweiz-Captain Raphael Diaz bestreitet heute gegen Tschechien sein 100. Länderspiel. (Bild: Salvatore Di Nolfi/Keystone (Kopenhagen, 5. Mai 2018))

Klaus Zaugg, Kopenhagen

sport@luzernerzeitung.ch

Auf der Verpackung der Captain-Binde sollte eigentlich eine Warnung stehen: «Zu viel Verant­wortung kann Ihre Leistung beeinträchtigen.» Raphael Diaz ist Zugs wichtigster Einzelspieler. Captain und Poster Boy der Organisation. Er ist es zu Recht. Seine Berufseinstellung ist vorbildlich, sein Talent ist unbestritten. Und als Ur-Zuger personifiziert er wie kein anderer den EVZ. Vielleicht ist es sogar so, dass sein Pflichtbewusstsein vor jener Leichtigkeit des Seins steht, die einen sehr guten Spieler noch besser macht.

Item, die Verantwortung, die er in dieser Saison in Zug und in der Nationalmannschaft zu tragen hat, spielt wohl auch eine Rolle, dass wir nicht immer den besten Raphael Diaz gesehen haben. Beim olympischen Turnier ging er am Schluss als Captain mit einer Minus-Bilanz (–2) vom Eis – was bei ihm zuvor nur bei der WM 2008 und beim olym­pischen Turnier 2010 der Fall war. Als er eine viel weniger wichtige Rolle im Team hatte.

In der Meisterschaft war Diaz nie so selbstsicher

Inzwischen ist «Captain Minus» wieder im Plus. In den beiden ersten WM-Partien gegen Österreich und die Slowakei ist Diaz von Minute zu Minute besser und sicherer geworden. Ja, gegen die Slowakei haben die Zuschauer im Laufe der Partie wieder den besten Diaz gesehen. Er spielt, als sei er ein paar Zentimeter grösser und ein paar Stundenkilometer schneller geworden. Er hat während der abgelaufenen Meisterschaft nie so selbstsicher gespielt.

Diese Steigerung hat viel mit seinem neuen Partner zu tun. Diaz verteidigt zum ersten Mal zusammen mit Mirco Müller (23). Die beiden ergänzen sich nahezu perfekt – und Diaz muss nicht, wie sonst üblich, die dominierende Rolle übernehmen. Er kann endlich einmal auch die zweite Geige spielen. Weil Müller ganz einfach noch besser ist. Der Erstrundendraft aus Winterthur dürfte einer der meistunterschätzten Schweizer Spieler sein und hatte bisher keine Chance, in der Schweizer Öffentlichkeit aus dem langen Schatten von Roman Josi oder Mark Streit herauszutreten. Aber der Akteur bei den New Jersey Devils gehört inzwischen zu den läuferisch zehn besten NHL-Verteidigern.

Bei Diaz und Müller hat es sofort klick gemacht

Nun tritt der Bruder von Olympia-Topskorerin Aline Müller zum ersten Mal für die Schweiz bei einem Titelturnier an. Die beiden Partien gegen Österreich und die Slowakei waren seine ersten ­Länderspiele überhaupt, und zusammen mit Tristan Scherwey ist er Topskorer des Teams (1 Tor/ 2 Assists). «Ich wusste natürlich, wer er war», sagt Raphael Diaz. «Aber wir haben uns vorher noch nie gesehen.» Es hat sofort klick gemacht – zwei sehr gute Spieler brauchen nicht stunden- und wochenlanges Training, um auf dem Eis zu harmonieren. Wenn zwei die gleiche «Hockeysprache» sprechen, kann es auf Anhieb funktionieren.

Und so ist es nur logisch, dass Raphael Diaz (22:34 Minuten) und Mirco Müller (21:20 Minuten) in den ersten beiden WM-Partien von allen Schweizern am meisten Eiszeit hatten. Übrigens: Diaz bestreitet heute gegen Tschechien (20.15 Uhr, SRF zwei) sein 100. Länderspiel.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.