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EISHOCKEY: Das grosse Zuger Hockey-Beben

Stunde null beim EV Zug: Coach Doug Shedden und Sportchef Jakub Horak müssen gehen. Reto Kläy wird neuer Manager.
Nicola Berger
Eine harte, aber nicht gänzlich unerwartete Trennung: Doug Shedden muss nach sechs Jahren als Coach des EV Zug gehen. (Bild: Keystone)

Eine harte, aber nicht gänzlich unerwartete Trennung: Doug Shedden muss nach sechs Jahren als Coach des EV Zug gehen. (Bild: Keystone)

Als Profitrainer verfügt Doug Shedden (52) über ein feines Sensorium, was die Schwingungen innerhalb eines Klubs angeht. Als der Kanadier am späten Dienstagabend aus der Kabine trat, wusste er bereits, dass das 1:2 gegen Lugano seine Dernière als EVZ-Coach war. Er sagte: «Vielleicht bin ich morgen nicht mehr da.» Und bestellte die Mannschaft für Mittwoch, 11 Uhr, in die Kabine, um sich von seinen am Dienstag noch ahnungslosen Schützlingen verabschieden zu können.

Shedden sollte sich nicht täuschen: Im Präsidentenbüro von Roland Staerkle wurde er am frühen Mittwochmorgen im Beisein von CEO Patrick Lengwiler gefeuert; gemäss Staerkle reagierte er «enttäuscht», aber «professionell» auf die Absetzung. Für Staerkle war es die erste Trainerentlassung seiner siebenjährigen Amtszeit, entsprechend aufgewühlt sagte er: «Mir hat das keinen Spass gemacht. Ich schätze Doug sehr. Aber wir sind einfach zum Schluss gekommen, dass wir eine Veränderung brauchen.»

Zu diesem Fazit kann man gelangen, am Ende einer miesen Saison, an deren Ende exorbitante Ausgaben nur zu Platz 10 reichten.

Die Verdienste von Shedden

Shedden wurde auch das Opfer seines eigenen Erfolges: Nach fünf Halbfinal-Qualifikationen in Serie wuchsen die Erwartungen in den Himmel; der EVZ konnte damit nicht Schritt halten.

Mit dem Abgang von Shedden verliert der EVZ den vermutlich besten Entertainer seiner Klubgeschichte. Das Vermächtnis der Ära Shedden ist nicht zuletzt, dass der Techniker mit dem träfen Humor dem so lange so grauen und langweiligen Klub Profil verlieh. Seine direkte und manchmal aufbrausende Art sorgte vorab zu Beginn für Irritationen, doch Shedden wurde ruhiger und polterte zuletzt nur noch selten.

Unter ihm erlebte Zug zwischen 2010 und 2013 im 1-3-1-System die grossen offensiven Flugjahre, als der EVZ stets zu den produktivsten Teams der Liga gehörte. Gekrönt wurde diese Phase mit dem Qualifikationssieg von 2012.

Dass es für Shedden in Zug trotz Vertrag bis 2015 nicht weitergehen würde, hatte sich in den letzten Wochen abgezeichnet. Sein Kredit bei Gönnern, Sponsoren und Fans war aufgebraucht, zu oft hatte sich der EVZ in dieser Saison zu schwach präsentiert.

Bleibt die Frage, warum der EVZ mit den einschneidenden Änderungen nicht bis zum Ende der Spielzeit gewartet hat? Lengwiler erklärt: «Wir haben den Entscheid gefällt und wollten ihn nicht mit uns herumtragen. Das wäre gegenüber den Beteiligten nicht fair gewesen.»

Der EVZ stellte es Shedden gestern frei, ob er die letzten sechs Spiele an der Bande stehen will. Der frühere NHL-Profi schlug das Angebot aus – und verabschiedete sich von den Spielern mit einer Ansprache, in welcher er sich für die «coole Zeit» bedankte.

Mit dem Trainer muss wie erwartet auch Sportchef Jakub Horak (39) seinen Platz räumen. Das Schicksal des Duos ist auch darum eng miteinander verknüpft, weil Shedden und Horak bei der Selektion der ausländischen Akteure (Boucher, Kilpeläinen, Hutchinson) zu gleichen Teilen versagten. Horak wird als Manager von Langenthals Sportchef Reto Kläy (35, siehe Box unten) beerbt.

Immonen als erster Erbe

Als Cheftrainer springt für die Platzierungsrunde interimistisch der bisherige Assistent Waltteri Immonen (46) ein, Unterstützung erhält er vom Elite-Junioren-Coach Leo Schumacher (61). Den unter Shedden für die Defensive verantwortlichen Finnen wollen die Zuger auch nächste Saison als Co-Trainer weiterbeschäftigen – und ab Sommer in die Nachwuchsakademie einbinden. Lengwiler sagt: «Immonen stand für uns zu keinem Zeitpunkt zur Debatte.» Wem Immonen inskünftig assistieren wird, wissen noch nicht einmal Lengwiler und Staerkle.

Bereits gestern Nachmittag trudelten erste Bewerbungsdossiers in der Bossard-Arena ein, gesichert ist jedoch nur, dass der EVZ den neuen Mann zeitnah präsentieren möchte. Staerkle sagte: «Wir wollen den besten verfügbaren Trainer.»

Klar, schliesslich soll in Zug bis im September wieder Aufbruchstimmung herrschen.

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