Eishockey-News: Kein Millionengoalie für Bern

News aus der Schweizer Eishockey-Welt: Die Torhüterkrise beim Meister bleibt ungelöst.

Klaus Zaugg
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Cory Schneider bleibt in Nordamerika. (Bild: Jason Franson/The Canadian Press)

Cory Schneider bleibt in Nordamerika. (Bild: Jason Franson/The Canadian Press)

Rapperswil-Jona Lakers: Wenn weniger mehr ist

Warum sind die Lakers so viel besser als letzte Saison? Es gibt eine kaum beachtete, aber interessante Statistik, die hilft zu verstehen, warum die Lakers nach 23 Runden exakt auf Augenhöhe mit Meister Bern stehen – gleich viele Punkte (25) und mit 61:78 fast das gleiche Torverhältnis wie der SCB (61:77). Die Steigerung gegenüber dem Vorjahr – 13 Punkte, 36:79 Tore – ist jedenfalls erstaunlich. Ein Grund: Ganz offensichtlich verwalten die Lakers ihre Kräfte besser als die Konkurrenz. Sie sind die Einzigen, die bisher nicht einem einzigen Spieler pro Partie mehr als 20 Minuten Eiszeit zugemutet haben, und nur zwei haben etwas mehr als 19 Minuten «Arbeitszeit» pro Partie. Berns Trainer Kari Jalonen steht im Ruf, seine Stars zu stark «auszuquetschen». Eine Polemik, die sich statistisch durchaus erhärten lässt: Acht Spieler mit mehr als 19 Minuten Eiszeit.

Kloten – Marco Truttmann bis Ende Jahr

Seit die Oltner ihren besten Schweizer Skorer Marco Truttmann vor die Kabinentüre gestellt und seinen Ende Saison auslaufenden Vertrag vorzeitig aufgelöst haben, ist im Kleinholz Ruhe eingekehrt. Aber es sind nicht immer die schlechtesten Früchte, woran die Wespen ­nagen: Klotens Sportchef Felix Hollenstein hat viel Freude am verstossenen Oltner: «Ein guter Junge. Wir sind sehr zufrieden.» Weil er misstrauisch war, hatte er den Stürmer nur bis Ende November verpflichtet. Nun hat er ihm einen Vertrag bis Saison­ende offeriert. Doch Truttmann hat abgelehnt und vorerst nur bis Ende Dezember verlängert.

Keine Begeisterung für Langenthals Meistergoalie

Langenthal sind gleich beide Torhüter abhanden gekommen: Philip Wüthrich kehrt Ende Saison zum SCB zurück und Connor Hughes wird nächste Saison die Nummer zwei bei Gottéron. Kehrt Marco Mathis, der Meistergoalie von 2017, zurück? Er war wegen einer Gehirnerschütterung nicht fit und hat für diese Saison in Langenthal keinen Vertrag mehr bekommen. Nun hat er sich bei La Chaux-de-Fonds zurückgekämpft – und kann nach Langenthal heimkehren. Sportchef Kevin Schläpfers Begeisterung über diese Idee hält sich allerdings in Grenzen.

Cory Schneider wechselt nicht nach Bern

Eine der Ursachen für die Krise beim Meister: «Lottergoalies». Weder Niklas Schlegel noch Pascal Caminada können Leonardo Genoni ersetzen. Kein Wunder, zirkulieren die wildesten Gerüchte über mögliche neue Goalies. Der «Blick» hat mit Cory Schneider gar einen NHL-Titanen mit sechs Millionen Dollar Jahresgehalt ins Spiel gebracht. Der schweizerisch-amerikanische Doppelbürger mit Vertrag bis 2022 ist in New Jersey ins Farmteam verbannt worden. Sein Agent Mike Liut stellt jedoch klar, dass diese Gerüchte jeglicher Grundlage entbehren. Aus einfachem Grund: Der Vertrag kann während der Saison gar nicht aufgelöst werden.

Langnaus Sportchef transferiert nicht mehr

Für die Sportchefs gilt inzwischen: Ich transferiere ständig, also bin ich. Bis Anfang der 1990er-Jahre waren Transfers nur während der sogenannten «Transferperiode» im Mai erlaubt, wer sich ausserhalb dieser Zeit beim Transferieren erwischen liess, riskierte hohe Bussen. Heute wird ständig fleissig transferiert, ausser vielleicht im Mai. Eine Ausnahme macht Langnaus Sportchef Marco Bayer. Er sagt: «Wir machen diese Saison keine Schweizer Transfers mehr.» Mit Ausnahme von zwei Ausländerpositionen.