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EISHOCKEY: Viel Schweizer Schminke

Unter gütiger Mithilfe der Referees gelingt der Schweiz der erste WM-Sieg: 3:1 nach einer dürftigen Darbietung gegen ein arg dezimiertes Frankreich.
Nicola Berger, Prag
60. Minute: Reto Suri (Mitte) hat soeben das 3:1 für die Schweiz erzielt, Cody Almond (links) und Damien Brunner (rechts) freuen sich mit dem Torschützen. (Bild: EQ/Melanie Duchène)

60. Minute: Reto Suri (Mitte) hat soeben das 3:1 für die Schweiz erzielt, Cody Almond (links) und Damien Brunner (rechts) freuen sich mit dem Torschützen. (Bild: EQ/Melanie Duchène)

Denis Hollenstein feiert seinen Treffer zum 1:0. (Bild: Keystone)Denis Hollenstein feiert seinen Treffer zum 1:0. (Bild: Keystone)
Denis Hollenstein freut sich über seinen Treffer zum 1:0. (Bild: Keystone)Denis Hollenstein freut sich über seinen Treffer zum 1:0. (Bild: Keystone)
Roman Josi, links, erzielt das 2:0. (Bild: Keystone)Roman Josi, links, erzielt das 2:0. (Bild: Keystone)
Roman Josi erzielt das 2:0. (Bild: Keystone)Roman Josi erzielt das 2:0. (Bild: Keystone)
Roman Josi, links, feiert seinen Treffer zum 2:0. (Bild: Keystone)Roman Josi, links, feiert seinen Treffer zum 2:0. (Bild: Keystone)
Reto Suri erzielt das 3:0. (Bild: Keystone)Reto Suri erzielt das 3:0. (Bild: Keystone)
Reto Suri (links) und Cody Almond freuen sich über das 3:0. (Bild: Keystone)Reto Suri (links) und Cody Almond freuen sich über das 3:0. (Bild: Keystone)
Reto Suri. (Bild: Keystone)Reto Suri. (Bild: Keystone)
Leonardo Genoni blockiert den Puck vor Damien Raux. (Bild: Keystone)Leonardo Genoni blockiert den Puck vor Damien Raux. (Bild: Keystone)
Goalie Cristobal Huet springt über den Stock von Cody Almond. (Bild: Keystone)Goalie Cristobal Huet springt über den Stock von Cody Almond. (Bild: Keystone)
Cristobal Huet schnappt sich die Scheibe vor Cody Almond. (Bild: Keystone)Cristobal Huet schnappt sich die Scheibe vor Cody Almond. (Bild: Keystone)
Headcoach Glen Hanlon gestikuliert hinter der Spielerbank. (Bild: Keystone)Headcoach Glen Hanlon gestikuliert hinter der Spielerbank. (Bild: Keystone)
Laurent Meunier, links, im Zweikampf mit Kevin Romy. (Bild: Keystone)Laurent Meunier, links, im Zweikampf mit Kevin Romy. (Bild: Keystone)
Cristobal Huet fängt die Scheibe vor Kevin Romy. (Bild: Keystone)Cristobal Huet fängt die Scheibe vor Kevin Romy. (Bild: Keystone)
Reto Suri (links) und Cody Almond freuen sich über das 3:0. (Bild: Keystone)Reto Suri (links) und Cody Almond freuen sich über das 3:0. (Bild: Keystone)
Schweizer Fans mache die Laola. (Bild: Petr David Josek)Schweizer Fans mache die Laola. (Bild: Petr David Josek)
Julian Walker (links) im Zweikampf mit Yohann Auvitu. (Bild: Keystone)Julian Walker (links) im Zweikampf mit Yohann Auvitu. (Bild: Keystone)
Leonardo Genoni. (Bild: Keystone)Leonardo Genoni. (Bild: Keystone)
18 Bilder

Frankreich - Schweiz 1:3

Nicola Berger, Prag

Womöglich hatten die Referees Pawel Hodek und Aleksi Rantala schlicht Erbarmen, als sie sahen, wie verunsichert die Schweizer Nationalmannschaft gestern Abend auftrat in den ersten Minuten des Vergleichs mit Frankreich. Jedenfalls verdankte Trainer Glen Hanlon den ersten Sieg an diesem WM-Turnier vorab den Unparteiischen.

Erst wurde Sacha Treille für ein Vergehen am früheren EVZ-Verteidiger Timo Helbling zu Unrecht mit einem Restausschluss belegt (16.), und weil sich die Schiedsrichter dann sagten: Wenn wir die Franzosen schon benachteiligen, dann immerhin richtig, schickten sie wenig später mit Antoine Roussel den wichtigsten französischen Angreifer ebenfalls vorzeitig unter die Dusche. Das Vergehen des Flügelstürmers der Dallas Stars: Er hatte auf der Strafbank seine Trinkflasche zu Boden gedonnert.

Frankreich stark dezimiert

Hodek und Rantala räumten den Schweizern also jede Menge Vorteile ein – und es spielte dem Team Hanlons auch in die Karten, dass mit Stéphane Da Costa der torgefährlichste Stürmer schon im ersten Drittel verletzt ausfiel.

Es lief alles für die Schweiz, schon sehr früh, weil es für eine Nation mit dem Talentlevel Frankreichs fast unmöglich ist, die Kompetitivität zu wahren, beim Ausfall von drei der sechs besten Stürmer. Für das Kollektiv Hanlons schien die Gelegenheit günstig, den miserablen Eindruck vom Samstag mit der 3:4-Niederlage nach Penaltyschiessen gegen Österreich wegzuwischen, mit einem Erfolg in überzeugender Manier. Man hätte das erwartet, von einer Nation wie der Schweiz, die sich in ihrem Selbstverständnis auf Augenhöhe mit der Weltelite befindet und von der nächsten Medaille träumt.

Doch in Prag korrespondieren die Ansprüche in diesen Tagen in keiner Weise mit den gezeigten Darbietungen. Gegen Frankreich gelang der Schweiz gestern Verblüffendes: Sie präsentierten sich in einer noch schwächeren Verfassung als gegen Österreich und waren gegen den limitierten Widersacher selbst nach den Toren durch Hollenstein (16.) und Josi (22.) nicht in der Lage, das Geschehen zu kontrollieren. Sie leisteten sich unzählige Scheibenverluste sowie Abspielfehler und konnten sich nach dem Anschlusstreffer durch Raux (49.) bei Torhüter Leonardo Genoni bedanken, dass der Ausgleich nicht fiel. Der Davoser Torhüter war im masslos enttäuschenden Schweizer Kollektiv mit Abstand der beste Einzelspieler, dank seinen 19 Paraden holte die Schweiz die ersten drei Zähler, was ein grosser Lohn für eine kleine Leistung war.

In der Tabelle steht die Schweiz nach zwei Umgängen punktgleich mit Gastgeber Tschechien auf Platz 4, der Tabellenrang hat die Wirkung einer grossen Portion Schminke, weil er die beiden Nicht-Leistungen zum Turnierbeginn ziemlich vorteilhaft kaschiert.

Suris Schlusspunkt aus dem Offside

Andererseits: Es gibt an Weltmeisterschaften keine Stilnote. Vielleicht war dieser erknorzte Sieg ja just jenes Erfolgserlebnis, welches dieses Team benötigte, um in die Spur zu kommen. Klar ist: Eine deutliche Steigerung ist unabdingbar beim morgigen Duell mit Deutschland (16.15 Uhr, SF 2 live).

Auf so viel Mithilfe der Schiedsrichter wie gestern sollten sich die Schweizer jedenfalls nicht verlassen: Es passte perfekt ins Bild, dass Reto Suri das 3:1 ins verlassene Tor aus einer deutlichen Abseitsposition erzielte.

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