«Es fühlt sich an wie eine Niederlage» – Krienser vergeben in den Schlussminuten drei Punkte

Der SC Kriens spielt gegen Chiasso torlos Unentschieden. Ein Lattenkopfball und ein verschossener Penalty bringen den SCK um den Lohn.

Simon Wespi
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Im Kleinfeld gastierte der absolute Lieblingsgegner des SCK. Gegen Chiasso gewann Kriens alle vier Partien der vergangenen Saison. Dies mit einem Torverhältnis von 11:3. Seit dem Aufstieg in die Challenge League im Sommer 2018 haben die Krienser keine einzige Niederlage gegen die Tessiner kassiert. Auch am Samstag änderte sich dies nicht. Doch zufrieden war am Schluss dennoch keiner der Krienser.

Verschiesst in der Nachspielzeit einen Penalty: Stürmer Asumah Abubakar.

Verschiesst in der Nachspielzeit einen Penalty: Stürmer Asumah Abubakar.

Archiv-Bild: Freshfocus (23. Oktober 2020)

Das Niveau in der ersten Halbzeit liess zu wünschen übrig. Zündende Ideen fehlten beidseits, Torszenen blieben Mangelware, das Spiel plänkelte vor sich hin. Liridon Mulaj (16.) und Enes Yesilçayir (28.) prüften Chiasso-Torhüter Alezandros Safarikos mit jeweils einem satten Schuss. Nach einer halben Stunde versuchte der SCK, das Spiel in die Hand zu nehmen. Asumah Abubakar entwischte auf der rechten Seite der Tessiner Hintermannschaft. Der Stürmer aus Ghana konnte allein auf das Tor ziehen, doch er scheiterte am Chiasso-Goalie, der den Ball glänzend parierte. Die Geisterspiel-Atmosphäre – nur 50 Zuschauer waren zugelassen – war Sinnbild für den ersten Umgang. Einzig die Geislechlöpfer aus der Nachbarschaft sorgten im Kleinfeld für Stimmung. Kurz vor der Pause dann nochmals das Heimteam mit einem Angriff: Dario Ulrich zog an der Strafraumgrenze ab, konnte jedoch nicht reüssieren.

Berisha per Kopf an die Latte

Nach einer Stunde und keiner weiteren nennenswerten Torszene reagierte Trainer Bruno Berner und brachte Burim Kukeli für Anthony Bürgisser und Daniel Follonier für Liridon Mulaj ins Spiel. Drei Minuten nach seiner Einwechslung fasste sich Follonier ein Herz und hämmerte den Ball aufs Tor, der Goalie konnte den Schuss nicht festhalten, der Abpraller landete bei Enes Yesilçayir, doch er scheiterte mit dem Nachschuss aus aussichtsreicher Position kläglich. Die Krienser suchten den Lucky Punch in der Folge. Nach 87 Minuten die nächste Topchance: Liridon Berisha traf per Kopf nach einem Freistoss nur die Latte. Man musste konstatieren, dass es auf ein torloses Remis hinausläuft.

Bereits 92 Minuten waren gespielt, als alle Zuschauer aufsprangen. Was war passiert? Der eingewechselte Djorkaeff wird im 16er gefoult – Penalty. Doch noch ein Sieg für den SCK? Mitnichten, Topskorer Asumah Abubakar scheiterte vom Elfmeterpunkt. Die drei budgetierten Punkte gegen Chiasso konnten somit nicht eingefahren werden.

Toreschiessen als grosses Manko

Burim Kukeli nach der Partie: «Wir hatten grosse Möglichkeiten, vor allem am Ende, zwei, drei hochkarätige Chancen», analysiert er das Geschehene.

«Es fühlt sich an wie eine Niederlage.»

Das Krienser Manko ist das Toreschiessen aus dem Spiel heraus. «Wir müssen noch entschlossener sein vor dem Tor», so Kukeli weiter.

Mit diesem Punkt findet sich der SCK im Mittelfeld der Tabelle wieder. Diese ist jedoch mit Vorsicht zu geniessen. Denn Kriens hat bislang die meisten Spiele aller Teams absolviert. Als einzige Mannschaft sind die Krienser diese Spielzeit von einer Spielverschiebung verschont geblieben. Nach der Nationalmannschaftspause geht es für den SCK auswärts gegen Winterthur weiter.

Kriens – Chiasso 0:0
Kleinfeld. – 50 Zuschauer. – SR Jancevski
Kriens: Zbinden; Costa, Alessandrini, Berisha, Urtic; Bürgisser (62. Kukeli), Ulrich (72. Rustemoski), Sadrijaj (72. Mistrafovic), Mulaj (62. Follonier); Yesilçayir (87. Djorkaeff), Abubakar.
Chiasso: Safarikas; Conus, Hajrizi, Magnin, Dixon; Strechie, Maccoppi, Silva; Bahloul (81. Hadzi), Marzouk (65. Sifneos), Morganella.
Bemerkungen: Kriens ohne Brügger, Aliu, Fanger, Dieng, Tadic, Busset und Maloku (alle verletzt). Chiasso ohne Affolter und Pasquarelli (beide verletzt). 92. Abubakar verschiesst Foulpenalty.