Eishockey

Verhindert das Migrationsamt den Auftritt des ZSC-Supertalents?

Der Transfer von Auston Matthews zu den ZSC Lions droht am Bundesamt für Migration zu scheitern. Ein Szenario, das der FC Basel kennt von seinem Transfer des Serben Veljko Simic.

Klaus Zaugg
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Auston Matthews steht für Spektakel.

Auston Matthews steht für Spektakel.

austonmatthews.com

Das amerikanische Hockey-Wunderkind Auston Matthews ist 17 Jahre alt und gilt als einer der talentiertesten Spieler der Welt. Der Mittelstürmer kommt aber erst in einem Jahr in den NHL-Draft und kann in Nordamerika nächste Saison noch nicht als Profi spielen.

Eine weitere Saison als Junior macht für seine Entwicklung keinen Sinn mehr. Deshalb will Matthews für eine Saison zu den ZSC Lions wechseln. Die Zürcher wollen ihn als Ausländer verpflichten. ZSC-Sportchef Edgar Salis hat offiziell bestätigt, dass er an diesem Transfer arbeitet.

Was sagt das Migrationsamt?

So weit, so gut. Der Amerikaner hat die Offerte der Zürcher akzeptiert. Das Salär ist auch schon geregelt. Alles klar? Nein. Nichts ist klar. Die Sache ist heikel. Es handelt sich um eine juristische Auseinandersetzung. Es geht um die Ausführungsbestimmungen des Bundesamtes für Migration.

Für Fussball- und Eishockeyspieler gibt es eine eindeutige Regelung: Ein Spieler aus einem Nicht-EU-Staat bekommt nur eine Arbeitsbewilligung, wenn er zuvor mindestens ein Jahr als Stammspieler in einer Profi-Mannschaft gespielt hat. Matthews erfüllt diese Bedingungen nicht.

Der FC Basel hat Erfahrung

Die ZSC Lions sind nicht die Einzigen, die dieses Problem haben. Der FC Basel hat mit dem serbischen Supertalent Veljko Simic einen Fünfjahresvertrag abgeschlossen.

Weil er zuvor nicht ein Jahr als Stammspieler Profi war, hat er für die abgelaufene Saison keine Arbeitsbewilligung erhalten. Selbst ein Gang vors Bundesverwaltungsgericht hat nicht geholfen.

Der FCB hat ihn deshalb für eine Saison an den slowenischen Erstligisten Domzale ausgeliehen. Nun wird er die Arbeitsbewilligung wohl erhalten.

Das Forechecking der ZSC-Juristen gegen das Bundesamt für Migration auf Hochtouren. «Die Sache ist heikel, wir können dazu noch nichts sagen», sagt ZSC-Manager Peter Zahner.