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EISHOCKEY: Ein Star, der keiner sein möchte

Nino Niederreiter ist der Einzige im Schweizer WM-Kader, der sich in der NHL einen Stammplatz erkämpft hat. Seine Torjäger-Qualitäten sind heute im Auftaktspiel gegen Kasachstan gefragt.
Matthias Hafen, Moskau
Von einem Teamkollegen bedrängt, kontrolliert Nino Niederreiter den Puck in der gestrigen Übungseinheit der Schweizer in der Trainingshalle des Eispalastes von Moskau. (Bild: Keystone/Salvatore Di Nolfi)

Von einem Teamkollegen bedrängt, kontrolliert Nino Niederreiter den Puck in der gestrigen Übungseinheit der Schweizer in der Trainingshalle des Eispalastes von Moskau. (Bild: Keystone/Salvatore Di Nolfi)

Matthias Hafen, Moskau

Wenn grosse Namen fehlen, kommt die zweite Garde zu Ehren. Nino Niederreiter ist nicht Sidney Crosby und schon gar nicht Jaromir Jagr. Doch der 23-jährige Bündner ist der Schweizer Star an der WM in Moskau – jedenfalls der Einzige mit einem Stammplatz in der prestigeträchtigen NHL. Niederreiter absolvierte diese Saison 88 Spiele für Minnesota Wild, sammelte 49 Skorerpunkte in der weltbesten Liga. So viele wie noch nie. Damit schaffte er in Übersee definitiv den Durchbruch. Mindestens bis zum möglichen Eintreffen von NHL-Verteidiger Roman Josi ist Niederreiter deshalb die schillerndste Figur im Schweizer Team.

Von ihm werden Tore erwartet

Als Star sieht sich der bescheidene Churer indes nicht. Er sei zwar bereit, im heutigen WM-Auftaktspiel um 11.15 Uhr (SRF 2) gegen Kasachstan Verantwortung zu übernehmen. «Aber die Schweiz ist am stärksten, wenn sie sich nicht auf einzelne Spieler verlassen muss, sondern als Mannschaft überzeugt.» Niederreiter weiss, wovon er spricht. Der Stürmer war schon 2013 in Stockholm dabei, als die Schweiz sensationell WM-Silber gewann. Jenes Turnier hat auch aus einem anderen Grund eine grosse Bedeutung für den Powerflügel.

Seit der WM in Schweden spielte Niederreiter nicht mehr auf den grossen, europäischen Eisfeldern. Zwar gehörte er auch zur Schweizer Equipe, die an den Olympischen Spielen in Sotschi teilgenommen hat, doch wurde damals in der russischen Provinz als Entgegenkommen gegenüber den zahlreichen NHL-Stars auf den kleinen, nordamerikanischen Eisfeldern gespielt.

Seit 2014 in Sotschi musste Niederreiter aufgrund seiner Verpflichtungen in Nordamerika auf einen Auftritt mit der Nationalmannschaft verzichten. «Ich brauche deshalb schon noch Zeit, um mich wieder ans grosse Feld zu gewöhnen», sagte er nach dem gestrigen Eistraining in Moskau schon fast entschuldigend. Dabei fügte sich der Bündner in der kurzen Vorbereitungszeit – er stiess erst am vergangenen Montag zum Team – bestens ins Kollektiv ein. Heute gegen Kasachstan wird er zusammen mit Biels Center Gaëtan Haas und Berns Flügel Simon Moser eine Sturmlinie bilden. «Gaëtan ist quasi unsere defensive Absicherung», sagt Niederreiter. Will heissen, dass er selber und Moser für Tore besorgt sein wollen. Tore und Assists werden vom Schweizer NHL-Profi auch erwartet. «Natürlich spüre ich einen gewissen Druck», sagt der erst 23-Jährige offen. «Doch ich versuche, mich diesem nicht zu stark auszusetzen.» Schliesslich sei er bei weitem nicht der Einzige, der von den Schweizern etwas könne. So streicht Niederreiter etwa die grossartige Saison seines Stürmerkollegen Lino Martschini vom EV Zug hervor mit über einem Skorerpunkt pro Spiel. Auch Martschini ist erst 23-jährig. «Wir haben hier in Moskau ein junges Team. Und es macht grossen Spass mit diesen Jungs», sagt Niederreiter.

Heute, wenn in der Schweiz die Mittagszeit anbricht, erwartet der Schweizer Hoffnungsträger eine schwierige Aufgabe gegen Kasachstan. «Als Aufsteiger sind die Kasachen bestimmt hungrig auf ihren ersten Erfolg.» Auf Anhieb Akzente setzen will in Moskau aber auch Niederreiter. Auf die Gefahr hin, dass er dann noch mehr als Star der Schweizer betrachtet wird.

Niederreiters Rücken sieht aus wie eine Litfasssäule. (Bild Matthias Hafen)

Niederreiters Rücken sieht aus wie eine Litfasssäule. (Bild Matthias Hafen)

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