Das sagen Trainer und Captain nach dem Achtelfinal-Krimi gegen Frankreich

sda-Keystone

Europameisterschaft
Die Stimmen der Schweizer Nati-Helden nach der Sensation gegen Frankreich: «Wer den Weltmeister schlägt, kann von viel mehr träumen»

Das EM-Viertelfinal ist nach dem Sieg im Penaltyschiessen gegen Frankreich endlich Tatsache. Die Schweizer sind nach dem historischen Erfolg euphorisch.

Raphael Gutzwiller
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Penaltyheld Yann Sommer:

Er ist der Held: Yann Sommer.

Er ist der Held: Yann Sommer.

Robert Ghement / EPA

«Im Moment löst es gerade sehr viel aus. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft, wie wir das heute gemacht haben. Es ist auch schön, das vor meinen Eltern zu erleben, die hier im Stadion sind. Es ist traumhaft. Die Art und Weise wie wir gespielt haben, war hervorragend. Wir haben gegen eine herausragende Mannschaft gespielt, die uns eigentlich innerhalb von zehn Minuten mit drei Toren auseinandergenommen haben. Doch wie wir zurückgekommen sind und daran geglaubt haben, das ist unfassbar. Einfach unfassbar! Im Penaltyschiessen haben die Franzosen zunächst gut geschossen, die Bälle waren alle drin. Aber ich wusste, dass der Moment irgendwann kommt, in dem man parat sein muss. Und so kam es. Es macht mich natürlich auch unglaublich stolz, nun Rekordnationalgoalie zu sein. Ich freue mich riesig, dass wir so einen Match machen konnten. Jetzt feiern wir und dann geht das Turnier schon bald weiter. »

Nationaltrainer Vladimir Petkovic:

Strahlt: Nationaltrainer Vladimir Petkovic.

Strahlt: Nationaltrainer Vladimir Petkovic.

Marko Djurica / EPA

«Ich bin stolz auf meine Mannschaft, die 120 Minuten gegen den Weltmeister gekämpft hat. Jetzt wollen wir noch mehr. Wir haben Leistung gezeigt, das wollen wir wiederholen. Seit Jahren ist es bei jedem Rückschlag so, bei jeder Kritik. Wir sind am Leben, das haben wir heute Abend gezeigt. Ab morgen konzentrieren wir uns auf das Finale. Ich hoffe, jetzt sind alle zufrieden. Dann werde ich auch zufrieden sein. Die Mannschaft hat das gemacht, was man gegen den Gegner machen muss. Wir haben unser Spielsystem gehabt, haben es aber am Gegner leicht modifiziert. Ich wähle immer, mit wem ich in guter Verbindung bin und wo ich Positivität spüre. Das habe ich mit der Familie gemacht und der Familie auf dem Platz. Wir haben jetzt auf dem Platz gefeiert. Ein, zwei Tage möchte ich jetzt den Kopf freibekommen und dann fokussieren wir uns auf das nächste Spiel. Sicher ist es ein besonderer Moment. Wir haben Historisches geschafft, jetzt haben wir es geschafft. Wir haben uns gesteigert und gegen die Türkei und jetzt gegen Frankreich so spielen können. »

Captain Granit Xhaka:

Ein glücklicher Captain: Granit Xhaka.

Ein glücklicher Captain: Granit Xhaka.

Robert Ghement / EPA

«Es ist ein unglaubliches Gefühl. Jeder Schweizer kann heute enorm stolz sein auf diese Mannschaft, auf diesen Staff. Es ist so schwer, dies in Worte fassen zu können. Ich habe gestern zu unserem Physio gesagt, dass wir Geschichte schreiben werden. Mein Bauchgefühl war richtig. Nach 68 Minuten habe ich auf die Uhr geschaut und wusste, dass jetzt nochmals etwas kommen wird. Nach dem verschossenen Penalty haben wir kurzzeitig den Glauben an den Sieg verloren. Aber wir wollten den Sieg viel mehr, wir wollten schon vor dem Penaltyschiessen unbedingt gewinnen. Aber wir hatten danach souveräne Schützen und vor allem ein super Goalie. Was uns allen bewusst sein muss: Der Gegner war Frankreich, nicht irgendein Team. Wir haben jetzt gezeigt, was wir für einen Charakter haben. Es hiess, die Mannschaft sei arrogant. Es wurde über Frisuren, Tattoos und Autos diskutiert. Aber nun haben wir vielen den Mund gestopft. Ich hatte persönlich vor dem Penaltyschiessen kein gutes Gefühl, die Erinnerungen an das Polen-Spiel kamen zurück. Darum habe ich verzichtet und die Schützen haben ihre Penaltys souverän gemacht. Wer den Weltmeister schlägt, kann von viel mehr träumen. Die ganze Schweiz muss jetzt feiern und ab morgen wir dann umgeschaltet. Wir haben schon gegen Spanien gespielt und wir wissen, welche Stärken sie haben. Wir brauchen mindestens eine Leistung wie heute und dann können wir weiterkommen.»

Doppeltorschütze Haris Seferovic:

Haris Seferovic jubelt über sein erstes Tor gegen Frankreich.

Haris Seferovic jubelt über sein erstes Tor gegen Frankreich.

Marko Djurica / EPA

«Eigentlich ist es noch nicht angekommen, dass wir es wirklich geschafft haben. Aber wir sind alle sehr glücklich, jetzt wird gefeiert und danach erholen wir uns. Wir haben Geschichte geschrieben. Ich bin stolz auf das ganze Team. Wir haben alle gekämpft, alle haben daran geglaubt, bis zum Ende. Wenn jemand nicht mehr konnte, ging er raus und ein anderer übernahm die Aufgabe. Wir wollten unbedingt weiterkommen, wir haben Geschichte geschrieben. Egal wer spielt: Alle müssen 120 Prozent Gas geben und das haben wir gemacht. Den Sack konnten wir leider nicht früher zumachen beim 2:0. Der, der sich gut fühlt, soll schiessen. Ricardo hat sich gut gefühlt und geschossen. Kein Problem, wir haben gewonnen.»

Torschütze Mario Gavranovic

Mario Gavranovic bei seinem Tor zum 3:3.

Mario Gavranovic bei seinem Tor zum 3:3.

Marko Djurica / EPA

«Ich glaube, wir realisieren erst morgen, was wir heute geschafft haben und dass wir Geschichte geschrieben habe. Ich denke immer wieder, dass die nächste Chance kommt. In dieser Situation habe ich eine gute Bewegung gemacht und ein schönes Tor gemacht. Ich bin sehr zufrieden. Wir haben gezeigt, dass wir bereit sind zu kämpfen und zu leiden. Wir können stolz sein, wie wir heute unser Land präsentiert haben. »

Die grosse Feier nach dem Krimi: An der Langstrasse in Zürich treffen sich immer mehr Fans zum Feiern.

Keystone-sda

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