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EISHOCKEY: Lara Stalder ist zur Teamleaderin gereift

Lara Stalder (22) fährt nächstes Jahr mit der Schweizer Nationalmannschaft an die Olympischen Spiele nach Südkorea. Die Stadtluzernerin hat bisher eine überragende Saison gespielt.

René Barmettler

rene.barmettler@luzernerzeitung.ch


Den Helm an der rechten Hand, eine Dachkappe auf dem Haupt, den Schläger fest umklammernd mit der linken Hand: Triumphierend fuhr Lara Stalder nach dem 4:1-Sieg über Tschechien am vergangenen Sonntag in Arosa über die Eisfläche und liess sich und ihr Team vom Publikum feiern. Auch Patrick Fischer, Coach des Männer-Nationalteams, liess es sich nicht nehmen, der Luzernerin zu gratulieren. Nebst der einmal mehr souveränen Torhüterin Florence Schelling war Stalder die auffälligste Spielerin dieses Olympia-Qualifikationsturniers.

Die in der amerikanischen College-Liga für Minnesota Duluth spielende Stürmerin kam in den drei Partien auf insgesamt zwölf Punkte, erzielte dabei acht Tore und krönte sich damit zur Topskorerin. Die Vorfreude, das zweite Mal in ihrer Karriere an Olympia teilzunehmen, ist natürlich sehr gross. «Die letzten Spiele in Sotschi waren bisher der Höhepunkt in meiner Karriere. Ich kann es kaum erwarten, so etwas nochmals zu erleben», sagt Stalder, die sich bereits wieder in den USA eingefunden hat.

Von Boston gedraftet, aber der Klub schweigt bisher

Lara Stalder hat sich zur Teamleaderin entwickelt und befindet sich in der Form ihres Lebens. «Ich wollte mein bestes Eishockey abrufen. Ich denke, das ist mir gut gelungen. Der Druck war gross, und wir hatten ein super Team. Wir bereiteten uns während der ganzen Saison sehr gut auf dieses Turnier vor. Mit dem Heimpublikum im Rücken war es genial, diese Qualifikation zu schaffen.» Olympiabronze 2014 in Russland hat bewirkt, dass «das Fraueneishockey nun ernster genommen wird. Mit einem als Vollprofi angestellten Headcoach hat man einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Wir hatten mehr Camps und zusätzliche Stützpunkttrainings seit Sotschi. Daniela macht einen super Job und hat uns sicherlich auf ein höheres Niveau gebracht.» Mit Daniela meint sie die Schwester von Zug-Verteidiger Rafael Diaz. Die 34-jährige Zugerin war als Spielerin 2006 in Turin selbst einmal bei Olympia dabei. «Ich bin unheimlich stolz auf dieses Team, es hat schon die ganze Saison so hart gearbeitet. Alle haben ihre Rolle zu 200 Prozent erfüllt», lobte die Teamchefin, seit Dezember 2015 Cheftrainerin, ihre Mannschaft. Vor einem knappen Jahr hatten die Schweizerinnen an der WM in Kanada nach einer 1:3-Niederlage gegen Tschechien die Viertelfinals verpasst. Sie waren deshalb in der Weltrangliste auf Platz 6 zurückgefallen und mussten nun die Qualifikation bestreiten.

An der University of Minnesota Duluth wird Lara Stalder im Mai ihr Studium abschliessen. «Retail Marketing Analytics» nennt sich ihr Studiengang, was sich mit der Forschung von Kundenwünschen umschreiben lässt. Sportlich läuft es ihr mit den «Bulldogs», dem Universitätsteam, ebenfalls hervorragend. Vor zehn Tagen wurde Stalder sogar zur Spielerin des Monats der WHCA Divison I gewählt. Eine Ehre, die zum ersten Mal überhaupt verliehen wurde. Im Januar hatte sie mit 2,67 Skorerpunkten pro Partie und einer +16-Bilanz Ligabestwerte vorzuweisen.

Ihr Plan wäre eigentlich gewesen, nach dem Studium in die Schweiz zurückzukehren. Doch die Profiliga NWHL hatte im Juni 2016 entsprechende Pläne durchkreuzt. Die Luzernerin könnte ab der Saison 2017/18 als erste Schweizerin in der noch jungen nordamerikanischen Frauenhockey-Profiliga spielen. Boston Pride hatte Stalder gedraftet, was sie damals via Twitter erfuhr. Seltsamerweise wurde sie vom Klub noch immer nicht kontaktiert. Stalder lässt sich deswegen nicht aus der Ruhe bringen. «Es sind noch ein paar Türen offen für die nächste Saison. In Schweden zu spielen, ist möglicherweise ebenfalls eine Option.»

Zunächst findet Ende März noch die Weltmeisterschaft in Plymouth (Michigan) quasi vor Stalders Haustür statt. Die Viertelfinals seien das Ziel, sagt sie. Mit einer überragenden Lara Stalder könnte vielleicht auch etwas mehr drinliegen. Noch wichtiger für Lara Stalder ist indes, dass sie nun die Mission Olympia 2018 definitiv planen kann.

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