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Eishockey: Wir müssen die Geschichte dieser Saison neu schreiben

Sportreporter Klaus Zaugg über den Trainerwechsel bei den ZSC Lions
Klaus Zaugg, Sportreporter
Sportreporter Klaus Zaugg zur Schweizer Eishockey-Nati an der WM. (Bild: pd)

Sportreporter Klaus Zaugg zur Schweizer Eishockey-Nati an der WM. (Bild: pd)

Die ZSC Lions haben ihren Trainer spät gefeuert. Aber gerade rechtzeitig, um für den EV Zug zu einem fast unbezwingbaren Titanen zu werden. Am 19. Dezember haben die Zuger endlich wieder einmal im Hallenstadion gewonnen (3:2). Aber diesen Sieg sollten sie sofort vergessen – so harmlos werden die Zürcher diese Saison nie mehr sein.

Hans Wallson und sein Assistent Lars Johansson sind per sofort ihres Amtes enthoben worden. Bis Saisonende übernimmt der kanadisch-schweizerische Doppelbürger Hans Kossmann das Kommando. Dann wird der Kanadier Serge Aubin ZSC-Trainer. Mit einem Zweijahresvertrag (bis 2020).

Die beiden Schweden sind nicht hockeytechnisch gescheitert. Sondern an einer fehlenden Sensibilität für unsere Hockeykultur. Sie waren in ihrem Selbstverständnis irgendwie Hockey-Missionare aus einem gelobten Land, die einer unterentwickelten Hockeykultur das Licht der Erkenntnis brachten. Und sie konnten nie ganz verstehen, warum es bei uns einen fordernden, bisweilen rauen Führungsstil braucht und das Prinzip «Selbstverantwortung» schon deshalb nicht funktioniert, weil der Konkurrenzdruck für die Spieler viel geringer ist als daheim in Schweden.

Aber Achtung: Die ZSC Lions bleiben Titanen. Entscheidend sind nicht die Fehler der Vergangenheit. Viel wichtiger ist die Korrektur. Und die haben die Zürcher durch die Umstellung von schwedischen Sinfonien zu kanadischem Rock ’n’ Roll gemacht. Wie notwendig dieser Trainerwechsel war, zeigt sich auch daran, dass Unruhe beim Farmteam in Kauf genommen wird. Leo Schumacher, der Trainer der GCK Lions, wird bis Saisonende Assistent von Kossmann und bis zu seiner Rückkehr im nächsten Frühjahr durch seinen bisherigen Assistenten Michael Liniger vertreten. Sollte also Kossmann zwischendurch zu sanfte Töne anschlagen (was nicht zu erwarten ist), dann wird Schumacher dafür sorgen, dass es nicht windstill wird. Die Zuger Trainerlegende kehrt für ein paar Monate auf die grosse Bühne zurück.

Die Berner haben das Nachlassen des grossen Rivalen zu zwei Titeln und diese Saison zu einer nie gesehenen Dominanz genutzt. Und die Zuger zur ersten Finalqualifikation seit 1998. Der Trainerwechsel im Hallenstadion kommt für den SC Bern und den EV Zug im dümmsten Moment. Wir müssen die Geschichte dieser Saison neu schreiben.

Klaus Zaugg, Sportreporter

sport@luzernerzeitung.ch

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