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Tränen des Frusts bei Danioth

Eine fehlerhafte Aline Danioth, eine zufriedene Carole Bissig und eine Siegerin, die vor einem Jahr ein ungewöhnliches Malheur erlitt – das sind die Geschichten vom ersten Europacup-Slalom auf der Melchsee-Frutt.
Stephan Santschi
Nur Platz 18: Der Urnerin Aline Danioth wollte gar nichts gelingen. (Bild: Boris Bürgisser (Melchsee-Frutt, 24. Januar 2019))

Nur Platz 18: Der Urnerin Aline Danioth wollte gar nichts gelingen. (Bild: Boris Bürgisser (Melchsee-Frutt, 24. Januar 2019))

Die Szene exakt vor einem Jahr hatte etwas Surreales. Meta Hrovat schlängelte sich im Europacup-Slalom auf Melchsee-Frutt durch die letzten Tore, doch anstatt die Ziellinie zu überqueren, schwenkte sie an dieser vorbei, als ob das Rennen noch weitergehen würde – folgerichtig wurde die Slowenin disqualifiziert. «Das war so verrückt. Als ich mir diesmal die Piste angeschaut habe, sagte ich: Mach das nicht wieder», meinte sie am Donnerstagabend lachend.

Tatsächlich erging es der 20-Jährigen aus Kranjska Gora diesmal um ein Vielfaches besser. Hrovat gewann nämlich die Neuauflage auf der Cheselen-Piste vor der Deutschen Marlene Schmotz und der Schweizerin Elena Stoffel. «Das bedeutet mir viel, das war mein erster Podestplatz in einem Europacup-Slalom», frohlockte sie nach dem Wettkampf. Trotz des ungewöhnlichen Malheurs vor einem Jahr gehörte sie letzte Saison zu den aufsteigenden Sternen im alpinen Skizirkus. Nur zwei Tage nach dem «pretty stupid mis­take» (ziemlich dummer Fehler) auf der Frutt realisierte Hrovat mit Rang drei im Riesenslalom von Lenzerheide ihr erstes Weltcup-Podest. Später gewann sie auch noch den Slalom-Weltmeistertitel bei den Juniorinnen.

Aline Danioth: «Das war ein verkorkster Auftritt»

Damals, an besagtem WM-Slalom der Juniorinnen, stand auch Aline Danioth als Dritte auf dem Podest. In dieser Saison hat die 20-jährige Urnerin ihren Steigerungslauf nach dem Kreuzbandriss von Ende 2016 fortgesetzt. Fünfmal stand sie in den Top 20 des Weltcups, das Highlight war der zehnte Rang von Anfang Januar im Slalom von Flachau. Aktuell führt sie sogar in der Wertung des «Longines Rising Ski Star», der Ende Saison die beste U21-Fahrerin kürt. «Bisher macht die Saison sehr viel Spass, ich bewege mich über den Erwartungen, es ist einfach megacool.»

Am Donnerstag stand Danioth als Topfavoritin am Start, für einmal überwogen aber negative Gefühle. Dort, wo sie letztes Jahr einen dritten und einen zweiten Platz herausgefahren hatte, wollte gar nichts gelingen. Bereits dem ersten Lauf, den sie als Sechste beendete, gewann sie nichts Gutes ab: «Ich hatte ein ganz schlechtes Gefühl.» Durchgang zwei missriet noch mehr, «zu viele Fehler» hatten sich eingeschlichen. Am Ende musste sie sich mit Position 18 begnügen. «Das war ein verkorkster Auftritt», ärgerte sich Danioth, nachdem sie die Tränen der Enttäuschung aus dem Gesicht gewischt hatte.

Rega bringt Schweizerin vor dem Rennen ins Spital

Mit ihrer Performance zufrieden war derweil die 22-jährige Nidwaldnerin Carole Bissig. Im Nebel des zweiten Laufs arbeitete sie sich vom 15. auf den 7. Platz vor und egalisierte damit ihr bestes Resultat im Europacup. Ob ihr das zur WM-Selektion im Slalom genügt, ist indes ungewiss, weil ihre ärgste Konkurrentin im Kampf um den vierten Platz im Schweizer Team, die Oberwalliserin Elena Stoffel, mit dem dritten Rang zu überzeugen wusste. Im Gegensatz zu Danioth, die ins Training auf den Hoch-Ybrig weiterreist, wird Bissig auch am Freitag im zweiten Europacup-Slalom auf der Frutt im Einsatz stehen.

Dieser wird traditionell als Nachtslalom ausgetragen, wobei bereits der zweite Lauf des Wettkampfs am Donnerstag unter Flutlicht durchgeführt worden ist. Um allen die gleichen Lichtverhältnisse zu bieten, wurde der Start um eine Stunde auf 17.30 Uhr verschoben und damit nach der Dämmerung anberaumt. Heute nicht dabei sein wird die St. Gallerin Lorina Zelger. Sie zog sich gestern bei einem Sturz vor dem Rennen zwischen Sesselbahn und Starthaus einen Beinbruch zu und musste mit der Rega ins Spital überführt werden.

Europacup-Slalom der Frauen: 1. Meta Hrovat (SLO) 1:46,14. 2. Marlene Schmotz (GER) 0,20 zurück. 3. Elena Stoffel (SUI) 0,24. – Ferner: 7. Carole Bissig 0,45. 13. Charlotte Chable 0,66. 18. Aline Danioth 0,96. 26. Nicole Good 1,32.

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