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EISHOCKEY: Doch mehr als Spengler-Cup-Normalität?

Der 87. Spengler-Cup wird erneut ein spannender Schauplatz der verschiedenen Hockey-Kulturen sein - auch ohne Stargäste aus der NHL. Für die Intensität des Turniers soll ein AHL-Team aus New York stehen. Spektakulär könnte das Comeback von ZSKA Moskau verlaufen.
Sven Schoch, Si
Der Eishockey-Tempel in Davos steht wieder während sechs Tagen ganz im Zeichen des Radrenn-Sports. (Bild: Keystone)

Der Eishockey-Tempel in Davos steht wieder während sechs Tagen ganz im Zeichen des Radrenn-Sports. (Bild: Keystone)

Im Vorfeld des ersten Turniers nach dem NHL-Lockout platzierte OK-Präsident Fredi Pargätzi den Hinweis, die Erwartungshaltung etwas anzupassen: «Das letzte Jahr war eine Ausnahmesituation. Ein solches Niveau ist wohl nicht mehr zu erreichen. Jetzt müssen wir zurück zum üblichen Courant.» Der Zauber mit den kanadischen Stars aus Nordamerika wird sich nicht wiederholen - die National Hockey League steht erst im kommenden Februar während den Olympischen Spielen in Sotschi temporär wieder still.

Und doch hat die weltweit renommierteste Hockey-Exhibition nichts von ihrer Anziehungskraft verloren. Die Organisatoren räumen der nordamerikanischen Komponente auch ohne ein eigentliches «Dream Team Canada» einen hohen Stellenwert ein. Neben den kanadischen «Selects» kehren die Rochester Americans 17 Jahre nach ihrer Spengler-Cup-Premiere nach Davos zurück. Das von Chadd Cassidy geführte Minor-League-Team der Buffalo Sabres ist eine Gruppe von Talenten, welche das Ziel eint, in absehbarer Zeit in der NHL Fuss zu fassen - die «Amerks» fordern die Favoriten mit einer verstärkten U23-Equipe heraus.

Ein Comeback wird auch der einst reputierteste Klub Osteuropas feiern: Der ZSKA Moskau tritt erstmals seit 1992 wieder an. In der Vorrunde trifft der russische Rekord-Champion auf Servette, das nach 2010 erneut eine Einladung erhalten hat. Der tschechische Vertreter Vitkovice will bei der dritten Teilnahme in Serie erstmals unter die Top 4 vorstossen. Obschon der Klub im eigenen Championat zuletzt zweimal bereits im Playoff-Viertelfinal scheiterte, attestiert Pargätzi den «Steels» genügend Klasse: «Zudem hat mich ihr Enthusiasmus beeindruckt.»

Der Davoser Umbruch

Derbys und Emotionen sind programmiert. Der HCD, mit 15 Turniersiegen Rekordhalter, trifft in der Gruppe Cattini auf das Team Canada, den letztjährigen Dominator. Im Championat spielte Davos bislang (noch) keine prägende Rolle. Das Team von Arno Del Curto stoppte sich mit unkonstanten Auftritten immer wieder selber und stellte den anspruchsvollen Coach zu selten zufrieden. Ob der Gastgeber in der Saison des personellen Umbruchs angesichts der renommierten Konkurrenz für einen Platz im Final infrage kommt, bleibt abzuwarten. Für einige HCD-Ikonen der letzten Jahre naht die Spengler-Cup-Derniere. Sandro Rizzis Karriere wird wohl in absehbarer Zeit enden, Dario Bürgler kehrt im nächsten Sommer zum EV Zug zurück. Peter Guggisberg peilt nach elfjährigem HCD-Engagement mutmasslich ebenfalls eine Veränderung an.

Doug Sheddens neue Situation

Für den Canada-Coach Doug Shedden ist die Situation vor dem 87. Spengler-Cup aus mehreren Gründen nicht mehr mit dem traumhaften Winter 2012 zu vergleichen. In der letzten Altjahreswoche führte er eine Auswahl mit Erfahrungswerten aus 4736 NHL-Spielen. Der Glamour-Faktor des aktuellen Aufgebots ist spürbar kleiner - 19 Professionals verdienen ihr Geld in der NLA, zwei werden aus der AHL eingeflogen, und der Keeper Chris Mason, immerhin ein früherer WM-Teilnehmer, ist seit diesem Sommer in der italienischen Serie A engagiert. Shedden selber erhält die Chance, während ein paar Tagen seinen gegenwärtig tristen Zuger Alltag auszublenden. Statt um den Titel wird der 52-Jährige im kommenden Frühling mit dem EVZ wohl gegen den Fall in die Zweitklassigkeit spielen.

Fedorow wieder im Rink

Mit dem politischen Umsturz in der Sowjetunion endete auch das eiserne Regime des ZSKA Moskau. Nach 32 Titeln verschwand der Klub während Dekaden von der Bildfläche. In der KHL spielte der Armee-Sportclub zwar mit, aber keine Rolle. Im Hintergrund legten die Entscheidungsträger nun aber möglicherweise die Basis zur Trendwende. Seit dem Einstieg des Mineralöl-Multis «Rosneft», der in Davos das exklusive Sponsoring-Recht für den ZSKA beansprucht, wirtschaften die Moskauer in einer neuen Kategorie und beschäftigen seit Juni den US-Trainer John Torchetti.

In der KHL gehört der ZSKA inzwischen zum vorderen Drittel. Fünf Weltmeister garantieren Qualität und Perspektiven. Unter Umständen ist in Davos gar mit einem personellen Coup zu rechnen. Sergej Fedorow, inzwischen 44-jährig, dreifacher Stanley-Cup-Sieger mit Detroit und in Russland nach wie vor ein Superstar, gehört als General-Manager eigentlich zum Organigramm der Klubführung. Seit ein paar Wochen steht der Stürmer im Training wieder auf dem Eis. 1431 NHL-Partien bestritt er, 535 Treffer schoss der dreifache Weltmeister in Nordamerika. Der Ex-Mann von Anna Kurnikowa würde den Unterhaltungsfaktor im Bündner Kurort wohl erheblich erhöhen.

Servette und das Hockey-Gen

Mit den Team-Canada-Millionären zelebrierte Chris McSorley als Assistent ein Hockey-Fest, nun will er als Chef von Genève-Servette abermals für positive Schlagzeilen sorgen. Für ihn und seine Genfer Organisation ist der Spengler-Cup primär eine perfekte Bühne, weiter Goodwill und Anerkennung zu gewinnen. Der kanadische Trainer ist seit über einer Dekade ein glühender Anhänger der Veranstaltung: «Der Spengler-Cup gehört zur DNA der Schweizer Hockey-Bewegung. In Davos findet ein Festival für alle statt - für die Fans, für die Teams.»

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