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EISHOCKEY: Eine Baarerin auf der grossen Bühne

Noemi Ryhner hat mit ihren 15 Jahren schon eine Menge erlebt im Sport. Zum Jahresbeginn steht sie gleich vor einer ganz grossen Herausforderung.
Noemi Ryhner (hier in der Zuger Bossard-Arena) hat bereits für die A-Nationalmannschaft gespielt. (Bild Werner Schelbert)

Noemi Ryhner (hier in der Zuger Bossard-Arena) hat bereits für die A-Nationalmannschaft gespielt. (Bild Werner Schelbert)

Michael Wyss

Am vergangenen Sonntag ist Noemi Ryhner vom Zusammenzug mit der U-18-Nationalmannschaft aus Zuchwil mit einem Erfolgserlebnis zurückgekehrt. Das Trainingscamp, das zwei Länderspiele gegen Frankreich beinhaltete, stand ganz im Zeichen der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft, die vom 8. bis 15. Januar in St. Catharines (Kanada) stattfindet. Ryhner skorte in Zuchwil gleich vier Mal, beim 4:1- und 3:1-Erfolg über Frankreich liess sie sich je zwei Treffer gutschreiben. «Dass wir gewonnen haben, und ich zu den beiden Siegen einen Teil dazu beitragen konnte, macht mich natürlich stolz», sagt die 15-Jährige erfreut. Damit rechtfertigte die Baarerin das Aufgebot der Nationaltrainerin Andrea Kröni für die WM.

Ryhner spielt seit ihrem 6. Lebensjahr Eishockey. Sie ist fasziniert von der Schnelligkeit, Härte und der Spannung dieser Sportart: «Du kannst ein Spiel in den Schlussminuten noch zu deinen Gunsten drehen oder einen sicher geglaubten Sieg verspielen. Diesen stetigen Nervenkitzel erlebst du nur im Eishockey», ist Ryhner überzeugt. Beim EV Zug entdeckte sie die Freude am Eishockeysport, momentan spielt sie beim Küssnachter SC bei den Novizen-Top-Junioren sowie bei den ZSC-Lions-Frauen in der höchsten Liga (SWHL A). Sie kann als Flügel oder Center eingesetzt werden.

Auf die Frage nach der Lieblingsmannschaft geht der Blick über den Teich, in die nordamerikanische Eishockeyliga NHL: «Fan bin ich von den Chicago Blackhawks, Minnesota Wild und den Nashville Predators – und natürlich vom EVZ, den möchte ich nicht vergessen», sagt der sympathische Teenager, der im Sommer 2016 eine Ausbildung zur Kauffrau bei einem Unternehmen in Zug beginnt, das Berufsbildung in Kombination mit Leistungssport anbietet.

Meistertitel im Visier

Mit welchen Zielen reist Ryhner an die U-18-Weltmeisterschaft? Ryhner sagt: «Priorität geniesst der Verbleib auf der höchsten Stufe. Alles andere ist Zugabe.» Für die Baarerin ist es nicht die erste Weltmeisterschaftsteilnahme. Schon im letzten Januar stand sie in Buffalo (USA) im Kader der U 18. Auch die Jugendolympiade, die im nächsten Februar in Lillehammer (Norwegen) stattfindet, wird ein Highlight darstellen. Ryhner ist im Schweizer U-16-Kader. «Ich freue mich auf diese Turniere. Hier kann ich internationale Erfahrungen sammeln und mich weiterentwickeln», erklärt sie. Auf Klubebene weiss die 15-Jährige auch, was sie will: «Den Klassenerhalt mit den Novizen-Top und den Schweizer-Meister-Titel mit den Lions – davon träume ich. Es wäre der erste Titel für sie. Mittelfristig strebt Ryhner, die sich als «ehrgeizig, zielstrebig und ungeduldig» beschreibt, nach einem Platz in der A-Nationalmannschaft.

Lob von der Nationaltrainerin

Im November schnupperte sie bereits Luft bei den ganz Grossen: An einem Vierländerturnier stand sie im Aufgebot. «Diese Länderspiele gegen die Slowakei, Russland und Tschechien bleiben unvergesslich», schwärmt sie. Um dieses Ziel zu erreichen, gibt Ryhner alles. Fünf bis sechs Trainingseinheiten absolviert die Baarerin in der Woche, dazu kommen zwei Meisterschaftspartien mit den Novizen-Top von Küssnacht und den ZSC Lions. Bei letzteren ist die Zugerin Daniela Diaz die Trainerin. Sie hat jüngst das Nationalteam übernommen. Sie beschreibt Ryhner als «Spielerin, die auf bestem Weg dazu ist, eine Leaderin zu werden. Sie ist technisch versiert, macht sich viele Gedanken zum Hockey und ist eine echte Teamplayerin.»

Verfolgt Ryhner den Traum einer Eishockeyprofispielerin? «Ich denke weniger. Da man in Nordamerika, geschweige denn in der Schweiz, nicht vom Eishockey leben kann, wird es für viele Mädchen beim Traum bleiben. Einmal in Übersee für ein Team zu spielen, könnte ich mir aber durchaus vorstellen. Ein Abstecher in die USA wäre sicher reizvoll. Doch heute und morgen ist das kein Thema für mich.» Priorität geniesse, wie Ryhner betont, erstmals eine gute Lehre zu absolvieren. «Ein Abschluss ist derzeit das Wichtigste neben dem Eishockey.»

Familie als Hintergrund

Sie ist übrigens nicht die Einzige in der Familie, die Eishockey spielt. Ihr Bruder Dominik hütet beim Küssnachter SC das Tor (A-Junioren). Keinen Sport mehr betreiben gegenwärtig die beiden Schwestern. Céline (17) hat früher Schiesssport ausgeübt, und Julia (20) war im Fechten und Ballett. Die Eltern hätten eine grosse Affinität zu Sport. «Meine Familie unterstützt mich immer, wenn sie Zeit hat, das schätze ich sehr. Ihre moralische Stütze ist sehr wichtig», erklärt Noemi Ryhner.

Und wie reagieren gleichaltrige Jungs auf sie, wenn sie hören, dass sie Eishockey spielt? «Unterschiedlich. Einige erschrecken im ersten Moment, da es ein harter Sport ist. Andere finden es toll und cool, was ich mache. Der Stellenwert des Fraueneishockeys hat sich zum Positiven gewandelt, nachdem die Schweiz an der Olympiade 2014 die Bronzemedaille gewonnen hat.»

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