Saisonvorschau
Die neue Bescheidenheit in der Leventina – und alles dreht sich um zwei Namen

Teil 6 von 12 der NLA-Saisonvorschau widmet sich dem HC Ambri-Piotta. Die Leventiner haben es aufgegeben, besser sein zu wollen, als der grosse Tessiner Kantonsrivale HC Lugano. Im Fokus stehen Trainer Luca Cereda und Torhüter Benjamin Conz.

Klaus Zaugg
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Ambris neuer Trainer und Hoffnungsträger: Luca Cereda.

Ambris neuer Trainer und Hoffnungsträger: Luca Cereda.

Keystone

Der neue Hoffnungsträger und der Trainer: Luca Cereda

Der 35-Jährige ist als neuer Trainer zugleich der neue Hoffnungsträger. Er personifiziert Ambris Rückkehr zu den Ursprüngen, die Besinnung auf die eigene Kultur, die neue Vernunft und die Abkehr vom ruinösen Wahn, besser sein zu müssen als Lugano. Er führte letzte Saison in der NLB das Farmteam «Ticino Rockets». Alle, die mit ihm gearbeitet haben, rühmen seine Detailversessenheit und sein Einfühlungsvermögen, seine Begabung, Talente zu erkennen und zu fördern. Es gibt für Luca Cereda durchaus Parallelen zur Situation bei den Rockets im Vorjahr und jener in Ambri: Wieder führt er die nominell schwächste Mannschaft der Liga. Zum letzten Mal war Ambri dazu in der Lage, um die Jahrhundertwende ein Spitzenteam zu finanzieren (verlorener Final 1999). Seither sind die Löhne um mehr als 50 Prozent gestiegen und über die Jahre ist die Mannschaft die nominell schwächste der Liga geworden.

Serie zum Saisonstart

Am Donnerstag, 7. September, beginnt die Schweizer Eishockey-Meisterschaft mit dem Léman- Derby zwischen Servette und Lausanne. Die «Nordwestschweiz» beleuchtet jeden Tag drei NLA-Teams und sagt, wer die neuen Hoffnungsträger, die alten Sorgenkinder und die Schlüsselspieler sind.

Das alte Sorgenkind und der Schlüsselspieler: Torhüter Benjamin Conz

Nun hängt das Glück an einem Spieler, der perfekt zum Ambri der Bescheidenheit passt. Torhüter Benjamin Conz (25). Einer der talentiertesten der Liga. Aber der sensible Jurassier ist bei Gottéron an den Belastungen und Erwartungen eines Grossklubs zerbrochen. Letzte Saison war er statistisch der schwächste Torhüter der Liga. Kann Benjamin Conz Ambri helfen? Ist er am Ende gar besser als sein Vorgänger Sandro Zurkirchen? Er passt zur neuen Ausrichtung («Geist statt Geld»). Er hat sein bestes Hockey als Profi in der familiären Atmosphäre der SCL Tigers gespielt und die Emmentaler 2011 zu den bisher einzigen NLA-Playoffs gehext. Wenn Conz in Ambri nicht zum zweiten Mal sein Hockey-Glück finden kann – wo dann?

Benjamin Conz, das alte Sorgenkind und der Schlüsselspieler.

Benjamin Conz, das alte Sorgenkind und der Schlüsselspieler.

Keystone

Fazit

Ambri wird froh sein, wenn es den Playouts entgeht. Aber im Unterschied zu früher hat es nun gelernt, diese schwierige Situation zu akzeptieren.

«Nordwestschweiz»-Tipp

12. Rang nach der Qualifikation