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EISHOCKEY: Sie macht Eishockeyspielern Beine

Als Eiskunstläuferin standen Sprünge und Pirouetten an der Tagesordnung. Heute trimmt Angela Thomasius (29) die Eishockeyspieler des EHC Engelberg beim Powerskating-Training auf Vordermann.
Fühlt sich auch in Eishockeyschuhen wohl: die 29-jährige Angela Thomasius. (Bild: Andrea Hurschler)

Fühlt sich auch in Eishockeyschuhen wohl: die 29-jährige Angela Thomasius. (Bild: Andrea Hurschler)

Wenn Angela Thomasius Lektionen in der Schlittschuhtechnik vorzeigt, sieht alles einfach und federleicht aus. Versuchen die Spieler des EHC Engelberg ihre Übungen nachzumachen, stellt man als Zuschauer schnell fest: Auch für gestandene Cracks ist das Training im Powerskating eine echte Herausforderung.

Bei den Nachwuchsteams des EHC Engelberg ist Thomasius schon seit mehreren Jahren als Powerskating-Trainerin tätig. Seit dieser Saison gibt sie ihr Wissen auch der ersten Mannschaft weiter. «Wir stellten fest, dass es schlittschuhläuferisch etwas zu optimieren gibt», sagt Bruno Hofstetter, der Trainer des Drittligateams des EHC Engelberg. Anfang Saison stand Thomasius einmal pro Woche mit den Männern auf dem Eis, während der Meisterschaft sind es nur noch vereinzelt eingestreute Trainings.

Doch wie kommt eine ehemalige Eiskunstläuferin zum Eishockey? Angefangen hatte alles in Davos, wo Angela Thomasius aufgewachsen ist. Dort kam sie mit dem HC Davos in Kontakt, absolvierte mit den Eishockeyanern gar das Konditionstraining. Als Teenager begann sie bei den Jüngsten, den Bambini und Piccolo, später mit den Novizen mit dem Training im Powerskating. Und als die Trainerin des NLA-Frauenteams ausfiel, sprang wiederum Thomasius ein.

Das harte Training wird geschätzt

Und so stand sie 2004 – es war die Saison des NHL-Lockouts – als 17-Jährige vor Cracks wie Rick Nash oder Joe Thornton. «Da die NHL-Spieler mit Powerskating viel besser vertraut waren als die Schweizer, zeigten sie sich mir gegenüber äusserst offen», erzählt Thomasius. Sie konnte auch viel von den NHL-Stars profitieren. Zudem fand sie zu dieser Zeit auch viele Kontakt zu Trainern, die ihr im Powerskating viel Wissen vermitteln konnten.

Zurück nach Engelberg: Hier lebt und arbeitet Angela Thomasius seit 2012 als Primarlehrerin. Sie kam durch ihre Schüler zum EHC Engelberg-Titlis und baute das Engagement als Power­skating-Trainerin in der Folge stetig aus. Wenn die 29-Jährige ein Training besucht, geht zwar hin und wieder ein Raunen durch das Team. «Die Spieler müssen bei meinen Trainings ihre Komfortzone verlassen», sagt Thomasius. Und das sei nicht immer einfach. «Übungen wie das Hüpfen auf einem Bein brauchen Überwindung, das Fahren mit einem Fallschirm am Rücken hingegen besonders viel Kraft. Doch alle Übungen haben ein Ziel: Die Spieler sollen beweglicher werden, stabiler auf den Schlittschuhen stehen und damit schneller am Puck sein als der Gegner», erklärt Angela Thomasius.

Als Frau in einer Männerdomäne akzeptiert

«Die Spieler haben den Nutzen dieser Trainings verstanden. Die Spieler fragen sogar danach, ob das Powerskating wieder vermehrt eingebaut werden könnte», sagt Teamchef Hofstetter. Dass das Powerskating schlittschuhtechnisch Früchte trägt, ­bestätigt auch Spieler Manuel Kessler. «Ich bringe die Kraft aus den Beinen besser auf das Eis. Zudem bin ich beweglicher und stehe viel stabiler auf dem Eis.»

Das Powerskating wird ernst genommen, die Notwendigkeit erkannt. Thomasius bewegt sich als Frau in einer Männerdomäne. «Ich bin akzeptiert», sagt die 29-Jährige. Das mag auch daran liegen, dass Thomasius als Trainerin alle Übungen perfekt vorzeigen kann und nicht von der Bande aus dirigiert und korrigiert. Um authentisch zu wirken, trägt auch Thomasius Hockeyschuhe. Bleibt nur noch die Frage: Warum zieht die gebürtige Davoserin nicht die gesamte Ausrüstung über und spielt beim Engelberger Frauenteam mit? «Aus gesundheitlichen Gründen ist das keine Option», sagt Thomasius, «mein Rücken lässt diese Belastung nicht zu.»

So profitieren auch in Zukunft vom Bambino bis zum Drittligisten alle von den Powerskating-Trainings der Angela Thomasius.

Andrea Hurschler

regionalsport@luzernerzeitung.ch

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