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EUROPAMEISTER: Portugal ist endlich am Ziel

Was lange währt, wird endlich gut. Portugal reiht sich als zehnte Nation in die Siegerliste von Europameisterschaften ein.
Christian Finkbeiner (sda), Paris
Ordnete und variierte bis zum EM-Titel: Portugals gewiefter Taktiker Fernando Santos. (Bild: Keystone/Martin Meissner)

Ordnete und variierte bis zum EM-Titel: Portugals gewiefter Taktiker Fernando Santos. (Bild: Keystone/Martin Meissner)

Christian Finkbeiner (SDA), Paris

Der Triumph Portugals mag auf den ersten Blick erstaunen – das Team gehörte im Vorfeld für einmal nicht zum erweiterten Favoritenkreis, ist aufgrund des Turnierverlaufs und der Geschichte des am südwestlichen Zipfel des Kontinents gelegenen Landes mit seinen 10,8 Millionen Einwohnern aber keine grosse Überraschung.

Die EM-Bilanz Portugals der letzten zwei Jahrzehnte ist eindrücklich, hatte sich Portugal doch als einzige Nation seit 1996 stets für die K.-o.-Runde qualifiziert. Mit Ausnahme des Turniers 2008 erreichten die Portugiesen seit der Jahrtausendwende immer die Halbfinals, 2000 scheiterten sie erst in der Verlängerung am späteren Sieger Frankreich, 2004 im Final an Griechenland, 2012 im Penaltyschiessen an Spanien.

Cristiano Ronaldo (rechts) und Pepe mit dem Pokal. (Bild: Keystone)
Cristiano Ronaldo stemmt den EM-Pokal in die Höhe. (Bild: Keystone)
Bittere Tränen bei der Auswechslung von Ronaldo. (Bild: Keystone)
Es geht nicht mehr: Ronaldo muss ausgewechselt werden. (Bild: Keystone)
Ronaldo macht seinen Kameraden Mut. (Bild: Keystone)
Cristiano Ronaldo übernimmt das Coaching. (Bild: Keystone)
Die entscheidende Szene: Hugo Lloris lässt den Schuss von Eder passieren. (Bild: Keystone)
Die Portugiesen feiern das Tor. (Bild: Keystone)
Bacary Sagna kann es nicht fassen. (Bild: Keystone)
Erzielte den entscheidenden Treffer: Eder. (Bild: Keystone)
Ungehaltene Freude nach dem Siegtreffer bei den Portugiesen. (Bild: Keystone)
Die Portugiesen können es kaum fassen. (Bild: Keystone)
Eder (rechts) lässt sich feiern. (Bild: Keystone)
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Portugal ist Europameister

In neue Sphären vorgestossen

Der Triumph der «Federação Portuguesa de Futebol» im Norden von Paris ist natürlich auch der Triumph von Cristiano Ronaldo, des bestbezahlten Sportlers der Welt. Seine Reise durch die EM in Frankreich war aber kein Triumphzug, sondern vielmehr ein Drama mit versöhnlichem Ausgang. Im ersten Spiel hatte sich Ronaldo unbeliebt gemacht, die Isländer warfen ihm Arroganz auf dem Platz vor. Gegen Österreich verschoss er einen Penalty, doch dann nahm Portugal vor allem dank ihm die Hürden Ungarn, Kroatien, Polen und Wales.

Ronaldos Fahrplan in Richtung Final stimmte, aber dann war das Endspiel für ihn nach 25 Minuten und nach einer Attacke von Gegenspieler Dimitri Payet bereits zu Ende. Wieder weinte Ronaldo bittere Tränen, als er auf der Bahre mit schmerzendem Knie weggetragen wurde. Tränen wie damals 2004, als er als Teenager den EM-Final im eigenen Land gegen Griechenland verlor.

Doch diesmal waren die Tränen schnell getrocknet. Das Knie schmerzte spät am Abend zwar noch immer, aber das Herz lachte. Nichts hatte sich der dreifache Champions-League-Sieger und dreifache Weltfussballer des Jahres sehnlicher gewünscht als einen Titel mit seinem Heimatland. Auch wegen ihm, der an Endrunden zu selten sein Rendement erreichte, scheiterte Portugal seit der verlorenen Heim-EM immer und immer wieder auf der Zielgeraden.

Mit dem Triumph in Frankreich befreite sich der 31-Jährige von der Insel Madeira von diesem Makel und stiess in neue Sphären vor. Er reiht sich in die Liste der grössten Fussballer der Geschichte wie Diego Maradona oder Zinédine Zidane ein, die als Captain ihr Land zu einem grossen Titel führten. Mit dem Gewinn des Coupe Henri-Delauney übertrifft Ronaldo auch Lionel Messi, seinen ewigen Rivalen, dem ein Titel mit der Nationalmannschaft noch fehlt.

Bausteine immer neu geordnet

Portugals Triumph alleine auf seine Nummer 7 zu reduzieren, wäre allerdings zu simpel. Dies zeigte der gestrige Final. Der Europameister gewann den Titel aufgrund des starken Kollektivs, seiner spielerisch nach wie vor vorhandenen Klasse und der Fähigkeit, sich im Lauf eines Turniers zu steigern und sich den Gegebenheiten der einzelnen Partien und Gegner anpassen zu können. Trainer Fernando Santos verstand es, die Bausteine immer wieder neu zu ordnen und taktisch gekonnt zu variieren.

Im Schatten Ronaldos spielten sich in den Wochen in Frankreich Spieler wie Raphäel Guerreiro, William Carvalho oder João Mario, die 2015 den Final der U-21-EM erreicht hatten, zusammen mit Renato Sanches, dem nächsten designierten portugiesischen Superstar, in den Vordergrund. Für diese Generation dürfte der Triumph im Stade de France erst der Anfang gewesen sein. Portugals Zukunft ist rosig, im Mai gewann die U 17 den EM-Titel, an der beginnenden U-19-EM gehören die Portugiesen zu den Titelanwärtern.

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