Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

EISHOCKEY: Das ganze Elend des Verlierens

Die Vorentscheidung am Strich fällt gegen die SCL Tigers. Die Langnauer verlieren das Direktduell gegen Servette, das sie hätten gewinnen müssen, nach einer 1:0-Führung mit 1:3.
Bittere Niederlage für Langnau und dessen Goalie Ivars Punnenovs (Bild: KEYSTONE/MARCEL BIERI)

Bittere Niederlage für Langnau und dessen Goalie Ivars Punnenovs (Bild: KEYSTONE/MARCEL BIERI)

Aus. Vorbei. In einer einzigen Szene, die vielleicht zehn Sekunden gedauert hat, sind die Anstrengungen aus etwas mehr als sechs Monaten Kraft- und Eistraining, Theorie und 48 Spielen zunichtegemacht worden. Langnaus schwedischer Stürmer Andreas Thuresson begeht eine Todsünde. Er spielt die Scheibe in der eigenen Zone zurück gegen die Mitte. Torhüter Ivars Punnenovs muss ein wenig aus dem Tor heraus, um sie zu erreichen, und lässt sie vom Stock abprallen. Genfs Stephané Da Costa wieselt ums Tor herum und trifft nach 47 Minuten und 26 Sekunden zum 2:1 für Servette. Von diesem Schock erholt sich Langnau nicht mehr und verliert am Ende 1:3.

Die Ausgangslage ist nun einfach, wahr und klar: Die Langnauer kommen nur noch in die Playoffs, wenn sie aus den letzten beiden Partien gegen Kloten sechs Punkte holen und Servette aus den zwei ausstehenden Spielen gegen den SC Bern keinen Punkt mehr macht.

Captain Berger findet kaum Worte

Die Chance ist nur noch theoretisch. Das Gefühl des Augenblicks: Aus und vorbei. Die Langnauer stapfen vom Eis, auf dem Weg in die Kabine bieten sie ein Bild des sportlichen Jammers. Das ganze Elend des Verlierens. Keiner flucht. Keiner zertrümmert den Stock. Keine Emotionen. Flasche leer. Captain Pascal Berger personifiziert diesen Verlierer-Blues. Die ersten Worte, die er vor den Chronisten findet, würden sich eigentlich zu einem Verlierer-Rap eignen. Er versucht, sein sportliches Elend in Worte zu fassen. Aber so wie er auf dem Eis den Weg zum gegnerischen Tor nicht gefunden hat, so ringt er nun um Worte und bringt keinen Satz zu Stande. «Ja ... nein ... ich weiss nicht ... was soll ich sagen ...wir hätten ... aber eben ... schade...»

Wenn das wichtigste Spiel in einer einzigen Szene verloren geht, braucht es zur Erklärung einen Sündenbock. Der Auslöser des Untergangs ist, wie geschildert, Andreas Thuresson. Aber als tragischer Held geht Ivars Punnenovs in die Geschichte ein. Der lettische Nationaltorhüter mit Schweizer Lizenz bringt eine Scheibe nicht unter Kontrolle und ist dafür verantwortlich. Er sagt, er sei von dieser Situation überrascht worden. Aber niemand wird ihm einen Vorwurf machen. Er hat die Langnauer im Spiel gehalten. Mit mindestens zehn grossen Paraden. Mit einem gewöhnlichen Goalie wären die SCL Tigers zu diesem Zeitpunkt bereits mit drei oder vier Toren hoffnungslos im Rückstand gewesen.

Trainer Heinz Ehlers war so enttäuscht, dass er nicht einmal mehr Lust und Energie hatte, böse über die Niederlage zu sein. Wahrlich, ein Zeichen, dass es «bös» um Langnau steht.

Klaus Zaugg

sport@luzernerzeitung.ch


SCL Tigers – Genève 1:3 (1:1, 0:0, 0:2)

5860 Zuschauer. – SR Tscherrig/Wiegand, Borga/Fluri. – Tore: 16. Elo (Gagnon, Dostoinow) 1:0. 18. Loeffel (Fransson, Simek/Ausschluss Thuresson) 1:1. 48. Da Costa 1:2. 60. (59:41) Richard 1:3 (ins leere Tor). – Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen SCL Tigers, 5-mal 2 Minuten gegen Genève-Servette. – PostFinance-Topskorer: Elo; Richard.

SCL Tigers: Punnenovs; Zryd, Seydoux; Huguenin, Blaser; Lardi, Erni; Randegger; Elo, Gagnon, Dostoinow; Thuresson, Johansson, Neukom; Pascal Berger, Albrecht, Nüssli; Gerber, Gustafsson, Nils Berger; Kuonen.

Genève-Servette: Maier; Jacquemet, Tömmernes; Vukovic, Fransson; Loeffel, Bezina; Heinimann; Da Costa, Richard, Spaling; Riat, Romy, Rod; Wick, Rubin, Simek; Holdener, Hasani, Douay; Grossniklaus.

Bemerkungen: SCL Tigers ohne Barker, Stettler (beide verletzt) und Erkinjuntti (rekonvaleszent), Genève-Servette ohne Almond, Descloux, Giovannini, Mercier, Schweri (alle verletzt) und Keränen (überzähliger Ausländer). – Pfostenschüsse Huguenin (30.), Pascal Berger (44.).

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.