Kommentar

Es droht der totale Stillstand in der Sportwelt – warum der Wettlauf mit der Zeit schwieriger zu gewinnen ist als jeder Titel

Die Eishockey-Meisterschaft steht vor dem Aus. Die Fussballer hoffen auf ein Wunder. Eishockey-WM und Fussball-EM rücken in weite Ferne. Und was ist mit Olympia? Der Sportsommer wird trist. Ein Kommentar.

Etienne Wuillemin
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Etienne Wuillemin

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Seit Tagen dominieren die immer gleichen Fragen: Findet das Spiel statt? Dürfen Fans dabei sein? In der Schweiz steht der Sport seit bald zwei Wochen still. Nun schwappt die Welle Schritt für Schritt nach Europa über. Geister­spiele hier, Absagen da. Und die Befürchtung wird von Tag zu Tag grösser: Es droht der totale Stillstand.

Mit den drastischen Massnahmen im Tessin ist das vorzeitige Ende der Schweizer Eishockeymeisterschaft nicht mehr abzuwenden. Die Fussballer klammern sich derweil an das Prinzip Hoffnung. Vielleicht geschieht ja bis anfangs April ein Wunder. Und es gelingt doch noch, irgendwie die Saison zu Ende zu spielen.

Doch ob das realistisch ist? Am Freitag wird der Bundesrat neue Massnahmen erlassen. Es ist damit zu rechnen, dass das Veranstaltungsverbot eher verschärft und nicht gelockert wird. Der Wettlauf mit der Zeit ist schwieriger zu gewinnen als jeder Meistertitel. Der Schweizer Profisport steht damit vor ernsthaften Problemen. Einige (Fussball-)Klubs fürchten die Zukunft – es werden harte Monate, um das fehlende Geld wieder einzuspielen.

Auch die Grossveranstaltungen der kommenden Monate – Eishockey-WM in der Schweiz, Fussball-EM in ganz Europa, Olympische Spiele in Tokio – stehen vor dem Aus. Nur aus finanziellen Gründen warten die Veranstalter noch mit einer Absage. Dabei lässt der Blick auf die Gesundheit der Bevölkerung keine andere Entscheidung zu. Den Fans bleibt nichts anderes, als sich möglichst rasch mit dem Gedanken eines Frühlings und Sommers ohne Sport abzufinden.