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EISHOCKEY: Der EVZ-Funktionär Roger Lanz sorgt für den richtigen Schliff

Roger Lanz (66) ist EVZ-Funktionär mit Leib und Seele. Der Walchwiler mit Westschweizer Wurzeln wird im Jahr 2019 ein Jubiläum feiern, sofern er nicht aufgehört haben wird. Das könnte in einem ganz bestimmten Fall Tatsache werden.
Michael Wyss
Roger Lanz hat über Umwege zum Eishockey gefunden. Jetzt kann er sich kaum mehr davon trennen. (Bild: Patrick Hürlimann (Zug, 16. März 2018))

Roger Lanz hat über Umwege zum Eishockey gefunden. Jetzt kann er sich kaum mehr davon trennen. (Bild: Patrick Hürlimann (Zug, 16. März 2018))

Michael Wyss

sport@zugerzeitung.ch

Roger Lanz lacht, wenn er erzählt, was er nicht macht im EVZ: «Mit einer Zamboni, der Eismaschine, bin ich noch nie gefahren, und Trainer war ich auch noch nie. Und das ist gut so.» Der 66-jährige gebürtige Romand – er ist in der Nähe von Nyon aufgewachsen – wird nächste Saison sein 20-Jahr-Jubiläum beim EV Zug als Funktionär feiern. Der Wahl-Walchwiler mit dem sympathischen Westschweizer Akzent gehört fast schon zum EVZ-Inventar und ist zu einer unverzichtbaren Person geworden, der im Hintergrund chrampft, wirkt und tagtäglich viel Leidenschaft mitbringt. «Das ist die Voraussetzung. Da ist viel Feuer und Flamme für den EVZ dabei, denn nur so geht es, sonst könnte ich diesen Job nicht ausüben. Ich arbeite oft, wenn andere ins Bett gehen, oder komme erst dann zum Schlafen, wenn viele wieder aufstehen. Es sind so einige lange Tage während einer Saison. Manchmal komme ich erst um drei oder vier Uhr nach Hause, gerade an einem Matchtag sind die Nächte sehr kurz», weiss Lanz.

Im National-League-Team von Trainer Harold Kreis ist der 66-Jährige als Schlittschuhschleifer und zweiter Betreuer hinter Urs Weibel im Einsatz. «Ich mache das während der Meisterschaft in einem 50-Prozent-Pensum. Für mich ist es eine schöne Aufgabe, sie erfüllt mich mit Stolz und bereichert meinen Alltag. Ich erlebe die Mannschaft in der Kabine, auf dem Eis und bekomme alles hautnah mit. Das ist sehr spannend. Der EVZ ist mir mittlerweile ans Herz gewachsen», sagt der dreifache Familienvater Lanz.

«Schleifen ist nicht gleich schleifen»

Der Westschweizer ist ein richtiger Allrounder: «Früher engagierte ich mich beim EVZ-Nachwuchs als Zeitnehmer, Punktrichter, Betreuer, Koordinator und Bus-Chauffeur. Ich half, wo ich gebraucht und gerufen wurde.» Bis heute hat Lanz beim EVZ geschätzte 10700 Paar Schlittschuhe geschliffen und stand an 500 Partien mit dem Fanionteam in Meisterschaft, Cup, Champions Hockey League und Testspielen im Einsatz. Das Rüstzeug zum Schleifer holte sich der Romand in Baar bei einem Hockeyshop. «Schleifen ist nicht gleich schleifen, da steckt viel mehr dahinter. Gefordert sind Präzision und Qualität. Jeder Spieler hat seine eigenen Vorstellungen vom perfekten Schlittschuh. Ich weiss bei jedem Spieler, was er will», führt er aus.

Man spricht im Eishockey auch von zwei verschiedenen Eistypen, die es zu berücksichtigen gilt bei der Schleifarbeit: Es gibt ein sogenanntes «Soft Ice», das es in der Bossard Arena gibt, weil angenehme Temperaturen herrschen. Die Academy Arena dagegen ist viel kälter und deshalb spricht man hier von einem «Hard Ice». Lanz: «Da kommen sehr viele Facetten zusammen, die man berücksichtigen muss. Das Schleifen der Schlittschuhe bedeutet für mich auch Handwerk. Es geht nicht schnell, schnell, sondern benötigt seine Zeit.»

Eishockey ist auch im Hause Lanz immer wieder ein Thema. Dieser Sport ist die ganz grosse Passion von zwei seiner drei Kinder. Tochter Stephanie spielt im Frauenteam von Sursee, das gerade in die zweithöchste Liga aufgestiegen ist. Steve (29) stand früher beim EVZ im Nachwuchs und dem 2.-Liga-Team im Einsatz. Und Mutter Monique betreute jeweils den Kuchenstand der Junioren-Top-Mannschaft und der 2.-Liga-Equipe. Nur Christophe (33) ist nicht involviert.

Die Freude zum Eishockey entdeckte Roger Lanz auf Umwegen. Seine ganz grosse Leidenschaft galt zunächst dem Fussball. Er spielte im Nachwuchs seines Stammvereins Stade Nyonnais, später folgte die Begeisterung für den Radsport. «Ich war ein grosser Fan des Belgiers Eddy Merckx und ein leidenschaftlicher Radrennfahrer. Die Natur zu erleben ist mir auch heute noch wichtig. Hier kann ich abschalten, die Batterien laden und Energie tanken», sagt Lanz. Da erstaunt es nicht, dass der Romand immer wieder längere Velotouren über 2000 bis 2500 Kilometer plant. «Letztes Jahr war ich in Holland, Deutschland und Tschechien. Im kommenden Mai oder Juni geht es mit dem Velo von Belgrad nach Donaueschingen», so der Westschweizer, den es vor 34 Jahren aus beruflichen Gründen nach Walchwil zog.

Den Ruhestand aktiv geniessen

Lanz, der nach seiner Lehre als Eisenwarenverkäufer einen längeren Auslandaufenthalt machte und fünf Kontinente bereiste, beherrscht heute vier Sprachen: Französisch, Deutsch, Englisch und Spanisch. «Das Ausland zu bereisen, war eine Lebensschule für mich. Ich konnte in jungen Jahren sehr viel lernen. Heute bin ich dafür dankbar.» Lanz ist seit dem 60. Lebensjahr pensioniert. «Ich könnte jetzt den Ruhestand geniessen, doch das Eishockey ist Teil meines Lebens geworden. Es ist mehr als nur ein Hobby», weiss Lanz. «Vermutlich würde mir was fehlen. Ja, der EVZ ist eine Herzenssache.» Eine, die wie es scheint, nie endet: «Ich habe einmal gesagt, dass ich aufhöre, wenn der EVZ wieder Meister wird. Nach genau 20 Jahren ist es wieder an der Zeit, den Meistertitel an den Zugersee zu holen.» Momentan sieht es aber nicht gut aus. Im Playoff-Viertelfinal zwischen Zug und den ZSC Lions steht es in der Best-of-7-Serie 3:1 für die Zürcher. Das fünfte Spiel findet heute statt (20.15, Bossard-Arena).

Wie steht es eigentlich um die Emotionen von Lanz während eines Spiels? «Ich darf das nicht zeigen. In meiner Funktion muss ich ganz ruhig sein und mich auf meine Arbeit fokussieren. Da es im Stadion immer sehr laut ist und man das eigene Wort kaum versteht, benötigt es grosse Konzentration. Innerlich fiebere und leide ich mit dem Team mit, das ist klar. Zeigen tue ich es erst, wenn das Spiel beendet ist.»

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