«Er war sehr streng, Disziplin war wichtig»

Nachgefragt: Lino Martschini stürmt in der National League für den EV Zug. Der 25-jährige Enkel von Ludek senior erfuhr am eigenen Leib, wie hart sein Grossvater trainieren liess.

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Lino Martschini, Ihr Vater Peter floh als Sechsjähriger mit seiner Familie aus der Tschechoslowakei in die Schweiz. Was haben Sie später davon mitbekommen?

Nicht so viel. Meinem Vater blieb weniger der Abschied aus der Tschechoslowakei, sondern mehr der erste Eindruck der Schweiz in Erinnerung. Mich selber interessierte vor allem, weshalb sie geflohen waren und um wie viel es gegangen war. Heute ist es fast normal, von solchen Vorfällen in den News zu hören. Wenn es aber in der eigenen Familie passierte, ist das schon speziell.

Ludek Martschini senior erlangte als Trainer der Schweizer Kunstturnerinnen Legendenstatus. Auch Sie haben unter Ihm geschwitzt, richtig?

Ja, zwischen meinem zehnten und zwölften Lebensjahr machte er beim EV Zug jeweils Sommertrainings mit der ganzen Mannschaft. Später, als ich die Sportschule in Kriens besuchte, waren wir drei Hockeyspieler, die jeweils an zwei Vormittagen während eineinhalb bis zwei Stunden Fitnesstraining mit ihm machten. Er war sehr streng, Disziplin war sehr wichtig – da war es ihm egal, dass er mein Grossvater war. Das hat mich geprägt und ich merkte, dass die Geschichten aus dem Kunstturnen nicht gelogen waren (schmunzelt).

Haben Sie es auch mal mit Turnen versucht?

Nicht wirklich. Ich brauchte immer einen Puck oder einen Ball. Von der Postur her hätte es vielleicht gepasst, ich bin ja nicht so gross (1,68 Meter, Anm. d. Red.). Ausprobiert habe ich es aber nie. (ss)