EVZ-Verteidiger Dominik Schlumpf lebt beim Malen seine kreative Ader aus

Atelier statt Eisfeld: EVZ-Spieler Dominik Schlumpf investiert derzeit viel Zeit in seine Leidenschaft. Vor kurzem durfte er zwei Weinetiketten kreieren. Nächsten Herbst plant er eine Ausstellung.

Philipp Zurfluh
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Im Element: Dominik Schlumpf vom EV Zug sprüht vor Ideen und bringt sie auf die Leinwand.

Im Element: Dominik Schlumpf vom EV Zug sprüht vor Ideen und bringt sie auf die Leinwand.

Bild: Eveline Beerkircher (Zug, 23. März 2020)

Wenn Dominik Schlumpf in seinem Atelier in Zug seinem Hobby nachgeht, dann vergisst der passionierte Maler alles um sich herum. «Ich kann meiner Fantasie freien Lauf lassen. Bei der Kreativität gibt es keine Grenzen», sagt der 29-Jährige in seiner zurückhaltenden Art. In einer Räumlichkeit in der Schochenmühle sind seine Gedanken weit weg von Eishockey. Dort kann er in einer eigenen Welt stundenlang Ideen ausbrüten und sie auf die Leinwand bringen. «Es tut gut, einen Tag nach einem Spiel hierher zu kommen und die Gedanken neu zu ordnen, vor allem nach einer Niederlage», führt der Zürcher aus. Mit Acrylfarben, Steinmehlen, Sand und weiteren Materialien schafft er abstrakte Kunstwerke. «Hier geniesse ich die Ruhe und Abgeschiedenheit», erklärt er.

Der Verteidiger, der seit über fünf Jahren für den EV Zug aufläuft, hat sich im Juni des vergangenen Jahres den Wunsch eines eigenen Ateliers erfüllt. Zuvor war der Ort seines Schaffens seine Wohnung. Doch dort herrschten enge Platzverhältnisse. «Das waren keine idealen Arbeitsbedingungen. Oft nutzte ich den Esstisch, ich brauchte mehr Platz», sagt Schlumpf – und fand diesen in seinem neuen Reich.

Seine Werke zieren neu zwei Weine

Der Zürcher ist kein Mann der grossen Worte, er steht nicht gerne im Rampenlicht und lässt lieber Taten folgen. Der Teamgedanke steht über persönlichem Erfolg. Eine Vorzeigefigur. So ist es nicht überraschend, dass er mit seinem Handwerk dazu beiträgt, benachteiligten Kindern zu helfen. Das kam so: Vor kurzem durfte er für das Weingut Cina Gilles & und Joël GmbH aus Salgesch, Kanton Wallis, zwei Etiketten kreieren für zwei Weine der «Schlumpf-Séléction». Über einen Spezial-Event mit dem Kristall-Club des EV Zug ist der Kontakt mit Mitglied Ralph Loosli, welcher beim Weingut arbeitet, zu Stande gekommen.

Dominik Schlumpf plant für kommenden Herbst eine Ausstellung.

Dominik Schlumpf plant für kommenden Herbst eine Ausstellung.


Bild: Eveline Beerkircher (Zug, 23. März 2020)

Das Vorhaben wurde auf Wunsch des 29-Jährigen mit einer wohltätigen Aktion verbunden. Einen Franken pro verkaufte Flasche geht als Spende an die Stiftung Kinderhilfe Sternschnuppe. «Ich finde es schön, wenn ich Kindern eine Freude bereiten kann.» Seit 1993 bringt die in Zürich ansässige Schweizer Non-Profit-Organisation Abwechslung in das Leben von Kindern, die mit einer Krankheit oder Behinderung leben. Seither hat sie gegen 3000 Herzenswünsche erfüllt.

Umgebung und Natur inspirieren

Dem abrupten Saison-Abbruch geschuldet, kann der bescheidene Hockeyprofi öfter als sonst mit Pinsel und Spachtel seiner Passion nachgehen. «Es ist ein trauriger Umstand, dass ich nun mehr Zeit für mein Hobby habe. Natürlich würde ich lieber Playoff-Spiele bestreiten», bedauert Schlumpf. Die Ideen gehen ihm nie aus: «Ich lasse mich von meiner Umgebung und der Natur inspirieren, sei es zu Hause oder auch in den Ferien.» Mit seiner neuen Serie «Rusty pipes» legt er den Fokus auf rostige Gegenstände und verlassene Orte.

Den Malstift hat Schlumpf schon in der Kindheit des Öftern in die Hand genommen – und nicht mehr losgelassen. Die Freude an der Leinwand, an den Farben liegt in der Familie. Auch seine Brüder und die Mutter lieben die kreative Arbeit. Er zieht den Vergleich zu seiner Aufgabe, die er als Verteidiger beim EV Zug hat. «Ich muss am Puck Ruhe und Geduld ausstrahlen und darf nicht in Hektik ausbrechen.» Zusammengekommen ist eine grosse Sammlung an Werken, die man erwerben kann. So sind Spieler wie Raphael Diaz, Sven Senteler oder Garrett Roe glückliche Besitzer eines Gemäldes. Teamkollege Santeri Alatalo habe gar ein Bild auf den Hochzeitstag seiner Eltern geschenkt.

Dominik Schlumpf hat schon ein neues Ziel vor Augen: Im kommenden Herbst plant er zusammen mit zwei Künstlerinnen eine Ausstellung. Kunst, Lyrik und Musik sollen dabei zusammenfinden.

www.dominikschlumpf.com