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EISHOCKEY: «Davos ist halt schon ein Dorf»

Nationalverteidiger Robin Grossmann bestreitet mit dem HC Davos seinen sechsten Spengler-Cup. Im Frühjahr zieht er mit reichem Erfahrungsschatz nach Zug weiter.
Interview Nicola Berger, Davos
Er hat in Davos gelernt, was es braucht, um Meister zu werden: Nationalverteidiger Robin Grossmann. (Bild: Keystone/Peter Schneider)

Er hat in Davos gelernt, was es braucht, um Meister zu werden: Nationalverteidiger Robin Grossmann. (Bild: Keystone/Peter Schneider)

Am 18. Oktober kommunizierte der EV Zug zwei Zuzüge: jener von Torhüter Tobias Stephan (29, Servette, bis 2017) und der von Robin Grossmann (26, Davos, bis 2018). Was in der Pressemitteilung nicht zum Ausdruck kam: Die Verträge mit den beiden Nationalspielern waren sehr viel früher unterschrieben worden. Stephan hatte sich dem EVZ ja schon im Dezember 2012 versprochen, und bei Grossmann hatte das Zuger Werben auch schon im Frühling, an der WM, begonnen. Bei einer sommerlichen Visite des Aargauers in den Räumlichkeiten der Bossard-Arena war der Transfer dann definitiv aufgegleist worden.

Grossmann ist ein entscheidendes Puzzle-Stück in der Zuger Transferoffensive. Ab 2014/15 soll er von der blauen Linie für offensive Impulse sorgen und das Powerplay orchestrieren. In Davos gelang ihm das zuletzt nicht immer: 2012/13 produzierte er in 28 Partien bloss vier Assists. Die Baisse war eng verbunden mit einem heftigen Disput mit Trainer Arno Del Curto (57). Schon im Sommer 2013 wurde intensiv über einen Transfer spekuliert, am Ende gab der HCD indes Tim Ramholt (29) ab – auch er fand den Weg zum EVZ, wo eine umfassende Kolonie an ehemaligen Davoser Kräften heranwächst: Fabian Sutter, Björn Christen, Santeri Alatalo sowie Grossmann und Dario Bürgler (26) haben bereits im Landwassertal gewirkt. Warum Robin Grossmann das eine gute Sache findet, verrät er im folgenden Interview.

Robin Grossmann, wie geht es Ihnen?

Robin Grossmann: Gut, danke.

Wir fragen, weil es um das Verhältnis zwischen Ihnen und Arno del Curto nicht zum allerbesten bestellt sein soll.

Grossmann: Ach, das hat sich gelegt. Wir hatten letztes Jahr unsere Differenzen, und da bin ich einmal ausgerastet. Aber ich habe mich entschuldigt, und inzwischen hat sich das normalisiert.

Wie lange haben Sie nicht mehr miteinander geredet?

Grossmann: Die Kommunikation war nicht die allerbeste, aber sie war auch nicht gleich null.

Es gibt eine schöne Episode mit Ihnen und Del Curto.

Grossmann: Und die wäre?

Del Curto soll vor einem Spiel gesagt haben: «Robin, Du weisst ja eh immer alles besser. Dann sag doch Du, welche Ausländer heute spielen.» Das haben Sie gemacht, und der HCD hat gewonnen.

Grossmann: Ja, das war so.

Peter Sejna, am Spengler-Cup nun ja Davoser Verstärkungsspieler, musste damals überzählig zusehen. Es heisst, er sei darüber wenig erfreut gewesen.

Grossmann: Das kann man so sagen, ja.

Allen Schwierigkeiten zum Trotz: Sie hatten sechs ausgezeichnete Jahre.

Grossmann: Richtig. Ich habe Arno Del Curto und dem HCD viel zu verdanken. Bevor ich 2008 hierher kam, hatte ich in Kloten praktisch keine Rolle gespielt.

Heute sind Sie Nationalspieler. Von wem haben Sie am meisten gelernt?

Grossmann: Von Marc Gianola, neben dem ich gespielt habe, und der mir viel beigebracht hat. Zum Beispiel, dass man als Verteidiger nicht immer den riskantesten Pass spielen muss. Und dann sicher von Arno. Er ist wahnsinnig fordernd und eigentlich nie zufrieden. Als junger Spieler hat man da manchmal nicht so viel Verständnis dafür, wenn nach einem starken Spiel doch wieder gemäkelt wird. Aber auf lange Sicht bringt dich das natürlich weiter. Es ist in uns allen eingepflanzt, dass es immer besser geht.

Und von Reto von Arx?

Grossmann: Für mich ist er der beste Schweizer Spieler aller Zeiten. Es ist eine grosse Ehre, dass ich mit ihm zusammenspielen darf. Von Arx ist ein geborener Gewinner, genau wie Sandro Rizzi. Und das färbt auf uns alle ab. Ich habe in Davos gelernt, was es braucht, um zu gewinnen.

In Zug wächst die Anzahl an ehemaligen HCD-Spielern stetig.

Grossmann: Das ist sicher eine gute Sache. Man braucht Spieler, die schon einmal etwas gewonnen haben. Die wissen, wie man in das siebte Spiel einer Playoffserie hineingehen muss. Beim EVZ fehlt das im Moment sicher ein wenig. Ausser Christen und Ramholt hat dort meines Wissens kein Schweizer einen Titel geholt.

Sie sind mit einigen EVZ-Akteuren freundschaftlich verbunden. Wie schätzen Sie die Situation in Zug ein?

Grossmann: Sie ist sicher unangenehm, aber ich mache mir nicht übermässig Sorgen. Das Team hat genug Qualität.

Peter Guggisberg ist ebenfalls beim EVZ im Gespräch. Gelingt es Ihnen, ihn zu bearbeiten?

Grossmann: Ich versuche es, aber das ist nicht so einfach. Ich denke, der Entscheid wird bald fallen. Zwischen Zug und Kloten. Für den EVZ wäre er eine wichtige Verstärkung.

Der HCD verliert gerade viele Spieler ins Unterland. Wird man des Landwassertals irgendwann überdrüssig?

Grossmann: Davos ist halt schon ein Dorf. Zu Zürich sind das Welten, dort hat man andere Möglichkeiten. In Davos lässt es sich im Winter wunderbar ein paar Monate leben, aber irgendwann hat man es auch gesehen.

Davos befindet sich im Umbruch. Inwiefern tangiert das den Spengler- Cup? Ist man motivierter, wenn man weiss: Das ist voraussichtlich für längere Zeit mein letztes Turnier?

Grossmann: Vielleicht ein bisschen. Ich geniesse den Spengler-Cup immer. Er ist ein wunderbares Show-Turnier, an dem man auch mal für die Galerie spielen kann.

Apropos Turnier: Wie beziffern Sie ihre Chancen, mit der Nationalmannschaft an die Olympischen Spiele oder die WM reisen zu können?

Grossmann: Wir haben fünf NHL-Verteidiger, für mich sind die in Sotschi alle gesetzt. Also bleiben zwei Plätze offen. An Mathias Seger führt in dieser Saison kein Weg vorbei. Aber es gibt immer Verletzungen, darum habe ich die Olympischen Spiele noch nicht abgeschrieben. Aber die WM in Minsk ist für mich sicher realistischer.

Hinweis

Über das letzte Gruppenspiel des HC Davos lesen Sie auf Seite 22.

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