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EISHOCKEY: Ein Gastspiel der Schweizer Nationalmannschaft mit Zündstoff

Bleibt die Spengler-Cup-Teilnahme der Schweizer Nationalmannschaft einmalig? Verbands-Geschäftsführer Florian Kohler antwortet mit Ja. Aber er hat nicht das letzte Wort.
Klaus Zaugg, Davos
Der Schweiz mit Torschütze Reto Schäppi (Nummer 9) gelang am Spengler-Cup der zweite Sieg. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone (Davos, 28. Dezember 2017))

Der Schweiz mit Torschütze Reto Schäppi (Nummer 9) gelang am Spengler-Cup der zweite Sieg. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone (Davos, 28. Dezember 2017))

Klaus Zaugg, Davos

sport@luzernerzeitung.ch

Spengler-Cup-General Marc Gianola mag sich noch nicht festlegen: «Wir werden die Erfahrungen nach dem Turnier auswerten.» Verbands-Geschäftsführer Florian Kohler sagt hingegen klipp und klar: «Es ist ein einmaliges Ereignis.» Schon aufgrund der Verträge mit den Werbepartnern sei eine Rückkehr des Nationalteams nach Davos nicht möglich. Die Kosten für die Nationalmannschaft werden durch Werbegelder bestritten. Die Postfinance (mit Vertrag bis 2022) und die Zürich-Versicherung (bis 2021) sind die wichtigsten Investoren. Das Problem: Ausgerechnet beim Spengler-Cup werden die Nationalmannschafts-Sponsoren ausgesperrt. Weil jene zum Zuge kommen, die Werbeverträge mit dem Turnier haben.

Der Verband ist vertraglich gegenüber seinen Geldgebern verpflichtet, sechs Heimspiele mit der Nationalmannschaft zu organisieren. Diese Vorgabe ist auch ohne den Spengler-Cup erfüllt. Ein Länderspiel (in Biel gegen Kanada) ist bereits gespielt. Vor der Abreise ans Olympiaturnier üben die Schweizer noch gegen Deutschland, und vor der WM folgen vier Vorbereitungsspiele in der Schweiz. So gesehen verletzt die Spengler-Cup-Teilnahme keinen Vertrag.

Aber der Spengler-Cup ist mit Abstand der attraktivste Auftritt neben der WM. Mit höheren TV-Einschaltquoten als ein WM-Vorrundenspiel. Florian Kohler sagt: «Natürlich wären gerne alle unsere Werbepartner beim Turnier in Davos präsent. Aber es ist auch allen klar, dass das nicht möglich ist. Bevor wir den Vertrag für den Spengler-Cup gemacht haben, sind wir mit unseren Werbepartnern zusammengesessen.» Man habe die Karten offen auf den Tisch gelegt. «Dabei haben wir klar gesagt, dass diese Spengler-Cup-Teilnahme eine einmalige Sache ist. Schon aus diesem Grund können wir nicht nächste Saison wieder am Turnier teilnehmen. Wir würden unglaubwürdig.» Damit sei das Thema Spengler-Cup für die Nationalmannschaft mindestens für die Laufzeit der wichtigsten Werbeverträge, also bis 2020, kein Thema mehr.

Fischer muss mehr Vorträge halten

Da kein Passus in den Verträgen verletzt worden sei, müsse den Nationalmannschafts-Sponsoren wegen der Spengler-Cup-Teilnahme auch kein Rabatt gewährt oder gar Geld zurückgezahlt werden. «Aus einem Werbevertrag Geld zurückzuzahlen, das wäre geradezu absurd.» Ein Entgegenkommen gebe es im Sinne einer guten Zusammenarbeit aber schon. «Wir haben für unsere Partner neben dem Stadion ein Chalet gemietet. Dort können sie Gäste empfangen.» Und wer bei der Nationalmannschaft wirbt, bekommt diese Saison ein paar zusätzliche Termine bei Patrick Fischer. Zu einem Werbevertrag mit der Nationalmannschaft gehört ja das Recht, Patrick Fischer zu Vorträgen aufzubieten.

Bei solchen Auftritten macht Patrick Fischer als charismatischer Kommunikator allerbeste Figur. Heisst das, dass der Nationaltrainer nun wegen der Spengler-Cup-Teilnahme ein paar Werbeauftritte mehr absolvieren muss? Dass es also für ihn Mehrarbeit gibt? Florian Kohler sagt: «So können wir es sagen. Aber er macht das gern. Er verdient ja auch nebenbei Geld als Vortragsredner.»

Hoffnung beim HC Davos

Patrick Fischer also neben dem Eis auf den Spuren von Ralph Krueger. Der ehemalige Kult-Nationaltrainer verdiente in seiner besten Zeit als Motivationsredner neben seinem Nationalmannschafts-Job bis zu 20 000 Franken pro Auftritt und wurde sogar Buchautor. So weit ist Patrick Fischer noch nicht. Ein Buch ist noch nicht vorgesehen. Sollte er jedoch eines planen, so hier schon mal ein Titelvorschlag: «Ein ganzer Kerl» frei nach Tom Wolfe.

Der Verband kann zu einer Einladung für das nächste Turnier Ja oder Nein sagen, und so sitzt Florian Kohler am längeren Hebel. Aber das letzte Wort werden die Klubvertreter haben. Eine Spengler-Cup-Teilnahme im Tausch für den ungeliebten Dezember-Nationalmannschaftstermin (wie diese Saison) ist verlockend. Und beim HCD keimt die Hoffnung, dass die jährliche Entschädigung an die Liga für das Einhalten der Spengler-Cup-Pause in der Höhe von 800 000 Franken entfällt, wenn die Nationalmannschaft am Turnier antritt. Spielplan-General Willi Vögtlin hat jedenfalls den Spieldaten-Plan für nächste Saison bereits ausgearbeitet. Ohne Dezember-Länderspielpause.

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