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EISHOCKEY: SCB wird Opfer des eigenen Erfolgs

Der SC Bern ist wie der EV Zug an den ZSC Lions gescheitert. Die Berner dürften aber auch in Zukunft zu stark sein für den EVZ. Sie können die Korrekturen mit der Nagelfeile vornehmen. In Zug wäre womöglich ein gröberes Werkzeug hilfreich.
Klaus Zaugg
Geknickte Berner nach der entscheidenden Niederlage im Playoff-Halbfinal gegen die ZSC Lions. Bild: Vedi Galijas/Freshfocus (Zürich, 7. April 2018) (Bild: Vedi Galijas/Freshfocus (Zürich, 7. April 2018))

Geknickte Berner nach der entscheidenden Niederlage im Playoff-Halbfinal gegen die ZSC Lions. Bild: Vedi Galijas/Freshfocus (Zürich, 7. April 2018) (Bild: Vedi Galijas/Freshfocus (Zürich, 7. April 2018))

Klaus Zaugg

sport@luzernerzeitung.ch

Der SC Bern ist ja gar nicht so unbesiegbar, wie es den Zugern vor einem Jahr nach der schmerz­lichen Finalniederlage vorkam. Und ausgerechnet die ZSC Lions haben den Meister entthront. An diesen ZSC Lions ist Zug im Viertelfinal gescheitert – ärgerlich gescheitert. Selbst ein nüchterner, neutraler Beobachter denkt: Wenn die Zuger im Viertelfinal eigentlich gut genug waren, um die ZSC Lions zu bodigen, dann wären sie doch auch gut genug gewesen, den SCB zu bezwingen. Also eigentlich gut genug, um Meister zu werden. Oder?

Nein, so ist es nicht. Die ZSC Lions waren im Halbfinal eine Nummer grösser als zuvor gegen Zug. Im Viertelfinal hatten sie sich noch in einer stürmischen Findungsphase befunden. Noch war jeder Ausgang möglich. Scheitern und Triumph. Sie brauchten viel, viel Glück, um mit dem ersten Sieg im zweiten Spiel Selbstvertrauen und Identität zu finden. Erst der Triumph über Zug hat ihre Zuversicht und ihre Stilsicherheit gefestigt. Erst jetzt war es möglich, einen SCB im Halbfinal zu besiegen, der mindestens so gut war wie im Vorjahr im Final gegen Zug.

Zu viele Siege, zu gute Zeiten

Das vorzeitige Saisonende hat in Bern keine Folgen. Trainer Kari Jalonen (mit Vertrag bis 2020) ist in seinem Amt sowieso unbestritten. Die Transfers sind gemacht. Aber die Frage bleibt: Warum ist der SC Bern gescheitert? Hat die Mannschaft am Ende gar ihren Zenit überschritten? Kommen die Berner nun in Reichweite der Zuger?

Nein. Der SCB wird auch nächste und übernächste Saison wieder ein Titelanwärter sein. Und für den EV Zug wohl weiterhin zu stark. Bern ist letztlich auch das Opfer des eigenen Erfolgs geworden. Zu viele Siege. Zu gute Zeiten. Vom deutschen Dichter Wilhelm Müller stammt der Spruch: «Nichts ist dem Menschen schwerer zu tragen als eine Last von guten Tagen.» Hat der SCB in den letzten zwei Jahren zu viele Spiele gewonnen? Trainer Jalonen sagt, das könnte einer der Gründe für das Scheitern sein. Es sei nicht einfach, im Erfolg demütig zu bleiben. «Nachladen» nach Meisterfeiern ist eine der grössten Herausforderungen für die Trainer. Deshalb ist es so schwierig, Titel zu verteidigen.

Die Zuger und die Berner sind an einem Gegner gescheitert, der sich auf einer Mission befindet. Zweimal hintereinander waren die ZSC Lions in den Viertelfinals gescheitert. In der Qualifikation erreichten sie diese Saison bloss den 7. Platz und mussten zudem einen Trainerwechsel vornehmen. Die «Mission Wiedergutmachung» hat bei den Zürchern die Energien freigesetzt, die sie erst zum Sieg über den EVZ und nun zum Triumph über den SCB getragen haben. Und die sogar zum Titelgewinn reichen können. Die Situation der ZSC Lions ist vergleichbar mit jener der Berner, die 2016 den Titel vom 8. Platz aus geholt haben.

SCB-Trainer wird noch fordernder sein

Dass sich Spieler mit dieser Ausgangslage in einem ausgeglichenen Halbfinal gegen Spieler durchsetzen, die zwei Jahre lang nie mehr ein ernsthaftes Problem hatten, ist logisch. Der SC Bern ist nicht nur an der Summe der eigenen Fehler gescheitert. Der SCB ist vor allem an der Summe der Stärken des Gegners zerbrochen.

Beim SC Bern muss und wird sich nichts ändern. Ein paar Wechsel auf den Ausländerpositionen und ein paar Schweizer Transfers haben wenig Auswirkungen auf das Leistungsvermögen. Trainer Jalonen wird nun in akribischer Detailarbeit das SCB-Spiel in alle Einzelteile zerlegen, wieder zusammenbauen und da und dort ein «Finetuning» vornehmen. Er wird künftig die Schraube noch ein bisschen mehr anziehen. Er wird noch fordernder, noch konsequenter sein.

Der SCB hat eine gute Leistungskultur. Die Korrekturen können mit der Nagelfeile vorgenommen werden, es braucht nicht den Vorschlaghammer. Kein Schelm, wer nun denkt: Aber in Zug wäre es womöglich hilfreich, bei der Aufarbeitung der Saison die Nagelfeile mit einem gröberen Werkzeug zu tauschen.

Programm

Playoffs. Final (best of 7). Erstes Spiel. Donnerstag, 20.15 Uhr: Lugano – ZSC Lions.

Ligaqualifikation (best of 7). Erstes Spiel. Donnerstag, 20.15 Uhr: Kloten – Rapperswil-Jona Lakers.

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