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EISHOCKEY: «Mein Puls war noch nie so hoch»

Nico Hischier (18) erobert die grosse Hockey-Bühne: Er wird von den New Jersey Devils als die Nummer 1 des NHL-Draft gewählt. Bei einem Treffen in Bern hat er den Generalmanager des Klubs nachhaltig beeindruckt.
Klaus Zaugg, Chicago
Die drei Draft-Besten zeigen mit den Fingern an, an welcher Position sie gezogen wurden; von links: der Walliser Nico Hischier (1., New Jersey Devils), der Finne Miro Heiskanen (3., Dallas Stars) und der Kanadier Nolan Patrick (2., Philadelphia Flyers). (Bild: Dave Sandford/Getty (Chicago, 23. Juni 2017))

Die drei Draft-Besten zeigen mit den Fingern an, an welcher Position sie gezogen wurden; von links: der Walliser Nico Hischier (1., New Jersey Devils), der Finne Miro Heiskanen (3., Dallas Stars) und der Kanadier Nolan Patrick (2., Philadelphia Flyers). (Bild: Dave Sandford/Getty (Chicago, 23. Juni 2017))

Klaus Zaugg, Chicago

Monatelang ist spekuliert und gerätselt worden: Wen wird Ray Shero, der Generalmanager der New Jersey Devils, auswählen? Wen wird er zur Nummer 1 des NHL-Drafts von 2017 machen? Den Schweizer Nico Hischier oder den Kanadier Nolan Patrick?

20 000 Fans sind ins United Center, in die Arena der Chicago Blackhawks gekommen. Shero wählt Nico Hischier und ruft ihn nach vorne auf die Bühne. Ein Teenager aus Naters wird von einer Sekunde auf die andere in den Mittelpunkt des Hockey-Universums katapultiert. Ins Zentrum der nordamerikanischen Medienmaschine. Eine grössere Herausforderung neben dem Eis ist für einen jungen Hockeyspieler nicht denkbar. Nico Hischier wird von den Journalisten umringt, er hat keine Rückzugsmöglichkeit, bekommt keine Denkpause. Selbst gestandene Medienprofis können in so einer Situation überfordert sein. Zu den Besonderheiten dieser nordamerikanischen Medienkultur gehören einerseits Respekt und andererseits ganz persönliche Fragen, die in dieser Art für schweizerische Verhältnisse ungewohnt sind.

Bescheiden – und doch selbstsicher

Nico Hischier meistert diese Situation mit der ihm eigenen Coolness bravourös. Er wirkt authentisch, ist auf eine sehr sympathische Art und Weise bescheiden und doch selbstsicher. Er wird gefragt, was ihm durch den Kopf gegangen sei, als sein Name aufgerufen worden ist? «Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Ich war erst einmal sprachlos, und ich kann es immer noch fast nicht glauben. Ich war einfach glücklich. Ich habe meine Mutter umarmt, und ich glaube, sie hat ein wenig geweint. Es war ein sehr emotionaler Moment.» Er muss Auskunft geben, warum er die Hand aufs Herz legt, als er von der Bühne herunterstieg. «Ich glaube, mein Puls war noch nie so hoch.» Die Nummer 1 zu sein, bedeute ihm viel. «Es macht diesen Moment noch viel spezieller. Und dass ich ihn mit meiner ganzen Familie erleben darf, ist einfach unglaublich. Sie haben alle so viel für mich getan, und ich will ihnen noch einmal dafür danken.» In New Jersey wird er mit Verteidiger Mirco Müller einen Teamkollegen aus der Schweiz haben. Hischier hofft, nächste Saison bereits in der NHL spielen zu können. «Die NHL ist ja mein grosses Ziel. Aber ich weiss, dass ich sehr viel beweisen muss, um dieses Ziel zu erreichen.»

Was hat Manager Shero dazu bewogen, Hischier zur Nummer 1 zu machen? Ein Treffen in Bern stellte die Weichen. Shero erzählt, er sei im Frühjahr nach Bern gereist, um Hischier kennen zu lernen. «Ich nahm den Zug von Zürich nach Bern, und er kam mit der Eisenbahn von Naters. Bei der Einfahrt in den Bahnhof dachte ich: Wow, da ist aber was los, hoffentlich finde ich ihn. Aber er wusste, wo und wann ich ankomme und erwartete mich schon auf dem Bahnsteig. Ich dachte für mich: Hey, das ist richtig gut.» Bei Essen und Kaffee sassen sie fünf Stunden zusammen. Das Eis war gebrochen, der Nummer-1-Draft aufgegleist. Shero sagt, Hischier werde nun das Development Camp, das Rookie-Camp und das NHL-Camp durchlaufen. «Es ist klar, dass wir für ihn einen Platz im Team reserviert haben.» Aber ob seine Neuerwerbung gleich in der NHL zum Einsatz kommt oder noch eine Saison bei den Junioren oder beim SCB spielt, kann er jetzt noch nicht sagen. Er nimmt auch gleich Druck weg. «Wir kündigen Nico nicht als den nächsten Connor McDavid oder Auston Matthews an. Das sind nicht unsere Erwartungen. Aber er wird unsere Organisation auf eine positive Art und Weise verändern.» Wie wichtig Hischier für die Devils ist, mag eine Episode zeigen: Gestern ist er zusammen mit seiner Familie im Privatjet nach New Jersey geflogen worden. Um seinen neuen Arbeitsplatz kennen zu lernen.

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