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EISHOCKEY: Staerkle: «Ich registriere viel Goodwill»

Heute endet die Saison des EV Zug. Präsident Roland Staerkle blickt zurück auf ein verkorkstes Jahr. Im Interview spricht er über die Finanzlage, Ex-Trainer Doug Shedden – und den nächsten EVZ-Coach.
Interview Nicola Berger
EVZ-Präsident Roland Staerkle macht bei sich auch nach acht Jahren noch keine Abnützungserscheinungen aus. (Bild Werner Schelbert)

EVZ-Präsident Roland Staerkle macht bei sich auch nach acht Jahren noch keine Abnützungserscheinungen aus. (Bild Werner Schelbert)

Seit 2006 firmiert der Unternehmer Roland Staerkle (53) im EV Zug als Präsident. In seiner achten Saison erlebte Staerkle heuer ein Novum: Mit Douglas Arthur Shedden (53) musste er erstmals einen Trainer entlassen. In der sportlich schlechtesten Kampagne der letzten Dekade war die Freistellung des Eishockeylehrers für Staerkle nicht die einzige unangenehme Erfahrung. Vor dem finalen Saisonspiel beim entthronten Meister Bern zieht der Klubboss seine Saisonbilanz.

Roland Staerkle, was war für Sie in der schlechten EVZ-Saison 2013/14 die grösste Enttäuschung?

Roland Staerkle: Einerseits der Umstand, dass fast keiner unserer Spieler den Erwartungen gerecht geworden ist. Und dann auch die ungenügenden Leistungen zwischen Oktober und Dezember. Wir versuchten, Mannschaft und Trainer mit zusätzlichen Anstrengungen und Transfers zu unterstützen, fanden den Tritt aber trotzdem nicht. Das war schon frustrierend.

Schon damals gab es Kreise, welche die Ablösung von Trainer Shedden forderten. Warum sind Sie hart geblieben?

Staerkle: Shedden hat für den EV Zug sehr gute Arbeit geleistet. Wir standen fünf Mal in Serie im Halbfinal. Den nächsten Trainer, dem das gelingt, möchte ich erst noch sehen. Ich habe an Shedden geglaubt. Zumal ein Trainerwechsel keine Garantie für Erfolg ist. Der SC Bern ist in dieser Saison dafür das beste Beispiel.

Zu welchem Zeitpunkt sind Sie von Shedden abgerückt?

Staerkle: Wir kamen einfach zum Schluss, dass ein Wechsel für alle Seiten die beste Lösung ist. Wenn ich Doug in den letzten Monaten an der Bande beobachtet habe, war ich auch nicht mehr sicher, ob er bei uns noch glücklich war. Seine Körpersprache hat sich verändert. Ich meine: Er hat auf jeden Fall alles gegeben. Aber nach sechs Jahren sind gewisse Abnützungserscheinungen normal.

Sie fungieren seit bald acht Jahren als Präsident. Wie steht es bei Ihnen mit den Abnützungserscheinungen?

Staerkle: Da müssen Sie sich keine Sorgen machen. Ich bin dem EVZ schon sehr lange verbunden, an dieser Leidenschaft ändert sich nichts.

Sie waren schon beim Titelgewinn von 1998 im Verwaltungsrat. Träumen Sie noch immer davon, als Präsident mit einer Meisterschaft abtreten zu können?

Staerkle: Natürlich, diesen Traum habe ich unverändert.

Die Chancen auf die Erfüllung steigen. Sie investieren im Hinblick auf die kommende Saison viel Geld in die Nationalspieler Stephan, Grossmann und Bürgler. Sehen wir 2014/15 den teuersten EVZ aller Zeiten?

Staerkle: Nein, vor zwei Jahren hat die Mannschaft mehr gekostet.

Wirklich?

Staerkle: Ja. Natürlich kosten die drei von Ihnen genannten Spieler etwas. Aber wir füllen den Kader ja auch immer wieder mit jungen Akteuren auf, die sich auf einem anderen Lohnniveau bewegen.

Wie viel Geld steht für die Ausländer zur Verfügung?

Staerkle: Ich nenne keine Zahlen. Man kann davon ausgehen, dass wir eine ähnliche Summe ausgeben werden wie dieses Jahr. Vielleicht etwas mehr.

Bei den Schweizer Top-Spielern dreht sich die Lohnspirale unaufhörlich nach oben. Wie begegnen Sie dem Problem?

Staerkle: Da sind uns die Hände gebunden, das Problem ist grundsätzlicher Natur. Wir werden in der Schweiz gerade Opfer unseres eigenen Erfolgs. Weil es immer mehr Akteure nach Nordamerika zieht, gibt es nicht mehr genug Stars für zwölf Mannschaften. Wer hier bleibt, kann entsprechend viel Geld verlangen. Gerade in der Verteidigung werden Spitzenkräfte immer teurer. Zieht man nicht mit, ist man nicht konkurrenzfähig. Dann müssten wir die Ziele revidieren.

Der EVZ investiert – und wird das laufende Geschäftsjahr gleichzeitig mit einem Verlust abschliessen. Wie steht der Klub finanziell da?

Staerkle: Wir haben immer seriös gewirtschaftet und können jetzt von den Erträgen aus besseren Zeiten zehren. Der EVZ ist gut aufgestellt.

Könnte man auch ein erneutes Verpassen des Playoffs verkraften?

Staerkle: Ich hoffe sehr, dass wir sportlich wieder auf die Beine finden und es ins Playoff schaffen. Aber theoretisch könnten wir das, ja.

Gibt es Möglichkeiten, weitere Einkünfte zu generieren? Events in der Bossard-Arena sind derzeit Fehlanzeige.

Staerkle: Die neuen und mit rund einer Million Franken fremdfinanzierten LED-Banden bieten uns interessante Vermarktungsmöglichkeiten. Bezüglich den Events kann ich nur sagen: Wir sind dran. Es gibt gewisse Vorschriften, an die wir uns halten müssen. Beispielsweise werden wir eine neue Brandschutzanlage einbauen. Danach wird vieles leichter.

Wie steht es mit den Polizeikosten?

Staerkle: Wir haben in dieser Saison null Franken bezahlt.

Also hat sich die restriktive Sicherheitspolitik für den Klub gelohnt?

Staerkle: Wir merken natürlich schon, dass weniger Gästefans den Weg nach Zug finden. Aber wir konnten die Sicherheitskosten deutlich reduzieren, darum: Ja, auf jeden Fall.

Wie steht es um das Image des EVZ? Haben die schlechten Resultate am Lack gekratzt?

Staerkle: Diesen Eindruck habe ich nicht. Ich registriere dem Verein gegenüber weiterhin viel Goodwill – egal ob von Fans, Sponsoren oder Gönnern.

Sind Sie nach all dem Ärger froh, dass die Saison zu Ende geht?

Staerkle: Schon, ja. Ich war erleichtert, als wir uns am letzten Samstag mit dem Sieg in Biel den Klassenerhalt sicherten. Und auch der Mannschaft fiel eine grosse Last von den Schultern. Für mich war das eine spezielle Situation. Am letzten Ostermontag waren in der Garderobe noch Tränen geflossen, weil wir im siebten Spiel gegen Bern den Finaleinzug verpasst hatten. Es war eine ungewöhnliche Erfahrung, diese Extreme innerhalb von nur elf Monaten zu erleben.

Zum Aktuellen: Wie geht es in der Trainersuche voran? Wann unterschreibt Harold Kreis?

Staerkle: Wir hoffen, den neuen Trainer nächste Woche präsentieren zu können.

Ist es richtig, dass Kreis einen Zweijahresvertrag erhalten wird?

Staerkle: Ich kann das weder bestätigen, noch dementieren. Richtig ist, dass wir den neuen Coach über zwei Jahre an uns binden möchten. Und korrekt ist auch, dass Harold Kreis unser Spitzenkandidat ist. Aber so lange der Vertrag nicht unterschrieben ist, können wir nichts bestätigen.

Immonen setzt zunächst auf Goalie Tobler

Letztes Spiel nbe. Am Montag unterzeichnete Gianluca Hauser (19) seinen ersten Profivertrag: 2014/15 ist er im EVZ hinter Tobias Stephan als Nummer-2-Torhüter eingeplant.
Seither hat Hauser in weniger als einer Woche aufgezeigt bekommen, wie schwierig das Dasein für Goalietalente im EVZ sein kann. Bereits am Dienstag gegen Biel wurde ihm Michael Tobler (28) vorgezogen, obwohl es für den EVZ um nichts mehr geht und die Leihgabe aus Olten in den Zukunftsplänen keinerlei Rolle spielt. Interimscoach Waltteri Immonen begründete den Entscheid damit, dass er gegenüber Tobler ein Versprechen einzuhalten habe. Man kann verstehen, dass der Finne sein Wort nicht brechen wollte, irritierend ist nun jedoch, dass Tobler auch heute in Bern im Tor stehen wird. Immonen sagt: «Er hat sich den Einsatz mit seinen Leistungen verdient.»
Hauser, am Donnerstag beim 4:3 über die Lakers siegreich, soll erst zur Spielmitte eingewechselt werden – sofern Tobler bis da nicht unbezwungen geblieben ist. Für den EVZ, der sich ja gerne jugendfreundlich und zukunftsgewandt gibt, ist das ein erstaunliches Vorgehen.
Gegenüber dem Lakers-Spiel wird Immonen sein Team ansonsten wohl bloss auf einer Position verändern: Anstelle von Corsin Casutt (29) soll Björn Christen (33) stürmen, der sich am Dienstag einem erneuten Eingriff am Fuss unterziehen wird. Geregelt ist derweil die Zukunft von Cédric Schneuwly (21). Der ehemalige EVZ-Center unterschrieb in Olten einen Dreijahresvertrag.

NLA, Abstiegsrunde. 6. und letzte Runde. Heute, 19.45: Bern - Zug, Rapperswil - Biel.

NLA, Playoff-Viertelfinals (best of 7). Heute, 20.15: Lausanne - ZSC Lions (RTS 2); Stand 2:3. Davos - Kloten (SRF 2); 2:3. – Fribourg und Servette bereits im Halbfinal.

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