Mit Lockerheit will der EV Zug zurück auf die Erfolgsspur

Trotz drei Niederlagen in Serie will EVZ-Trainer Dan Tangnes nichts von einer Formkrise wissen. Er nimmt aber seine Spieler in die Pflicht.

Philipp Zurfluh
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EVZ-Coach Dan Tangnes will wieder mehr Leidenschaft im Zuger Spiel sehen.

EVZ-Coach Dan Tangnes will wieder mehr Leidenschaft im Zuger Spiel sehen.

Bild: Marcel Bieri/Keystone

Mit einem breiten Grinsen schritt der tschechische Center Jan Kovar gestern nach dem Training durch die Katakomben. Ein Spruch da, ein lockeres Gespräch dort. Die Stimmung bei den EVZ-Spielern ist gelöst, obwohl die Mannschaft zuletzt wenig zu lachen hatte. Gegen Genève-Servette, die ZSC Lions und Fribourg-Gottéron resultierten Niederlagen. Ein ungewohntes Gefühl für die bislang erfolgsverwöhnten Zuger. Der EVZ-Trainer möchte das Wort Formkrise nicht in den Mund nehmen. «Es ist eine Resultatkrise», meint der Norweger. Trotzdem herrsche innerhalb der Mannschaft eine entspannte Atmosphäre. «Wir müssen kühlen Kopf bewahren.»

Tangnes sucht nicht nach Ausreden, sondern nennt die Dinge beim Namen. «Wir sind vor dem gegnerischen Tor zu wenig effizient und unser Powerplay hat zuletzt nicht gut funktioniert.» Am Freitag (19.45 Uhr) in der Bossard-Arena gegen die SCL Tigers und am Samstag (19.45 Uhr) auswärts im Hallenstadion gegen die ZSC Lions treten die Zuger zu ihrem letzten Formtest an: «Es liegt an uns, die Qualifikation auf dem ersten Platz zu beenden. Das würde uns nochmals Aufschub verleihen», betont Tangnes. «Wir haben zuletzt nicht unser bestes Hockey ausgepackt, weil wir uns zu stark dem Gegner anpassen. Wir machen zu wenig Tore.» Der Trainer fordert: «Wir müssen wieder mehr Leidenschaft und weniger verkrampft spielen.» Der Qualifikationssieg geniesst beim EV Zug keine Priorität. Stehen aber die Zuger nach 50 Spielen an der Spitze, geniessen sie Heimrecht bis in den Final.

«Einen Plan B zu haben, ist immer gut»

Zuletzt experimentierte der 40-Jährige immer mal wieder mit der Aufstellung. «Unsere gute Tabellenlage gibt uns die Gelegenheit, etwas auszuprobieren und zu rotieren.» Der Trainer gibt zu bedenken, dass seine Mannschaft wohl kaum ohne Verletzungen die Playoff-Spiele überstehen werde. «Wir aber sind im Gegensatz zu anderen Teams in der komfortablen Situation, dass in den letzten zwei Partien kein Spieler über das Limit hinausgehen muss und ich die Möglichkeit habe, im Hinblick auf die Playoff-Viertelfinal-Spiele taktisch vorzugehen. Es ist immer von Vorteil, einen Plan B zu haben.»

Lausanne, Fribourg, Lugano oder Bern: Der EV Zug bekommt es im Viertelfinal mit einem Kontrahenten aus diesem Quartett zu tun. Der Coach vermeidet es, sich vor den letzten zwei Partien der Qualifikation mit Rechenspielen zu beschäftigen. «Ich werde nicht meine Zeit investieren und mich schon mit einem möglichen Viertelfinal-Gegner auseinandersetzen. Das können wir sowieso nicht kontrollieren. Der Fokus liegt auf unserem Spiel», sagt Tangnes. Nach dem letzten Quali-Spiel haben die Zuger eine Woche Zeit, sich auf die Playoffs vorzubereiten, die am 7. März, beginnen.

Andreas Martinsen wird geschont

Verzichten muss der EV Zug gegen die Tigers und Löwen auf den Norweger Andreas Martinsen. Dieser hat sich am vergangenen Freitag gegen Genève-Servette die Nase gebrochen und wird geschont. Laut Tangnes will man kein unnötiges Risiko eingehen. Den zunehmenden Druck, die lang gehegten Meisterträume in dieser Saison wahr zu machen, spürt Tangnes (noch) nicht. «Diesen haben wir schon seit bald 50 Spielen», scherzt er. «Druck kann auch beflügeln. Wir Profis müssen damit um gehen können.»

Lindberg entscheidet nach den Playoffs über Vertragverlängerung

(pz) Er ist kein Mann, der grosse Reden schwingt – Oscar Lindberg. Der schwedische Internationale spielt seit dieser Saison für den EV Zug und hat in 44 Spielen 29 Skorerpunkte erzielt. Teamintern ergibt dies den fünftbesten Wert. Der 28-Jährige brauchte eine Zeit lang, bis er auf Touren kam. Anfang Saison musste er gar eine Durststrecke von 14 Spielen ohne Treffer überwinden. «Ich musste mich an das hiesige Hockey gewöhnen», erklärt der zweifache Weltmeister, der nach sechs Jahren in Nordamerika in die Zentralschweiz wechselte. Sein Vertrag läuft Ende Saison aus. Der EV Zug und Lindberg haben jeweils eine Option, den auslaufenden Vertrag zu verlängern. Lindberg gibt sich wortkarg: «Meine Familie und ich fühlen uns in Zug sehr glücklich. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt.»

EV Zug ist interessiert an weiterer Zusammenarbeit Vor einigen Wochen machten Gerüchte die Runde, Lindberg könnte im Sommer zu seinem Jugendverein Skelleftea AIK zurückkehren. Dort spielte er während vier Jahren in der höchsten schwedischen Liga. Erik Forssell, Sportchef bei Skelleftea AIK, bestätigte, dass er sich in Gesprächen mit dem 28-jährigen Schweden befinde. «Wir sprechen miteinander. Über was, das bleibt unter uns», erklärte er gegenüber dem schwedischen Portal «HockeyNews.se». Für EVZ-Sportchef Reto Kläy ist eine weitere Zusammenarbeit sehr gut möglich. Aber: «Vor Saisonende wird nichts entschieden. Die NHL ist für Lindberg bestimmt auch ein Thema.»