Eishockey
«Dieser Titel ist der bedeutendste»: Die Zugerin Noemi Ryhner ist Schweizer Meisterin mit Lugano

Die Jahre junge Noemi Ryhner spricht im Interview über ihren dritten Meistertitel, die perfekte Teamarbeit und ihre Zukunft.

Interview: Daniel Monnin
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Noemi Rhyner mit dem Meisterpokal in der Cornèr-Arena: Den Lugano Ladies ist in den Playoffs ein Steigerungslauf gelungen.

Noemi Rhyner mit dem Meisterpokal in der Cornèr-Arena: Den Lugano Ladies ist in den Playoffs ein Steigerungslauf gelungen.

Bild: Loredana Gianettoni (Lugano, 28. März 2021)

Noemi Ryhner, Sie haben mit den Ladies Lugano mit einem 3:1-Finalsieg über die ZSC Lions soeben ihren dritten Meistertitel gewonnen. Was bedeutet Ihnen dieser Titel in Ihrem ersten Jahr in Lugano?

Noemi Ryhner: Es ist ein spezieller Titel, in einer aussergewöhnlichen Saison mit einem tollen Team. Diese Goldmedaille bedeutet mir klar mehr als meine bisherigen zwei Titel. Es ist der erste Titel, von dem ich sagen kann, dass ich wirklich aktiv dazu beigetragen habe.

In der Qualifikation hat Lugano nicht immer überzeugen können, unter anderem dreimal gegen den Finalgegner ZSC Lions verloren. Das Team hat sich in den Playoffs allerdings gesteigert. War die enge Halbfinal-Serie gegen Thurgau der Schlüssel zum Finalsieg?

Ich denke schon. Es fühlte sich an wie ein Steigerungslauf. Und der letzte Sieg gegen Thurgau hat uns vielleicht die Lockerheit zurückgebracht und uns auf das Level gehievt, mit dem wir im Final die ZSC Lions besiegen konnten.

Was hat den Unterschied ausgemacht?

Einerseits viele kleine Dinge, die wir ein wenig besser gemacht haben. Andererseits hat die Erfahrung unseres Teams als Ganzes sicher auch einen Unterschied ausgemacht. Zudem ­haben wir weniger Strafen genommen, währenddessen die ZSC Lions immer wieder in entscheidenden Momenten Strafen kassierten. Das passiert einem jüngeren Team auch eher mal.

Sie spielen in der «erfolgreichsten Sturmlinie» der ganzen Liga. Ihre Linie hat 60 Prozent aller Lugano-Tore geschossen. Wie leicht fällt es, neben einer Ausnahmekönnerin wie Michelle Karvinen zu spielen?

Sie machte es mir leicht. Ich habe sehr viel von ihr profitieren können, vor allem auch vom Speed in unserer Linie. Raselli und Karvinen sind beide sehr erfahrene Spielerinnen, die mich persönlich und auch spielerisch weitergebracht haben. Zudem gehört Karvinen zu jenen Teamplayern, die mit ihrer Einstellung und ihren Ratschlägen immer ein Vorbild sind.

Viele Neider reduzieren Luganos achten Meistertitel auf die finnische Ausnahmekönnerin. Was sagen Sie dazu?

Das sehe ich überhaupt nicht so: Der Meistertitel ist ein Teamerfolg, auch wenn unsere Linie die meisten und oft auch entscheidenden Tore geschossen hat. Es braucht für einen Titel alle, von der Torhüterin bis zur Torschützin. Ein gegnerischer Schuss muss abgewehrt werden und ein eigenes Tor muss herausgespielt werden, aus der Verteidigung in die Offensive. Da braucht es mehr als nur eine Spielerin.

Die Saison ist für Sie noch nicht beendet. Es geht gleich weiter mit der WM-Vorbereitung in Cham.

Ja, und das ohne Pause. Ich habe bereits am Montagabend in Cham trainiert.

Die WM Anfang Mai wird speziell. Was erwarten Sie? Was sind Ihre Ziele?

Das ist so. Wir haben ja zwei Quarantäne-Phasen – einmal in der Schweiz und einmal vor Ort – bevor wir die letzte Phase der Vorbereitung in Kanada beginnen können. Ich erwarte einiges von unserem Team. Die meisten von uns haben das ganze Jahr über miteinander trainieren können. Wir wollen versuchen, den Favoriten ein Bein zu stellen, auch als «kleine Schweizerinnen».

Und nächste Saison: Spielen Sie weiterhin in Lugano?

Bleibe ich in der Schweiz, dann spiele ich definitiv in Lugano.

Das heisst, Sie prüfen auch ein Ausland-Engagement im Olympia-Jahr?

Aktuell ist nichts geplant. Wenn sich etwas konkretisiert, würde ich das sicher prüfen. Nach Olympia ist es mein Ziel, in Schweden zu spielen.

Dann gibt es also die «kongeniale Sturmlinie» Karvinen-Raselli-Ryhner nicht mehr?

Ich glaube eher nicht, vielmehr denke ich, dass Michelle Karvinen nach Schweden oder in eine andere Top-Liga zurückkehrt.

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Die 21 Jahre junge Noemi Ryhner spricht im Interviwe über ihren dritten Meistertitel, die perfekte Teamarbeit und ihre Zukunft.

Interview: Daniel Monnin
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