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FCL-Verteidiger Claudio Lustenberger ist zurück – aber wie lange?

Der langjährige FCL-Captain Claudio Lustenberger spielte gegen YB (1:3) erstmals seit einem Jahr wieder. Trainer Thomas Häberli begründet: «Er ist wichtig für uns.» Dennoch könnte es bald zum Abschied kommen.
Raphael Gutzwiller
Ist endlich wieder für den FC Luzern am Ball: Claudio Lustenberger. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Luzern, 10. April 2019))

Ist endlich wieder für den FC Luzern am Ball: Claudio Lustenberger. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Luzern, 10. April 2019))

Eben hatte Blessing Eleke mit dem Tor zum 1:2 in der Partie am Mittwochabend zwischen Luzern und den Young Boys die Hoffnung wieder zurückgebracht, als sich am Spielfeldrand etwas Ungewohntes tat. Erstmals seit einem Jahr streifte sich Luzerns Nummer 7 wieder das Trikot über: Claudio Lustenberger (32).

Seine Einwechslung half zwar zur angestrebten Aufholjagd wenig, der FCL ging mit einer 1:3-Niederlage vom Platz. Dennoch darf Lustenberger seine Einwechslung als persönlichen Erfolg werten. Neun Spiele in Folge sass er davor auf der Ersatzbank, zum Zug kam er nie. Nun folgte also sein erster Auftritt beim FC Luzern in der laufenden Meisterschaft, auch wenn er dabei nicht brillierte. Am Tag nach seinem Comeback wollte er zuerst nicht reden. Als er sich dann doch äusserte, sagt er: «Ich ärgere mich vor allem darüber, dass wir verloren haben. Aber natürlich war es ein spezielles Spiel für mich und ich freue mich darüber, dass ich endlich wieder spielen konnte.»

12 Jahre lang war Lustenberger Stammspieler beim FCL gewesen, 6 Jahre davon trug er sogar die Captainbinde. Zuletzt aber machte der Linksverteidiger schwierige Zeiten durch. Im Mai 2018 erlitt er eine Schambeinentzündung, kaum ausgeheilt, plagte ihn eine Muskelverletzung. Erst Mitte Februar rückte er wieder ins FCL-Kader.

FCL sucht den Dialog mit den Fans

Einige Ultras der ­Luzerner Fankurve sorgten in der Partie gegen YB für eine unrühmliche Aktion. Sie bewarfen den Platz mit Eiern – echten und solchen aus Schokolade. Das Spiel musste fünf Minuten unterbrochen werden. Damit sind die FCL-Fans Wiederholungstäter. Schon im Cup-Viertelfinal am 6. März hatten sie ähnlich gegen die Anspielzeit protestiert. Noch gibt es kein Urteil zur Aktion des Cupspiels. Die Disziplinarkommission des Schweizerischen Fussballverbands (SFV) hat bei Cuppartien das Sagen, für die Vorkommnisse vom Mittwoch ist hingegen die Liga zuständig. In den nächsten Tagen sei mit einem Urteil zum Cupspiel zu rechnen, heisst es beim SFV. Bezüglich der jüngsten Aktion teilte der FCL mit: «Wir haben die Aufforderung der Kurve zur Kenntnis genommen und werden den Dialog, den wir seit ­Bekanntgabe der Anspielzeit mit ihnen geführt haben, auch künftig fortsetzten.» Trainer Thomas Häberli wollte sich an der Medienkonferenz nicht dazu äussern, meinte lediglich mit Humor: «Ich esse die Eier lieber an Ostern.» Trotz Niederlage zeigte sich Häberli gut gelaunt und optimistisch fürs Spiel am Samstag (19.00) gegen Neuchâtel Xamax. Kein Wunder: Gestern feierte er seinen 45. Geburtstag. (rg)

Während Lustenberger im Kraftraum an der Rückkehr gearbeitet hatte, hatte sich unterdessen Eigengewächs Silvan Sidler (20) Lustenbergers Position auf der linken Abwehrseite geschnappt. «Er macht es sehr gut», lobt Lustenberger. Die Zukunft gehört Sidler, Lustenberger muss sich eine neue Position suchen. Im Spiel gegen YB wurde er in die Innenverteidigung eingewechselt. «Kein Problem», sagt er. «Ich habe die Position auch schon gespielt. Ich spiele dort, wo mich der Trainer aufstellt.»

Häberli: «Ich weiss, was Claudio Lustenberger kann»

Der FCL-Trainer heisst neu Thomas Häberli. Dessen Vorgänger René Weiler hatte bereits öffentlich gesagt, dass er nicht mehr mit Lustenberger plane. Häberli sieht dies nun anders. «Ich brauche Claudio noch», sagt er. «Aber zunächst muss man noch ein bisschen Geduld haben. Er hat bereits ein Jahr lang nicht mehr spielen können. Dennoch: Ich weiss, was er kann und hoffe, dass er wieder dorthin kommt, wo er vor seiner Verletzung war. Zudem ist er auch in der Kabine sehr wichtig.»

Worte, die Claudio Lustenberger gerne hören wird. Sein Vertrag läuft nämlich zum Saisonende aus. Während die Kontrakte von Christian Schwegler (34) und David Zibung (35) bereits verlängert wurden, ist Lustenbergers Zukunft noch offen. «Ich denke, man soll nicht zu vorschnell urteilen», sagt Häberli. «Bei einer solch tollen Karriere soll man diese Entscheide nicht überstürzen.»

Lustenberger selber will zu seiner Zukunft nicht reden, sagt lediglich, dass er sich damit im Moment nicht beschäftige. «Wenn es so weit ist, werde ich darüber Auskunft geben.»

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«Mit solchen Aktionen bestrafen die FCL-Fans die Falschen» – der LZ-Fussballtalk nach der Eier-Aktion und vor dem Xamax-Heimspiel

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