EISHOCKEY: Mike Babcock: «Ich habe Todesangst»

Vor Damien Brunners heutiger NHL-Premiere in St. Louis spricht sein Coach Mike Babcock über ihn und Doug Shedden. Und er verrät, warum er wie ein Baby schläft.

Nicola Berger, Detroit
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Mike Babcock. (Bild: ap)

Mike Babcock. (Bild: ap)

Mike Babcock (49) gilt als einer der besten Trainer der Welt. Er schaffte es als weltweit erster Coach in den «Triple Gold Club», indem er den Stanley Cup (2008) gewann, Olympiasieger wurde (2010) und die WM gewann (2004). Der Kanadier steht bei Detroit in seiner achten Saison.

 

Mike Babcock, sind Sie vor dem Saisonstart nervös?

Mike Babcock: Ja, ich habe jedes Jahr Todesangst, weil ich nicht weiss, wie gut wir sein werden.

Also schlafen Sie schlecht?

Babcock: Nein, ich schlafe wie ein Baby. Wirklich ganz wunderbar. Aber nervös bin ich, keine Frage. Und damit bin ich in den letzten Jahren gut gefahren.

Wie gross sind die Unterschiede in der Saisonvorbereitung durch die Lockout-Saison?

Babcock: Gewaltig. Wir machen das, was wir sonst in fünf Wochen machen, in fünf Tagen. Alles geschieht im Schnelldurchlauf.

Wie können Sie da wissen, dass es funktioniert?

Babcock: Weiss ich nicht. Darum bin ich ja nervös.

Was halten Sie von Damien Brunner?

Babcock: Ein guter Spieler!

Er beginnt neben Dazjuk und Zetterberg. Man könnte sagen, die Red Wings rollen den roten Teppich aus.

Babcock: Was heisst hier roter Teppich? Er hat sich diese Ausgangslage erarbeitet. So viel ich weiss, war er in der Schweiz zuletzt der beste Skorer. Und das Jahr zuvor auch.

Das stimmt.

Babcock: Sehen Sie.

Wäre es für ihn schwieriger, würde ein normales Trainingscamp mit mehr Spielern abgehalten?

Babcock: Das bezweifle ich. Wir haben keine besseren Spieler als jene, die hier sind.

Wie haben Sie es geschafft, Brunner vom Wechsel nach Detroit zu überzeugen?

Babcock: Ich habe ein paar Mal mit ihm gesprochen, ihm Perspektiven aufgezeigt. Ich bin froh, dass wir ihn hier haben.

Und warum wollten Sie ihn unbedingt?

Babcock: Ich habe ihn an der WM in Helsinki gesehen und habe mir wegen ihm jedes Training der Schweiz angesehen. Ich habe auch mit Doug Shedden und Andy Murray über ihn gesprochen. Da habe ich Ken Holland (den General Manager, die Red.) angerufen und ihm gesagt: Den will ich.

Inwiefern ist er für die Red Wings ein Gewinn?

Babcock: Sehen Sie, unsere besten vier Stürmer Dazjuk, Zetterberg, Filppula und Franzen sind allesamt Linksschützen und hervorragende Defensivstürmer. Brunner ist Rechtsschütze, und wir wissen noch nicht genau, wie gut er gegen hinten arbeitet. Aber die Präsenz der anderen Akteure eröffnet ihm gewisse Freiheiten.

Wie viel Zeit erhält er, um sich durchzusetzen?

Babcock: So viel, wie er braucht.

Was für ein Verhältnis haben Sie zu Doug Shedden?

Babcock: Ich bin Kanadier, er ist Kanadier. Wir kommen zurecht.

Mit welchen Erwartungen reisen Sie zum ersten Spiel nach St. Louis?

Babcock: Na ja, der Sender ESPN glaubt, dass sie den Titel holen. Also sollten wir besser bereit sein. Aber wissen Sie was: Ich mag die Qualität meiner Mannschaft.