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EISHOCKEY: Der einzige Stock «made in Switzerland»

Seit 25 Jahren produziert die Firma Composites Busch aus dem jurassischen Pruntrut Stöcke für die Hockeyspieler. Dabei ist das Unternehmen eigentlich auf ganz andere Produkte spezialisiert.
Thomas Nussbaum (sda)
Ungefähr 4000 Eishockeystöcke pro Jahr werden heute von der Firma Composites Busch hergestellt. (Bild: Gaetan Bally/Keystone (Pruntrut, 28. November 2017))

Ungefähr 4000 Eishockeystöcke pro Jahr werden heute von der Firma Composites Busch hergestellt. (Bild: Gaetan Bally/Keystone (Pruntrut, 28. November 2017))

Thomas Nussbaum (SDA)

Als Busch 1992 ins Eishockeygeschäft einstieg, lancierte die Firma gleich eine Weltneuheit: einen Eishockeystock ganz aus Karbon. Stöcke wurden vorher jahrzehntelang aus Holz hergestellt. Schäfte gab es zwar aus Aluminium, doch auch die hatten noch eine auswechselbare Schaufel aus Holz.

Dabei wurde Composites Busch eher zufällig zur Hockeymarke. Gegründet worden war die Firma 1988 von ihrem deutschen Mutterhaus Busch Vacuum, einem Unternehmen, das Pumpen und Kompressoren herstellt. Der Ableger im Jura sollte neuartige Komponenten aus Faserverbundstoffen herstellen – was Busch auch heute noch tut.

Verärgerter Materialwart

Den Zugang zum Eishockeymarkt fand Busch über den HC Ajoie, dem traditionsreichen Verein, der auch in Pruntrut angesiedelt ist. Eines Tages habe der Materialwart angefragt, ob Busch nicht bessere als die herkömmlichen Hockey­stöcke fertigen könne, sagte Alain Lallemand. Er ist seit dem Beginn bei Busch tätig und ist heute Vizechef des Unternehmens. Der Materialwart ärgerte sich darüber, wie leicht Holzstöcke kaputtgingen. Diese Anfrage war der Anfang des Karbonstocks. «Verbrauchten die Spieler einst 80 bis 100 Holzstöcke pro Saison, sind es bei den Karbonstöcken noch 8 bis 10 Stück», sagte Lallemand. Das hat seinen Preis. «Ein Karbonstock kostet fünfmal mehr als einer aus Holz, aber er hält auch zehnmal länger.» Im Handel kostet ein Karbonstock um die 200 Franken.

Technisch sei es nicht leicht ge­wesen, die Stöcke zu entwickeln, sagte Alain Lallemand weiter. «Wir begannen bei null. Wir mussten alles neu entwickeln, beispielsweise die Maschinen oder die Gussformen für die Stöcke.» Es habe sich aber gelohnt, sagte Ahmet ­Muderris, Direktor des Unternehmens. «Wir haben diese Art Stock erfunden und kommerzialisiert.» Eishockey ist für Busch auch nicht das einzige Nebengeschäft in der Welt des Sports: Auch mit Fahrradlenkern und Sattelstangen experimentierte das Unternehmen bereits.

Nur die Stöcke tragen den Namen Busch

Das Engagement im Eishockey sei gute Werbung für Busch, sagte Lallemand weiter. «Es gibt uns eine vergnügliche Seite, mit der wir uns auch in industriellen Kreisen bekannt machen können», sagte Lallemand. Die Stockproduktion sei ein «Trampolin und Labor». Negativ sei zuweilen, dass Leute manchmal mein­ten, Hockeystöcke sei alles, was die Firma produziere, ergänzt Ahmet Muderris. Die Stöcke tragen als einziges Produkt den Namen des Unternehmens.

Unternehmen hat stark diversifiziert

Zum Höhepunkt Anfang 2000 stellte Busch 22 000 Stöcke pro Jahr her. Heute sind es noch ungefähr 4000 – ein Viertel davon im Jura, wo noch immer die Entwicklung stattfindet. Der Rest wird in Osteuropa und Asien gefertigt. Composites Busch erzielt laut Muderris 3 bis 5 Prozent seines Umsatzes im Hockeygeschäft. Genauere Zahlen zum Umsatz gibt die Firma indes nicht preis. Im Schnitt sind 3 oder 4 der 57 Angestellten mit der Stockproduktion beschäftigt – Nachfrageschwankungen fängt das Unternehmen mit einer internen Um­verteilung der Aufgaben ab. «Wenn man sich in der Schweiz auf die Herstellung von Eishockeystöcken konzentrieren würde, wäre es schwierig zu überleben», sagte Muderris.

Die Frankenstärke ist nicht spurlos an Busch vorbeigegangen: Die Margen sanken. Abgefedert wurde sie dadurch, dass Rohstoffe in der Eurozone und den USA eingekauft werden. Weil zudem die Produktion in mehreren Ländern verteilt ist, sei die Firma aber preismässig wett­bewerbsfähig geblieben, sagte Direktor Ahmet Muderris. Zudem hat die Firma diversifiziert. Sie ist heute auch in der Mechanik-, Luftfahrt-, Uhren- und ­Medizinalbranche aktiv. Mehr als die Hälfte des Umsatzes erzielt Composites Busch heute mit Produkten für das Gesundheitswesen.

Ungefähr 4000 Eishockeystöcke pro Jahr werden heute von der Firma Composites Busch hergestellt. (Bild: Gaetan Bally/Keystone (Pruntrut, 28. November 2017))

Ungefähr 4000 Eishockeystöcke pro Jahr werden heute von der Firma Composites Busch hergestellt. (Bild: Gaetan Bally/Keystone (Pruntrut, 28. November 2017))

Ungefähr 4000 Eishockeystöcke pro Jahr werden heute von der Firma Composites Busch hergestellt. (Bild: Gaetan Bally/Keystone (Pruntrut, 28. November 2017))

Ungefähr 4000 Eishockeystöcke pro Jahr werden heute von der Firma Composites Busch hergestellt. (Bild: Gaetan Bally/Keystone (Pruntrut, 28. November 2017))

Vertraute den Busch-Stöcken: Slawa Bykow (links). (Bild: Peter Schneider/Keystone (Fribourg, 19. August 2000))

Vertraute den Busch-Stöcken: Slawa Bykow (links). (Bild: Peter Schneider/Keystone (Fribourg, 19. August 2000))

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