ELITE-RENNEN: Kenia-Express fegt durch Luzerns Gassen

Der Höhepunkt des 32. Luzerner Stadtlaufs war einmal mehr fest in afrikanischen Händen: Der Kenianer Stanley Salil gewann bei den Männern. Die Engländerin Helen Clitheroe siegte in der Frauen-Elite.

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Noch fast alle beieinander: Das Elite-Rennen nach zwei Runden. (Bilder Philipp Schmidli/Neue LZ)

Noch fast alle beieinander: Das Elite-Rennen nach zwei Runden. (Bilder Philipp Schmidli/Neue LZ)

Lokalmatador Viktor Röthlin war am Luzerner Stadtlauf für einmal nicht in Turnschuhen unterwegs – zumindest nicht mit den schnellen. Der Obwaldner Marathonläufer ist jedoch so etwas wie der Götti des Stadtlaufs und deshalb trotzdem präsent wie fast keiner. Erst kommentierte er die Nachwuchselite-Rennen, um danach vom Speaker-Container herabzusteigen und seinen kenianischen Freund Abraham Tandoi bei den Eliten anzufeuern.

Salils Sieg mit leichtem Fuss
Der Höhepunkt des 32. Luzerner Stadtlaufs war dann einmal mehr in festen Händen der afrikanischen Läufer. Ab der vierten von zehn Runden setzten sie sich vom restlichen Feld ab und liessen sich auch nicht vom aufkommen­den Ostwind bremsen. Allen voran der 22-jährige Kenianer Stanley Salil lief schon bald rund hundert Meter vor der Konkurrenz. Einzig der Kenianer Wilson Kipkogel (Dritter im letzten Jahr) und Simon Tesfay aus Eritrea konnten Salil einigermassen folgen.

In dieser Reihenfolge liefen die drei nach 8,7 Kilometern und rund 25 Minuten Laufzeit dann auch ins Ziel. Röthlins Freund Abraham Tandoi, der weltbeste Pacemaker, musste sich auch noch vom besten Europäer, dem Engländer Nick McCormick geschlagen geben.

Bandis Kampf in der zweiten Reihe
Spannend verlief das Rennen zwischen dem Berner Philipp Bandi und dem Österreicher Martin Pröll. Über das ganze Rennen liefen sie gemeinsam hinter der Spitzengruppe auf den Rängen 6 und 7. Pröll – vor zwei Jahren immerhin schon mal als Zweiter auf dem Podest – entschied den spannenden Zweikampf auf eindrückliche Weise in der letzten Runde für sich und wurde Sechster. Als bester Zentralschweizer klassierte sich der Wolhuser Ueli Koch auf Rang 14.

Die Engländerin Helen Clitheroe als Siegerin im Ziel.

Europäerinnen dominierten bei den Frauen
Das Rennen der Frauen über fünf Runden war eine klare Sache für die Engländerin Helen Clitheroe. Die 35-jährige Steepleläuferin (Peking 2008) gewann souverän vor der Slowenin Sonja Roman und der Holländerin Adrienne Herzog. Die Rapperswilerin Sabine Fischer schlug immerhin ihre einzige Bezwingerin vor einem Jahr, Anitha Kiptum aus Kenia, klassierte sich aber dennoch nur auf dem etwas enttäuschenden fünften Rang.

Gusti Gretener / Zisch

Rangliste - Männer Elite (8,710 km)

1. Stanley Salil (Kenia), 24:50,1 Minuten
2. Wilson Kipkogel (Kenia), 0:12,2 zurück
3. Simon Tesfay (Eritrea), 0:17,1
4. Nick McCormick (England), 0:27,9
5. Abraham Tandoi (Kenia), 0:32,5
6. Martin Pröll (Österreich), 0:39,0
7. Philipp Bandi (CH, Bern), 0:45,8
8. Willem van Hoof (Belgien), 1:06,2
9. Barnabas Bene (Ungarn), 1:08,6
10. Jan Förster (Deutschland), 1:11,4
14. Ueli Koch (CH, Wolhusen), 1:48,9

23 Läufer klassiert

Rangliste - Frauen Elite (4,250 km)

1. Helen Clitheroe (England), 13:16,1 Minuten
2. Sonja Roman (Slowenien), 0:07,7 zurück
3. Adrienne Herzog (Holland), 0:09,7
4. Antje Möldner (Deutschland), 0:19,7
5. Sabine Fischer (Rapperswil), 0:21,8

9 Läuferinnen klassiert

Die ausführlichen Ranglisten mit sämtlichen Namen und Zeiten finden Sie am Montag in der Beilage der Neuen Luzerner Zeitung und ihren Regionalausgaben.