Eisschnelllauf
Der Schenkoner Livio Wenger wird WM-Sechster – und ärgert sich trotzdem

Mit dem sechsten Rang im Massenstart-Rennen verpasste der Schenkoner Eisschnellläufer Livio Wenger (28) den angestrebten Podestplatz an den Weltmeisterschaften im niederländischen Heerenveen.

Stephan Zopfi
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Der Luzerner Livio Wenger (rechts) führt hier das Rennen im Halbfinal an.

Der Luzerner Livio Wenger (rechts) führt hier das Rennen im Halbfinal an.

Peter Dejong/AP

Den Unfall fünf Tage vor dem WM-Rennen, als ihm noch auf dem Platz der rechte Fuss wieder zusammengenäht werden musste, mochte Livio Wenger nicht als Grund für die verfehlte Medaille anführen. «Es lag schlicht an mir selbst, dass ich das Podest verpasste», ärgerte er sich. Nach 13 von 16 zu absolvierenden Runden lag er noch direkt hinter dem späteren Titelgewinner Joey Mantia (USA, 35) – mit nur 0,15 Sekunden Rückstand. In der folgenden Runde konnte Mantia dann in eine Lücke vorstossen, Wenger wurde eingeklemmt. Beim Angriff in der Schlusskurve rutschte Wenger aus und hatte keine Chance mehr, um ganz nach vorn zu preschen.

Olympia-Medaille im Visier

Ein Schweizer Spitzensportler, der sich über einen 6. Rang an einer Weltmeisterschaft aufregt, ist nicht alltäglich und zeigt deutlich, dass Livio Wenger nach höheren Zielen strebt. Er will seine Erfahrungen aus dieser Saison – in beiden Weltcup-Rennen auf dem Podest, aber «verpatzter» WM-Auftritt– für die Olympia-Saison im kommenden Jahr aufarbeiten und in Peking die ersehnte Medaille anvisieren.

Wegen der Coronamassnahmen ist die Saison der Eisschnellläufer bereits beendet. Die Starts in Nordamerika und Asien entfallen, sodass Livio Wenger in Inzell noch technische Trainings absolvieren und Material testen wird. Anfang Mai beginnt dann der Aufbau für die Olympischen Spiele in Peking 2022.