Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Grenzenlose Enttäuschung nach dramatischem WM-Aus

Die Schweizer Hockey-Nati verliert den WM-Viertelfinal gegen Kanada 2:3 nach Verlängerung. Besonders bitter: Die Kanadier haben erst 0,4 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit ausgeglichen.
Marcel Kuchta, Kosice
Fassungslose Schweizer nach diesem Drama (Bild: KEYSTONE/AP/PETR DAVID JOSEK)Fassungslose Schweizer nach diesem Drama (Bild: KEYSTONE/AP/PETR DAVID JOSEK)
Der erste Schock: Die Schweizer Bank nach dem 2:2-Ausgleich (Bild: KEYSTONE/AP/PETR DAVID JOSEK)Der erste Schock: Die Schweizer Bank nach dem 2:2-Ausgleich (Bild: KEYSTONE/AP/PETR DAVID JOSEK)
So bejubelten die Kanadier den 2:2-Ausgleich 0,4 Sekunden vor Schluss (Bild: KEYSTONE/MELANIE DUCHENE)So bejubelten die Kanadier den 2:2-Ausgleich 0,4 Sekunden vor Schluss (Bild: KEYSTONE/MELANIE DUCHENE)
Da sah es noch gut aus - Torjubel nach Hischiers 2:1 in der 40. Minute. (Bild: KEYSTONE/MELANIE DUCHENE)Da sah es noch gut aus - Torjubel nach Hischiers 2:1 in der 40. Minute. (Bild: KEYSTONE/MELANIE DUCHENE)
Leonardo Genoni - auch eine tragische Figur dieses Viertelfinal-Dramas (Bild: KEYSTONE/AP/PETR DAVID JOSEK)Leonardo Genoni - auch eine tragische Figur dieses Viertelfinal-Dramas (Bild: KEYSTONE/AP/PETR DAVID JOSEK)
Der zweite Schock: Nico Hischier (13) und die Schweizer Bank nach dem kanadischen Siegtreffer (Bild: KEYSTONE/MELANIE DUCHENE)Der zweite Schock: Nico Hischier (13) und die Schweizer Bank nach dem kanadischen Siegtreffer (Bild: KEYSTONE/MELANIE DUCHENE)
6 Bilder

Schweizer Hockeynati fehlen 0,4 Sekunden für WM-Halbfinal

Ein Schweizer Spieler nach dem anderen schleicht durch die Mixed Zone der Steel-Arena in Kosice. Den Blick nach unten gesenkt. Reden will man nach so einem Spiel lieber nicht. Und doch muss Einer nach dem Anderen den wartenden Journalisten Auskunft geben. Den Meisten stehen die Tränen zuvorderst in den Augen. Und sie ringen allesamt nach Worten um zu erklären, was eigentlich gar nicht erklärbar ist: Eine Niederlage, nachdem man 0,4 Sekunden vor Schluss der regulären Spielzeit noch mit 2:1 geführt hatte, die Halbfinal-Qualifikation eigentlich schon perfekt war, ein paar Spieler auf der Bank bereits jubelten.

Wie hatte es so weit kommen können? Gaetan Haas hatte die Chance, den Puck entscheidend aus dem Schweizer Drittel hinauszubefördern, zögerte aber einen Hauch zu lange. Die Scheibe kam an die blaue Linie zum kanadischen Verteidiger Damon Severson. Der zog ab, sah seinen Schuss aber von Simon Moser geblockt. Doch der Puck kam erneut auf die Schaufel von Severson, der wieder schoss. Diesmal fand das Spielgerät den Weg durch eine Vielzahl von Körpern hindurch zum Schweizer Tor, am starken Goalie Leonardo Genoni vorbei und trudelte irgendwie über die Linie. Fast gleichzeitig ertönte im Stadion die Schlusssirene, was die Schiedsrichter dazu veranlasste, sich die Bilder nochmals anzusehen. Und dort war dann klar ersichtlich: Die Uhr blieb bei 0,4 Sekunden stehen, als der Puck vollumfänglich im Tor war. Das 2:2 zählte.

Sieg der Kanadier entsprach der Logik

Dass die Kanadier das Spiel am Ende in der Verlängerung zu ihren Gunsten entschieden, entsprach irgendwie der Logik. Man sah es kommen. Die Schweizer rappelten sich zwar wieder auf. Aber man spürte: Die letzte Überzeugung fehlt. Mark Stone, der beste Spieler der Ahornblätter, schloss einen Konter schliesslich kaltblütig ab. 3:2 für Kanada. Aus, vorbei, Ende.

Kehren wir zurück in die Mixed Zone: Wie soll man so eine Niederlage erklären? Andres Ambühl, der mit diesem Viertelfinal Mathias Seger als Schweizer WM-Rekordspieler (es war sein 107. WM-Spiel) ablöste, sagt: «Es hat so wenig gefehlt, um auf der lachenden Seite zu sein. Jetzt bist du auf der anderen Seite.» Oder Roman Josi: «Das ist unglaublich bitter. Aber ich bin stolz auf die Mannschaft, wir sind immer unseren Weg gegangen. Ganz zum Schluss hat es halt nicht ganz gereicht.» Oder Simon Moser: «Wir hatten den Gameplan perfekt umgesetzt, haben unsere Chancen im Powerplay zwei Mal genutzt. Wenn dies dann um 0,4 Sekunden nicht reicht, dann ist das einfach nur bitter. Manchmal ist alles eng beieinander. Vielleicht ist das Glück, das wir vor einem Jahr hatten, nun einfach aufgebraucht gewesen. Im Moment überwiegt der Frust, aber ich bin stolz, Teil einer so talentierten und hungrigen Mannschaft zu sein.»

Captain Raphael Diaz vermutet sogar, dass irgendwo eine versteckte Kamera platziert gewesen sein muss und irgendwer sich einen schlechten Scherz erlaubt hat: «So am Schluss den Ausgleich zu kassieren ist unglaublich bitter. Aber was willst du machen? Es ist eine Hundertstel-Entscheidung, fast wie beim Skifahren. Wir können aber wirklich stolz sein, auf unsere Leistung. Wir wissen, dass wir mit den besten Teams mithalten können. Aber es tut extrem weh.»

Ja, die Schmerzen, die die gebrochenen Herzen verursachen, werden die Schweizer Spieler in ihre Ferien, die jetzt beginnen, wohl noch eine Weile begleiten.

Genoni die tragische Figur

Der Liveticker zum Nachlesen

App-User klicken bitte auf «Dieses Element anzeigen».

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.