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EISHOCKEY: Hischier ist auf dem Sprung nach ganz oben

Seit drei Monaten spielt Nico Hischier in der NHL. Der 18-jährige Walliser konnte sich bei den New Jersey Devils auf Anhieb etablieren – und auch neben dem Eis ist er in Nordamerika angekommen.
Nico Hischier (links) bezwingt Detroits Goalie Petr Mrazek. (Bild: Duane Burleson/AP (Detroit, 25. November 2017))

Nico Hischier (links) bezwingt Detroits Goalie Petr Mrazek. (Bild: Duane Burleson/AP (Detroit, 25. November 2017))

«Sorry für die Verspätung, die Teambesprechung hat etwas länger gedauert», sagt Nico Hischier spät abends Schweizer Zeit durch den Telefonhörer. «Aber jetzt bin ich voll da.» Eine Situation, die bezeichnend ist für den 18-jährigen Schweizer Nummer-1-Draft. Trotz des nach wie vor grossen Rummels um seine Person ist ­Hischier der bescheidene Junge aus dem Oberwallis geblieben, der einfach nur Eishockey spielen und seinen Traum leben will.

Einen grossen Schritt näher kam Hischier seinem Traum im Juni dieses Jahres. Er wird von den New Jersey Devils im NHL-Draft als erster Spieler gezogen. Damit trat er in die Fussstapfen von klangvollen Namen wie ­Sidney Crosby oder Alexander Owetschkin, die beide zu den besten Spielern der Welt gehö­ren. «Da kam sehr vieles auf einmal auf mich zu», sagt Hischier. Doch bereits ­unmittelbar nach dem Draft hielt er fest, dass es ihm nicht um seine Person gehe:«Ich versuche einfach, mit meinem Team Erfolg zu haben.»

Nicht aus dem Konzept bringen lassen

Seit seinem ersten Einsatz in der NHL Anfang Oktober hat der Schweizer eine bemerkenswerte Entwicklung hinter sich: Er stand in allen 31 Spielen auf dem Eis, ­erzielte dabei fünf Tore und ­sammelte 15 Assists. Damit ist ­Hischier zweitbester Skorer seiner Mannschaft und gehört zu den acht besten Rookies der Liga. «Wie viele Punkte ich habe, ist den Medien wichtiger als mir. Für mich steht die Leistung des Teams im Vordergrund», sagt er. Auch wenn der Walliser in dieser kurzen Zeitspanne seit seinem Draft an Erfahrung und Selbstvertrauen gewonnen hat – seine Einstellung hat sich trotz eines Stammplatzes und der starken Leistungen nicht verändert. Mit der bisherigen ­Saison ist Hischier zufrieden. ­Gehörten die Devils in der vergangenen Saison noch zu den fünf schlechtesten Teams der Liga, stehen sie nun nach einem Drittel der Qualifikation auf einem Playoff-Platz. «Ich selber will mich in allen Bereichen verbessern. Vor allem beim Bully und im Abschluss habe ich Luft nach oben», so Hischier, der am 4. Januar 19 Jahre alt wird.

Dass er in der NHL als Nummer-1-Draft von den Gegnern besonders hart angegangen wird, glaubt Hischier nicht. Dafür gebe es zu viele torgefährliche Spieler. «Und selbst wenn ich einen speziellen Status hätte: Du darfst dich nicht aus dem Konzept bringen lassen und musst einfach weiter dein Eishockey spielen.»

Ein Fondue für die Teamkollegen

Obwohl Hischier nun seit drei Monaten in der NHL spielt, ist aus dem Traum noch kein Alltag geworden. «In diesem Jahr ist ­alles neu für mich: die Stadien, die Spieler, die Anhänger. Das ­beeindruckt mich sehr.» Auch neben dem Eis ist der 18-Jährige, dessen älterer Bruder Luca (22) für Bern spielt, mittlerweile in Nordamerika angekommen. Er lebt in der eigenen Wohnung, in einem Gebäudekomplex, in dem viele seiner Mitspieler logieren. Zudem kriegt er oft Besuch aus der Schweiz. Einen Grossteil seiner Freizeit verbringt er mit seinen Teamkollegen. «Ich bin ein Typ, der gerne etwas unternimmt. Wir kochen oft zusammen oder gehen nach New York.» Was steht denn bei der Koch­runde der NHL-Spieler auf dem Speiseplan? «Jetzt wird es sicher bald mal Zeit für ein Fondue.»

Obwohl sich der Center ­sofort in der besten Liga der Welt zurechtgefunden hat, denkt ­Hischier nicht zu weit voraus. «Ich bin kein Typ, der sich grosse Ziele setzt oder sich eine Anzahl Punkte vornimmt.» Das sei für ihn zweitrangig. «An erster Stelle steht für mich, dass ich meinen Traum leben, mit dem Team erfolgreich spielen und mich weiterhin verbessern kann.»

Sergio Dudli

sport@luzernerzeitung.ch

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