Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

EISHOCKEY: Van Pottelberghes Umwege in die NHL

Am Donnerstag beginnt in Zug und Luzern die U-18-WM. Der Lokalmatador Joren van Pottelberghe will mit der Schweiz hoch hinaus – und sich für die NHL aufdrängen.
Nicola Berger
Ihm wird eine Karriere in der NHL vorausgesagt: Das Zuger Goalietalent Joren van Pottelberghe posiert in Engelberg. (Bild Nadia Schärli)

Ihm wird eine Karriere in der NHL vorausgesagt: Das Zuger Goalietalent Joren van Pottelberghe posiert in Engelberg. (Bild Nadia Schärli)

Zug ist für vieles bekannt: für die Lebensqualität, den Finanzplatz, die Kirschtorte. Aber nicht traditionell dafür, im Überfluss Eishockeytorhüter von Format hervorzubringen. Seit der heute im Hintergrund als Spieleragent wirbelnde Rolf Simmen (54) im Jahr 1994 seinen Rücktritt bekannt gab, produzierte der EV Zug fast 20 Jahre keinen NLA-Stammkeeper mehr. Erst Sandro Zurkirchen (25) beendete die Durststrecke, als er sich 2012 im HC Ambri zur Nummer 1 aufschwang.

Als Goalie mit Zuger Provenienz hat man es also schon einmal schwer genug, an die Spitze zu gelangen, aber Joren Van Pottelberghe (17) hat darüber hinaus auch noch belgisches Blut (und einen entsprechenden Pass). Belgien verfügt zwar über ein Nationalteam, aber es liegt nur auf Platz 36 der Weltrangliste, hinter Estland, Island und Mexiko, wie das Internet weiss.

So gesehen war es vielleicht ein Glücksfall, dass sich Van Pottelberghes Eltern, beides Physiotherapeuten, einst entschieden, in die Schweiz überzusiedeln, genauer nach Zug. Dort packte den Sprössling das Eishockeyfieber schnell, er verehrte Lars Weibel im EVZ-Tor und stellte sich selber zwischen die Pfosten.

Diese 23 Junioren spielen für die Schweiz an der U18-WM in Zug und Luzern: (Bild: PD)
# Joren van Pottelberghe, Linköpings SWE, 190 cm, 91 kg, Torhüter. (Bild: PD)
#1 Daniel Muff, EV Zug, 174cm, 61kg, Torhüter. (Bild: PD)
#29 Tim Guggisberg, ZSC Lions, 177 cm, 80 kg, Torhüter (Bild: PD)
#4 Livio Stadler, EV Zug, 181 cm, 77 kg, Verteidiger. (Bild: PD)
#5 Alain Bircher, Kloten Flyers, 190 cm, 87 kg,Verteidiger. (Bild: PD)
#25 Roger Karrer, ZSC Lions, 181 cm, 81 kg, Verteidiger. (Bild: PD)
#20 Christian Pinana, HC Ambri-Piotta, 186 cm, 85 kg, Verteidiger. (Bild: PD)
#24 Jonas Siegenthaler, GCK Lions, 188 cm, 99 kg, Verteidiger. (Bild: PD)
#12 Kristian Suleski, EHC Biel, 181 cm, 79 kg, Verteidiger. (Bild: PD)
#7 Serge Weber, Kloten Flyers, 175 cm, 65 kg, Verteidiger. (Bild: PD)
#18 Calvin Thürkauf, EV Zug, 185 cm, 89 kg, Stürmer. (Bild: PD)
#10 Dominik Volejnicek, EV Zug, 177 cm, 82 kg, Stürmer. (Bild: PD)
#23 Dominik Diem, ZSC Lions, 180 cm, 77 kg, Stürmer. (Bild: PD)
#15 Nico Hischier, SC Bern, 180 cm, 72 kg, Stürmer. (Bild: PD)
#14 Makai Holdener, Malmö Redhawks, 183 cm, 68 kg, Stürmer. (Bild: PD)
#11 Imposse Auguste, Genève-Servette, 176 cm, 84 kg, Stürmer. (Bild: PD)
#13 Denis Malgin, GCK Lions, 172 cm, 73 kg, Stürmer. (Bild: PD)
#17 Nathan Marchon, Fribourg-Gottéron, 175 cm, 77 kg, Stürmer. (Bild: PD)
#16 Marco Miranda, ZSC Lions, 188 cm, 88 kg, Stürmer. (Bild: PD)
#26 Raphael Prassl, ZSC Lions, 183 cm, 78 kg, Stürmer. (Bild: PD)
#9 Damien Riat, Malmö Redhawks, 183 cm, 78 kg, Stürmer. (Bild: PD)
#22 Sandro Forrer, EV Zug, 176 cm, 75 kg, Stürmer. (Bild: PD)
#21 Robin Fuchs, La Chaux-de-Fonds, 176 cm, 80 kg, Stürmer. (Bild: PD)
Reto Raffainer, General Manager (Bild: PD)
Manuele Celio, Trainer (Bild: PD)
Markus Studer, Assistenz-Trainer (Bild: PD)
Luca Cereda, Assistenztrainer (Bild: PD)
Markus Peter, Torhüter-Trainer (Bild: PD)
29 Bilder

U18-Nationalmannschaft

Eine Menge Vorschusslorbeeren

Das ist alles eine Weile her, und inzwischen ist Van Pottelberghe daran, sein einstiges Idol zu überflügeln. Gewiss, der Weg ist noch weit; Weibel war zweifacher Schweizer Meister und vierfacher WM-Teilnehmer. Aber er hätte nie behaupten können, dass sich NHL-Organisationen für ihn interessieren. Bei Van Pottelberghe ist das anders, im soeben veröffentlichten Schlussranking des «Central Scouting Service» für den NHL-Draft vom Juni in Florida firmiert er als fünftbester europäischer Torhüter – die Chancen, dass sich ein Team seine Rechte sichert, sind intakt.

Für viele Beobachter wäre es eine Selektion mit Ansage, denn schon seit Jahren sind rund um den EV Zug Lobgesänge zu vernehmen, fällt der Name Van Pottelberghe. Schon 2011 sagte der Zuger Talentspäher und Elite-Junioren-Trainer Leo Schumacher: «Aus dem wird ein ganz Grosser.»

Rein körperlich hat sich die Prophezeiung des Eishockey-Lehrers schon einmal bewahrheitet, Van Pottelberghe misst 1,89 Meter. Aber klar: Das war es nicht, was Schumacher aussagen wollte; er sagte dem Jüngling damals schlicht eine schöne Karriere voraus.

Auch Peter Mettler (34), der früher für den Nachwuchs zuständige Goalietrainer im EV Zug, hatte sich bei dieser Personalie früh festgelegt. Auf die Frage eines Journalisten, ob Van Pottelberghe dereinst Tobias Stephan als Nummer 1 im Zuger Tor ablösen könnte, antwortete Mettler: «Vielleicht in 15 Jahren, gegen Ende seiner Karriere. Sein Weg führt in die NHL.»

Das sind eine ganze Menge Vorschusslorbeeren für einen jungen Mann, der noch keine Minute auf Profiebene gespielt hat. Und auch darum steht Van Pottelberghe vor entscheidenden Tagen: Die U-18-Titelkämpfe sind für ihn und die übrigen Begabungen die letzte Chance, vor dem Draft Eigenwerbung zu betreiben; in Zug und Luzern werden Heerscharen an NHL-Scouts erwartet.

Man fragt sich: Wie nervös ist man, wenn man weiss, dass die Entscheidungsträger auf der Tribüne sitzen? Wirkt sich das auf die Leistung aus, gerät man ins Grübeln? Van Pottelberghe sitzt in der Lobby des Hotels Central in Engelberg und sagt sehr gelassen: «Nein, mich spornt das eher an.»

Im Alter von 16 nach Schweden

Er mag sie, die Herausforderungen, darum wechselte er im Sommer 2013 mit 16 nach Schweden, zu Linköping. Van Pottelberghe sah dort die besseren Entwicklungschancen, das war der eine Wechselgrund. Der andere? In der Schweiz hätte er sich einen Job suchen müssen, was ihm nicht zusagte – er wollte voll auf die Karte Eishockey setzen.

Der Poker scheint sich gelohnt zu haben, Van Pottelberghe sagt: «Ich habe in Schweden grosse Fortschritte erzielt. Ich lese das Spiel sehr viel besser, habe mich punkto Technik verbessert.»

Und entgegen den Prognosen von Goalie-Coach Mettler könnte es den EVZ-Torhüter Van Pottelberghe doch noch innert nützlicher Frist geben: Der Vertrag in Linköping endet in einem Jahr, Van Pottelberghe sagt: «Ich kann mir vorstellen, dass ich dann in die Schweiz zurückkehre.» Um Schwung zu holen für den grossen Wurf in Nordamerika, die Traumwelt NHL, deren Strahlkraft er sich nicht mehr entziehen kann, seit er im Dezember 2013 ein Spiel Calgarys besuchte und sich mit dem damaligen Flames-Keeper Reto Berra austauschte. Er sagt: «Das war ein sensationelles Erlebnis. Die NHL bietet einfach das weltbeste Eishockey.»

Solches muss auch Van Pottelberghe zeigen, auf der Stufe der Unter-18-Jährigen, in den nächsten Tagen in Zug. Damit sich die nächste Generation an Torhütern auf dem Platz Zug dereinst nicht an den NLA-Torhütern Simmen und Zurkirchen orientiert. Sondern am NHL-Schlussmann Van Pottelberghe.

Nicola Berger

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.