Segeln
Zwei Segelteams liefern sich ein erbittertes Duell auf dem Vierwaldstättersee

Das Team Segelwert aus Brunnen kann beim Pilatus Cup beide Läufe für sich entscheiden.

Walter Rudin
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Kampf um jeden Meter: das Luzerner Team Toruk (im Vordergrund) gegen das Team Segelwert.

Kampf um jeden Meter: das Luzerner Team Toruk (im Vordergrund) gegen das Team Segelwert.

Bild: Walter Rudin (Greppen, 29. Mai 2021)

Am Samstag startete die Regattasaison mit dem Pilatus Cup, der als erster Event im Rahmen der Vierwaldstättersee Meisterschaft (VC) ausgetragen wurde. Die gute Beteiligung mit über 30 Booten zeigte, wie gross die Freude bei den Segelsportlern ist, dass die Wettkämpfe auf dem Wasser wieder losgehen.

Eigentlich hätte die Regatta im Luzerner Trichter ausgetragen werden sollen, die Wettfahrtleitung entschied sich aber, mit dem ganzen Tross in den Küssnachtersee zu dislozieren, und baute auf der Höhe von Meggen einen Kurs auf. Eine Wettfahrt kam dort bei schwachem Südwestwind zu Stande, die versprochene Bise blieb aber vorerst aus. Wettfahrtleiter Toni Müller und seine Crew waren nicht zu beneiden, nach langem Warten setzte man schliesslich vor Greppen wieder einen neuen Kurs. Und diesmal klappte es mit dem Wind, herrliche Bise sorgte für einen Traumlauf zum Abschluss.

Schon im Vorfeld fehlt es nicht an Kampfgeist

Die beiden Quant-Yachten von Andreas Zimmerli (Team Segelwert, Regattaverein Brunnen) und Peter Seinet (Team Toruk, Segelclub Tribschenhorn) gelten als die schnellsten Segelboote auf dem Vierwaldstättersee, sie machen den Sieg bei fast jeder Regatta unter sich aus. Die letzten vier Jahre haben sie die Jahreswertung immer abwechselnd gewonnen. Letzte Saison war es Seinet, also wäre dieses Jahr wieder Zimmerli dran. Seinet meinte zwar, dass die Jahreswertung nicht immer ganz die Realität widerspiegle: «Weil wir jedes Jahr die Centomiglia auf dem Gardasee mitsegeln, fehlen wir für ein, zwei VC-Regatten.» Zimmerli konterte: «Auch wir haben jeweils an Regatten gefehlt und haben die meisten direkten Duelle für uns entschieden.»

Also an Kampfgeist fehlte es bereits im Vorfeld nicht. Die beiden Teams lieferten sich denn auch am Pilatus Cup auf dem Wasser ein erbittertes Duell. In beiden Wettfahrten wechselten sie sich mehrmals in der Führungsposition ab. Im ersten Lauf bei schwachem Wind konnte Zimmerli erst auf der letzten Kreuz mit einer entscheidenden Wende den Sieg sichern. «Ich habe gesehen, dass der Wind dreht, und konnte so den entscheidenden Vorsprung holen», sagte er nach der Regatta.

Im zweiten Lauf bei ganz anderen Verhältnissen war weniger die Taktik entscheidend. Die frische Bise forderte saubere Manöver und eine harmonierende Seemannschaft. Seinet weiss genau, wo der entscheidende Fehler passiert ist: «Wir haben auf dem Vorwind den grossen Gennaker zu spät eingeholt und waren nach der Boje nicht bereit, sofort ins Trapez zu gehen. Diesen Rückstand konnten wir nicht mehr aufholen.» Nach seinem Sieg an der ersten VC-Regatta zeigte sich Zimmerli zufrieden. «Dass wir gleich beide Läufe bei so unterschiedlichen Bedingungen gewinnen konnten, zeigt doch unsere Stärke.»

Die Rangliste findet man unter vierwaldstaettersee-cup.ch.