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EISHOCKEY: Sisiger hat sich den Traum vom Profileben erfüllt

Der Sisiger Oliver Achermann hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Er hat in Schweden und Österreich Erfahrungen sammeln können und fühlt sich jetzt beim EHC Visp bestens aufgehoben.
Der Sisiger Eishockeyspieler Oliver Achermann (links) läuft seit Saisonbeginn im Dress des EHC Visp auf. (Bild: Stefan Lorenz (Visp, 17. Oktober 2017))

Der Sisiger Eishockeyspieler Oliver Achermann (links) läuft seit Saisonbeginn im Dress des EHC Visp auf. (Bild: Stefan Lorenz (Visp, 17. Oktober 2017))

Philipp Zurfluh

philipp.zurfluh@urnerzeitung.ch

Das Wochenprogramm ist gedrängt, viele Verschnaufpausen gibt es nicht. Neben zwei bis drei Spielen pro Woche stehen auch rund zwölf Trainingseinheiten auf dem Plan. Unsere Zeitung erreicht ihn telefonisch, als er gerade mal eine ruhige Minute hat. «Mir bleibt nicht viel Freizeit, darum geniesse ich diese umso mehr.» In der Sommerpause, wenn die Eishockeysaison Pause macht, geht er gerne klettern in den Bergen und geniesst mit Freunden die Natur – ein idealer Ausgleich zum intensiven Alltag als Profisportler.

Oliver Achermann scheint bereits früh in seinem Leben zu wissen, was er will. Noch nicht mal im Kindergartenalter wagt er mit Schlittschuhen und Hockeystock auf dem Eisfeld erste Gehversuche. «Mein Vater hat mich jeweils zu den Spielen des EHC Seewen mitgenommen», mag sich der bodenständige Sisiger erinnern. «Von da brachte mich fast nichts mehr vom Eis, und für mich war klar: Ich will Eishockey-Profi werden.» So nimmt Achermanns Karriere seinen Lauf.

Doppelte Staatsbürgerschaft kommt ihm zugute

Nachdem Achermann das Sportgymnasium in Davos absolviert, sucht er eine neue Herausforderung. Diese findet er im hohen Norden in Schweden in der Stadt Haparanda. Während eines Jahres darf er dort in der höchsten Juniorenliga sein Können unter Beweis stellen. «Die Zeit in Schweden hat mich sehr geprägt», erinnert sich Achermann. «Die Tage im Winter waren kalt und kurz. Das erste Mal in meinem Leben war ich völlig auf mich alleine gestellt.» Auf sportlicher Ebene kann der 24-Jährige einen grossen Schritt nach vorne machen. «Schlittschuhläuferisch und taktisch habe ich viel gelernt.»

Nach dem Ende des Vertrags lautet die Frage: wie weiter? «Mit meinem Berater prüften wir diverse Optionen.» Ein Verbleib in Schweden, ein Wechsel in ein anderes Land, wie auch eine Rückkehr in die Schweiz stehen zur Auswahl. Die Wahl fällt auf Österreich: Seine doppelte Staatsbürgerschaft spielt dabei eine wichtige Rolle. «In der österreichischen Liga zähle ich nicht als Ausländer und belastete deswegen nicht das Kontingent.»

Vertrag verlängert bei den Wallisern

Der 1,95 Meter grosse Athlet hat drei Jahre bei Dornbirn in der höchsten Eishockeyliga gespielt. «Im Vergleich zu Schweden wird in Österreich körperbetonter gespielt. Auf taktische Aspekte wird weniger Wert gelegt.» Nach drei Jahren in Österreich schauen sich Achermann und sein Berater nach einem neuen Verein um. «Die finanziellen Vorstellungen zwischen Dornbirn und mir lagen zu weit auseinander.» Es kommt zu keiner Einigung, und Achermann musste sich nach einem neuen Klub umsehen. Zur selben Zeit sucht der EHC Visp einen Spieler auf der Center-Position. «Sie wollten mich haben, und ich habe ziemlich schnell zugesagt, da ich das Vertrauen und Wohlwollen des Vereins spürte, das mir entgegengebracht wurde.» Seit gut einem halben Jahr spielt der 24-Jährige für den Walliser Eishockeyklub und fühlt sich bestens aufgehoben. So gut, dass er seinen Ende Saison auslaufenden Vertrag verlängert: «Der Zusammenhalt im Team ist sehr gut. Alle ziehen an einem Strang.»

Achermann spürt das Vertrauen des Trainers. «Das ist das Wichtigste.» Der Trainer des EHC Visp, Matti Alatalo, hat viel Lob für seinen Schützling übrig: «Er arbeitet sehr professionell, und auch neben dem Spielfeld ist auf ihn Verlass. Oliver passt gut ins Mannschaftsgefüge und ist beliebt innerhalb der Mannschaft.» Als Stärke bezeichnet der Trainer die Cleverness sowie die Spielübersicht des Stürmers: «Er hat das Auge für den Mitspieler.» Alatalo weiss aber auch, in welchen Bereichen der Urner noch das grösste Verbesserungspotenzial hat. «Er muss physisch weiter an sich arbeiten, schneller werden und sich schlittschuhtechnisch verbessern.» Er dürfe noch etwas torhungriger sein und mehr den Abschluss suchen.

Die bisherige Saison läuft noch nicht nach dem Gusto der Walliser. Der derzeitige siebte Tabellenrang liegt unter den Ansprüchen. «Es braucht noch eine Steigerung», meint der Sisiger. Auch mit seiner persönlichen Leistung und der Ausbeute an Skorerpunkten ist er nicht ganz zufrieden. Der Center ist mit 24 Punkten Viertbester seines Teams. «Ich habe noch viel Luft nach oben. Ziel ist es, in den Playoffs in Topform zu sein.»

Nebenbei studiert er Rechtswissenschaften

Um auch für die Zukunft nach dem Leben als Eishockeyprofi gerüstet zu sein, macht er derzeit ein Fernstudium in Rechtswissenschaften bei der Fernuniversität Schweiz. Obwohl der Center «nur» in der Suisse League spielt – ist er glücklich in Visp. «Ich darf mein Hobby als Beruf ausführen. Für mich gibt es nichts Schöneres.» Achermann hat ein klares Ziel vor Augen: die National League, die beste Liga in der Schweiz. «Ich will weiter hart an mir arbeiten und hoffe, dass ich mich mal mit den besten Spielern der Schweiz duellieren kann.» Mit seinem gesunden Ehrgeiz aber bodenständigen Art ist ihm das zuzutrauen.

Hinweis
Die «Urner Zeitung» porträtiert in Rahmen einer Serie Urner Nachwuchshoffnungen im Sport, die den Sprung an die Spitze schaffen wollen. Bislang wurden Mountainbiker Fabio Püntener, Rollhockeyspieler Remo Schuler, Tennisspieler Jan Jauch, Unihockeyspieler Linus Arnold, Handballer Pascal Aschwanden, OL-Läuferin Deborah Stadler, Skirennfahrerin Leoni Zopp und Karatekämpferin Alessia Lao näher vorgestellt.

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