EISHOCKEY: Zgraggen: «Ich gehe mit gutem Gefühl»

Verteidiger Jesse Zgraggen (24) hat mit Ambri den Klassenerhalt geschafft. Das nächste Projekt des Kanada-Schweizers: Er zügelt nach Zug.

Sven Aregger
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Der Urner Jesse Zgraggen (in der Mitte). (Bild: Alessandro Crinari/Keystone)

Der Urner Jesse Zgraggen (in der Mitte). (Bild: Alessandro Crinari/Keystone)

Jesse Zgraggen, wie lange haben Sie am Donnerstag den Ligaerhalt mit Ambri gefeiert?

Es ist ziemlich spät geworden. Weil sonst nicht viel los war in der Nähe, blieben wir lange in der Garderobe und hatten dort eine gute Zeit. Es war eine lange, schwierige Saison. Deshalb sind alle froh, dass sie nun vorbei ist. Wir haben zwar nicht den Meistertitel gewonnen, aber für uns war dieser entscheidende Sieg im Playout gegen Kloten sehr wichtig – und im eigenen Stadion umso schöner.

Ambri gewann die Serie 4:1. Was machte Ihr Team besser als Gegner Kloten?

Der deutliche Ausgang täuscht, jedes Spiel war eng. Aber wir verteidigten gut und hatten Klotens Paradelinie mit Denis Hollenstein und Vincent Parplan im Griff. In fünf Spielen haben wir nur vier Tore bei nummerischem Gleichstand erhalten. Wir haben diszipliniert gespielt, ein hartes Forechecking betrieben und unsere Torchancen genutzt. Das hat sich letztlich ausgezahlt.

Hat mit Ambri die bissigere, entschlossenere Mannschaft gewonnen?

Das weiss ich nicht. Auch die Klotener haben gekämpft, sie machten es uns wirklich nicht einfach. In den Partien steckten viele Emotionen. Wir sind ein Team, das von der Leidenschaft lebt. Das hat Kloten vielleicht Mühe bereitet.

Leidenschaft bewiesen auch die Fans, die Ambri im letzten Spiel lautstark angefeuert haben. Haben Sie die Stimmung wahrgenommen?

Ja, es war tatsächlich laut in der Valascia. (lacht) Die Unterstützung der Fans hat uns geholfen.

Die Zuschauer feierten Trainer Luca Cereda nach dem Spiel mit Sprechchören. Was zeichnet Cereda und Sportchef Paulo Duca aus?

Cereda war letzte Saison noch Nachwuchstrainer und Duca noch Spieler in Ambri. Für sie waren die neuen Ämter grosse Herausforderungen. Aber sie machten einen tollen Job, auch menschlich. Bei ihnen steht die Tür immer offen. Sie geben jungen Spielern das Vertrauen, und diese zahlen es mit Leistung zurück. Das kann Ambri für die nächste Saison zuversichtlich stimmen.

Auch Sie erhielten vor vier Jahren in Ambri die Chance, Ihre Profikarriere zu lancieren. Nun endet Ihre Zeit in der Leventina, Sie wechseln zum EVZ. Mit welchen Eindrücken ist der Abschied verbunden?

Ich gehe mit einem guten Gefühl. Wir hatten im Team immer einen starken Zusammenhalt. Mittlerweile kenne ich auch viele Leute im Umfeld des Klubs. All diese Menschen werde ich vermissen, aber das gehört zum Leben eines Profispielers. Jetzt werde ich neue Leute kennen lernen. Darauf freue ich mich.

Was sieht Ihr Plan in den kommenden Wochen aus?

Ich werde nun meine Wohnung in Bellinzona räumen und nach Zug zügeln. Danach besuche ich meine Familie in Kanada. Im Sommer kehre ich zurück für den Trainingsstart beim EVZ.

Interview: Sven Aregger

sven.aregger@luzernerzeitung.ch