EISHOCKEY: Gala-Vorstellung der «launischen Diva»

Zweitligist Luzern besiegt Schaffhausen mit 8:3 und kann sich weiterhin den Playoff-Heimvorteil sichern. HCL-Verteidiger und Routinier Martin Peterhans hebt aber den Mahnfinger.

Michael Wyss
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«Das war eine Machtdemonstration, eine Wiedergutmachung», freute sich HCL-Verteidiger Martin Peterhans nach der Gala-Vorstellung gegen das drittplatzierte Schaffhausen. Die Luzerner besiegten die Nordostschweizer vor heimischer Kulisse mit 8:3. Der Sieg war auch in dieser Höhe verdient. Einmal mehr wurde das Team von Trainer Nik Wüthrich und Assistent Rolf Wyss dem Ruf einer «launischen Diva» gerecht. Vor einer Woche enttäuschte der HCL nämlich noch im schlechtesten Saisonspiel überhaupt (2:6-Schlappe beim damaligen Schlusslicht Ascona). Peterhans (27): «Das war ein Ausrutscher, ein böser Fehltritt. Vielleicht musste diese Niederlage sein, damit jeder Spieler kapiert hat, um was es so kurz vor Playoff-Beginn geht. Wichtig war, dass wir gegen Schaffhausen wieder unser wahres Gesicht zeigten und die Qualitäten offenbarten, die in uns schlummern.»

Peterhans, der in Luzern aufwuchs und später nach Schiers (Prättigau) zügelte, trägt bereits die vierte Saison die Farben des HCL. Er freut sich auf die Playoffs, hebt aber den Mahnfinger: «Es bleiben noch zwei Partien gegen Bellinzona und Zug, bevor die Playoffs beginnen. Es ist wichtig, dass wir einen positiven Qualifikationsabschluss haben und diese beiden Gegner bezwingen.» Der Heimvorteil (Top 4) ist nun greifbar. Mit sechs Punkten wäre dies Tatsache. Peterhans: «Wir können uns nun das Heimrecht sichern. Wir haben es in den eigenen Händen. Doch es braucht zwei weitere überzeugende Auftritte.» Hat Peterhans einen Wunschgegner in der ersten Playoff-Runde? «Ich bin im Prättigau aufgewachsen und spielte beim gleichnamigen Verein fast während 15 Jahren. Von daher wäre das sicher reizvoll, gegen Prättigau-Herrschaft zu spielen», sagt Peterhans lachend und doppelt nach: «Nein, es ist mir eigentlich egal, gegen wen wir uns duellieren, wir müssen einfach bereit sein, wenn es losgeht. Zumal es keine leichten Gegner gibt.» Die Liga ist tatsächlich näher zusammengerückt und daher auch sehr spannend. Die Tabelle bringt dies zum Ausdruck. «Du musst gegen jedes Team 110 Prozent Einsatz geben und Siegeswille aufbringen. Die Partie in Ascona hat klar aufgezeigt, dass es 60 Minuten Disziplin und Bereitschaft benötigt. Auch gegen ein Schlusslicht.»

Am Samstag (17.30, Eiszentrum) trifft der HCL auf Bellinzona, eine Woche später kommt es noch zum Zentralschweizer Derby gegen Zug. Spannend bleibt der Kampf um das Heimrecht (Rang 1 bis 4). Zwischen Schaffhausen (3. Rang; 30 Punkte) und Luzern (5.; 27) liegen drei ­Punkte. Vermutlich kommt es im letzten Spiel zwischen Luzern und Zug zur Finalissima um den vierten Rang.

Michael Wyss

regionalsport@luzernerzeitung.ch

2. Liga. 16. Runde: Illnau-Effretikon - Ascona 6:4. Luzern - Schaffhausen 8:3. Chiasso - Bassersdorf 7:8. Küsnacht ZH - Dürnten 2:7. Bellinzona - Zug 2:3.

Rangliste (alle 16 Spiele): 1. Dürnten 42 (92:48). 2. Illnau-Effretikon 35 (68:51). 3. Schaffhausen 30 (60:58). 4. Zug 29 (80:58). 5. Luzern 27 (68:53). 6. Bassersdorf 24 (63:60). 7. Bellinzona 21 (45:63). 8. Chiasso 13 (64:82). 9. Ascona 11 (52:84). 10. Küsnacht ZH 8 (55:90).

Nächste Runde. Samstag: Luzern - Bellinzona (17.30, Eiszentrum). Zug - Bassersdorf (20.30, Academy-Arena).

Luzern - Schaffhausen 8:3 (2:0, 3:2, 3:1)

Eiszentrum. – 220 Zuschauer. – SR Eiholzer, Kaufmann. – Tore: 6. Henrik Maurenbrecher (Bracher, Zumbach) 1:0. 10. Zumbach 2:0. 23. Tobler (Vassanelli, Burkart) 3:0. 32. Henrik Maurenbrecher (Burkart) 4:0. 33. Ruckstuhl (Frei, Peterhans) 5:0. 37. 5:1. 39. 5:2. 50. Burkart (Spinner) 6:2. 55. Steiner (Burkart, Tobler) 7:2. 57. Zumbach (Renfer) 8:2. 58. 8:3.

Bellinzona - Zug 2:3 (0:2, 2:1, 0:0)

Centro Sportivo. – 70 Zuschauer. – SR Kobza, Müller. – Tore: 3. Arnold (Felix) 0:1. 16. Rickli (Stämpfli) 0:2. 23. Eisenegger (Rojas, Emmenegger) 0:3. 26. 1:3. 31. 2:3.