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EISHOCKEY: Fehlstart für Owetschkin und seine Capitals

Er war der beste Spieler seiner Generation. Doch heute ist Alexander Owetschkin (27) nur noch ein Schatten seiner selbst.
Nicola Berger, Toronto
Alexander Owetschkin (links) im Spiel gegen Toronto Maple Leafs Carl Gunnarsson (rechts). (Bild: Keystone)

Alexander Owetschkin (links) im Spiel gegen Toronto Maple Leafs Carl Gunnarsson (rechts). (Bild: Keystone)

Eine letzte Chance, ein letzter Abschlussversuch, und dann ist es vorbei. Jubel brandet nieder im Air Canada Center zu Toronto, wo das Heimteam, die stolzen aber zuletzt tief gefallenen Maple Leafs gerade mit 3:2 gesiegt haben. Und gleichzeitig bedeutet die Schlusssirene eine weitere Niederlage für die Washington Capitals und ihren Captain Alexander Owetschkin (27). «Ovi» schlägt mit dem Stock auf die Bande, er ist frustriert, wieder einmal.

Wenig später steht Owetschkin in der Kabine der Capitals. Seine Stimme ist kraftlos, er flüstert fast, schaut zu Boden, alles an seiner Körpersprache ist negativ. Owetschkin hat gute Gründe, unzufrieden zu sein. Ganze drei Punkte haben die Seinen aus den ersten sieben Partien geholt – kein Team ist in der NHL schlechter gestartet.

Vergebliche Hoffnung auf Oates

Dabei sollte alles besser werden, jetzt, mit dem neuen Trainer. Adam Oates (50) heisst der, war selber jahrelang NHL-Stürmer, und es war die allgemeine Annahme, dass er Owetschkin zurück zu alter Stärke führen würde. Unter den Eishockey-Lehrern Bruce Boudreau (58, jetzt Anaheim) und Dale Hunter (52) hatte der Solist zuletzt viel defensive Verantwortung übernehmen müssen – und war in der Vorwärtsbewegung nicht mehr wie gewohnt in Erscheinung getreten. Dabei hat Owetschkin in den sieben Jahren seit dem letzten Lockout 40 Tore mehr erzielt als jeder andere NHL-Spieler.

Es gibt einen Grund, warum sie ihn «Great 8» nennen, und warum die Capitals ihm bis 2021 pro Jahr durchschnittlich 9,53 Millionen Dollar bezahlen. In der Blüte seines Schaffens war Owetschkin besser als der ganze Rest. Besser als Sidney Crosby, besser als Jewgeni Malkin. Alleine 2007/08 erzielte er 65 Treffer und elektrisierte mit seiner leidenschaftlichen Spielweise die gesamte Liga. Der Owetschkin von damals war ein unbeschwerter, glücklicher Owetschkin, einer mit Drive und Selbstironie, der so gar nichts mit jenem gemein hatte, der an diesem Mittwochabend in Toronto mit glasigen Augen auf den Boden starrte. Owetschkin war immer auch eine Attraktion, er ist einer der Posterboys dieser Liga, und darum hoffen sie nicht nur in Washington, dass der Owetschkin von 2008 nicht bloss ein Relikt der Vergangenheit ist. Eishockeylehrer Oates sollte dies sicherstellen, und unter den Hockey-Analysten gab es kaum jemanden, der das Gelingen der Mission anzweifelte. Brett Hull (48), der Vizepräsident der Dallas Stars und selber ehemaliger Stürmer, sagte etwa: «Owetschkin wird sich unter Oates fühlen wie ein Kind im Süsswarenladen. Für die Konkurrenz wird es nicht schön werden, Ovi wird alle Rekorde brechen.»

Eine miserable Bilanz

Ja, davon ist bislang wenig zu sehen. In sieben Spielen kommt Owetschkin auf zwei Tore und ein Assist, die Produktion ist für einen Mann seines Formats ein Hohn. Und auch das Arbeitsverhältnis mit Oates dürfte sich der Flügelstürmer anders vorgestellt haben. In den letzten drei Partien liess der Coach seinen wichtigsten, besten und teuersten Einzelspieler neben den Ergänzungsspielern Jay Beagle (27) und Joey Crabb (29) auflaufen. Verstehen kann das niemand so recht, auch Owetschkin nicht, aber er ist zu sehr Profi, als dass er sich zu einer polemischen Aussage würde hinreissen lassen: «Es ist die Entscheidung des Trainers, wie er aufstellt», sagt er.

Trösten kann sich Owetschkin immerhin damit, dass er sich kürzlich mit der russischen Tennis-Schönheit Maria Kirilenko (25, WTA 15) verlobt hat. Bleibt für ihn bloss zu hoffen, dass sich diese Beziehung nicht so schnell abkühlt wie jene mit Coach Oates.

National Hockey League

Donnerstag: New Jersey - New York Islanders (mit Streit/1 Tor) 4:5 n. V. Los Angeles - Nashville (mit Josi) 1:2 n. P. Calgary (ohne Bärtschi/verletzt) - Colorado 3:6. Toronto - Washington 3:2. Florida - Winnipeg 6:3. New York Rangers - Pittsburgh 0:3. Columbus - St. Louis 1:4. Boston - Buffalo 4:7. San Jose - Edmonton 3:2 n.P.

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