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EISHOCKEY: Es braucht einen Neuanfang

Ambri-Piotta liegt in den Playouts gegen Fribourg-Gottéron 0:3 im Rückstand. Auf die Tessiner wartet die Ligaqualifikation – und in der Zukunft viel Arbeit. Eine Analyse.
Klaus Zaugg
Ambris Cory Emmerton (rechts) im Duell mit Fribourgs Greg Mauldin. (Bild: Marcel Bieri/Keystone (25. März 2017))

Ambris Cory Emmerton (rechts) im Duell mit Fribourgs Greg Mauldin. (Bild: Marcel Bieri/Keystone (25. März 2017))

Klaus Zaugg

sport@luzernerzeitung.ch

Gibt es in Ambri Grund zur Panik? Nein. Die Chancen auf den Ligaerhalt sind mindestens so gross wie Zugs Chancen auf den zweiten Meistertitel. Gibt es in Ambri einen Grund zur Revolution? Zum Neuanfang? Ja.

Ambri wird der Ligaqualifikation nicht mehr entrinnen. Und dort wartet möglicherweise mit den Lakers aus Rapperswil ein Angstgegner. Ambri kann die Lakers in die Schranken weisen und in der NLA bleiben. Aber dann beginnt erst die Arbeit.

Gerne reden sich die Verantwortlichen mit Umständen heraus, die sie nicht beeinflussen können. Ambri sei wie aus der Zeit gefallen: ein Hockeyunternehmen, das im 21. Jahrhundert keine Chance mehr habe, zu weit entfernt von den urbanen Zentren, domiziliert in einer Gegend mit einer zu geringen Wirtschaftskraft. Wer sagt, die Zeit für Ambri sei abgelaufen, findet rundum Zustimmung.

Doch das ist alles bloss billiges Gerede – und barer Unsinn. Ambri hat sehr wohl eine Chance in der NLA. So wie die SCL Tigers auch. Das obere Emmental gilt als «Leventina der Deutschschweiz». Das obere Emmental hat noch weniger Wirtschaftskraft als die obere Hälfte des Kantons Tessin.

Der Standort ist nicht entscheidend, das Stadion schon eher. Wenn Langnau als Dorf mit rund 10 000 Einwohnern 30 Millionen aufbringt, um den Hockey­tempel zu erneuern, dann kann das Ambri auch. Wenn Langnau schwarze Zahlen zu schreiben vermag, dann ist das auch in ­Ambri möglich.

Ambri ist nicht das Opfer der Zeiten und Umstände. Ambris Krise ist hausgemacht. In den letzten Jahren ist viel zu viel gejammert worden. Und dabei ist vergessen gegangen, dass Ambri in erster Linie ein Sportunternehmen ist. Die Sportabteilung wird seit Jahren vernachlässigt. Die Leistungskultur ist verloren gegangen – und jene, die versucht haben, diese Leistungskultur wieder durchzusetzen, mussten gehen. Wie zuletzt Hans Kossmann. Er hatte erkannt, dass der Mangel an Talent nur durch Disziplin und Leidenschaft zu kompensieren ist. Und Disziplin lässt sich nun mal nicht mit gnädigem Training und ein bisschen «Voodoo» durchsetzen. Die Spieler wollten den gestrengen Meister nicht mehr, und er musste gehen.

Der Trainingsbetrieb ist nicht mehr zeitgemäss

Ambri kann die besten Spieler der Liga nicht bezahlen. Das können die SCL Tigers auch nicht. Aber die sportliche Führung kann dafür sorgen, dass die Spieler in bester körperlicher Verfassung sind. Inti Pestoni war Ambris bester Spieler und wechselte zu den ZSC Lions. Dort musste der ehemalige König der Leventina nach wenigen Spielen aus dem Team genommen und zum Konditionstraining abkommandiert werden. Auf spektakuläre Weise ist bestätigt worden, was kluge Mahner wie der legendäre Roland von Mentlen, in den 1980er-Jahren Trainer in Ambri, seit langer Zeit erkannt haben: Der Trainingsbetrieb in Ambri ist schon seit längerem nicht mehr zeitgemäss. Die Führung gewährt den Spielern in den Verträgen gar die Freiheit, das Sommertraining selber zu gestalten.

Ambri braucht einen Neuanfang, einen neuen Trainer, einen neuen Sportchef und ein neues Leistungsdenken in sportlichen und wirtschaftlichen Belangen und, wenn das Präsident Filippo Lombardi nicht einsieht, auch einen neuen Präsidenten.

NLA-Playoffs

EV Zug – Davos – Stand: 2:1 (3:2, 5:2, 3:5).

Bern – Lugano – Stand: 2:1 (2:4, 4:1, 4:1).

NLA-Playouts

Fribourg – Ambri-Piotta – Stand: 3:0 (4:0, 6:1, 2:1).

NLB-Playoffs

Rapperswil-Jona Lakers – Langenthal – Stand: 2:1 (5:2, 3:2, 2:4).

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