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Schweizer Sieg gegen die Slowakei: EVZ-Spieler Dario Simion packt seine Chance

Die Schweiz besiegt die Slowakei zum Auftakt des Deutschland-Cups 3:2. Der seit dieser Saison beim EV Zug spielende Tessiner Dario Simion ist auf dem Weg zu einem WM-Aufgebot.
Klaus Zaugg, Krefeld
Dario Simion (links) im Duell um den Puck mit dem Slowaken Matus Sukel. (Bild: Estelle Vagne/Freshfocus (Krefeld, 8. November 2018))

Dario Simion (links) im Duell um den Puck mit dem Slowaken Matus Sukel. (Bild: Estelle Vagne/Freshfocus (Krefeld, 8. November 2018))

Die alten Bauern wussten: «Novemberkatzen» haben kein langes Leben. Katzen, die im November das Licht der Welt erblickten, waren in der Regel zu schwach, um den Frühling zu erleben. In gewisser Weise gilt diese Bauernregel für viele Spieler, die im November zu den «Operetten-Länderspielen» aufgeboten werden. Nur wenige werden im Frühjahr bei der WM noch dabei sein. Dies gilt beispielsweise für Lino Martschini. Er blieb gestern ohne Eintrag in der Skorerliste und beendete die Partie mit einer Minus-Bilanz (–1).

Doch hin und wieder gibt es «Novemberkatzen», die das Frühjahr erleben. Der fleissige Zuger Riese Dario Simion (179 cm/88 kg) könnte eine werden. Er hat gegen die Slowaken den Ausgleich zum 1:1 erzielt. Sein erstes Länderspieltor. Und am Ende ging er mit einer +1-Bilanz vom Eis. Aber eben: selbst diese formidable Statistik will im Hinblick auf ein Aufgebot für die WM 2019 in Bratislava wenig heissen. Es ist ja erst November.

Simion erinnert Fischer an Patric Della Rossa

Die Frage, ob er sich Chancen für ein WM-Aufgebot ausrechne, scheint ihn zu überraschen. «Das ist doch mein grosses Ziel.» Und dafür mache er alles. Wer dazu in der Lage ist, in Länderspielen Tore zu erzielen, hat bessere «Überlebenschancen». Das sieht der Zuger nicht unbedingt so. Zu einem guten Spiel gehöre mehr. Beispielsweise auch eine gute Defensivarbeit. Ja, in seiner freundlichen Bescheidenheit sagt er sogar: «Das war nicht mein bestes Spiel.» Aber ganz offensichtlich ist er besser als vor einem Jahr. Der Wechsel von Davos nach Zug hat sein Spiel befeuert. Und so ist er einer, der im November gekommen ist, um im Nationalteam zu bleiben.

Sein Aufgebot ist kein Zufall und nicht einfach dem Umstand geschuldet, dass im November aus politisch-sportlichen Gründen keine Spieler von Lugano und vom SC Bern aufgeboten worden sind. Nationaltrainer Patrick Fischer sagt, bei jedem Aufgebot gebe es gewisse Überlegungen. «Dario Simion erinnert mich ein wenig an Patric Della Rossa.»

Der vielseitige kräftige Flügel brachte es zwischen 1995 und 2008 auf über 100 Länderspiele, acht WM- und zwei Olympia-Teilnahmen. Obwohl er im Laufe seiner Karriere in Kloten, bei den ZSC Lions, in Zug, Basel, Davos und Olten nie ein charismatischer Star war. Aber er war vielseitig, konnte Powerplay- und Boxplay spielen und erfüllte verlässlich seine defensiven Pflichten. Das gilt auch für Dario Simion.

Der Nationalcoach kennt ihn aus Lugano

Wer vielseitig verwendbar ist, für offensive und defensive Rollen, hat gute Chancen, als Ergänzungsspieler erstmals ins WM-Team zu kommen. Erst recht, wenn er gut in die Chemie des Teams passt. Und es schadet Dario Simion sicher nicht, wenn Patrick Fischer sagt: «Ich kenne ihn bereits aus meiner Zeit in Lugano gut.»

Zum Spiel gegen den häufigsten Länderspielgegner dieses Jahrhunderts ist zu sagen: Die Schweizer gewannen gegen die Slowakei verdient. Sie brauchten etwas Zeit, um ihr Spiel zu sortieren. Aber dann stand der Sieg nie mehr in Gefahr und sie waren dem Gegner läuferisch klar überlegen. Und sie traten selbstsicher auf. Wie ein Winnerteam. So wie es sich für einen WM-Finalisten gehörte. Auch wenn nur vier WM-Silberhelden dabei waren (Michael Forta, Noah Rod, Lukas Frick, Damien Riat).

Am Samstag treten die Schweizer im zweiten Spiel gegen Deutschland an (13.30 Uhr). Mit Lukas Flüeler im Tor.

Slowakei – Schweiz 2:3 (1:0, 0:2, 1:1)

KönigPalast, Krefeld. – 2000 Zuschauer. – SR Iwert/Schrader (GER), Kyei Niemako/Leermakers (GER/NED).

Tore: 2. Bondra (Sukel, Malec) 1:0. 30. Simion (Bertschy) 1:1. 38. Rod (Bertschy) 1:2. 43. Hascak (Pulis, Gernat/Ausschluss Rod) 2:2. 48. Pestoni (Bertschy, Fuchs/Ausschluss Gernat) 2:3. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen die Slowakei, 3-mal 2 Minuten gegen die Schweiz.

Slowakei: Janus; Chovan, Daloga; Sersen, Rosandic; Grman, Malec; Gernat, Mikus; Rapac, Kytnar, Kudrna; Lantosi, Sukel, Bondra; Svitana, Spirko, Lunter; Pulis, Bubela, Hascak.

Schweiz: Descloux; Fora, Frick; Glauser, Kreis; Karrer, Marti; Heldner; Bertschy, Walser, Rod; Riat, Fuchs, Pestoni; Martschini, Richard, Herren; Mottet, Albrecht, Simion; Miranda.

Krefeld. Deutschland Cup: Slowakei –Schweiz 2:3. Deutschland – Russland 3:4 n.V. – Rangliste (je 1 Spiel): 1. Schweiz 3 (3:2). 2. Russland 2 (4:3). 3. Deutschland 1 (3:4). 4. Slowakei 0 (2:3). Die weiteren Spiele. Samstag, 13.30: Deutschland – Schweiz. 17.00: Russland – Slowakei. – Sonntag, 11.00: Schweiz – Russland. 14.30: Deutschland – Slowakei.

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