EVZ-CEO Patrick Lengwiler zu einem möglichen Lohnverzicht: «Alle müssen zurückstecken, auch die Spieler»

Der EV Zug hat Kurzarbeit beantragt. Noch bis Ende April wird allen Angestellten der volle Lohn ausbezahlt. Wie es danach weitergeht, ist offen.

Philipp Zurfluh
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«Wir müssen schauen, wo wir Einsparungen machen können.» Mit diesem Satz liess sich Patrick Lengwiler, CEO des EV Zug, wenige Stunden nach Bekanntwerden des Saisonabbruches am 12. März gegenüber unserer Zeitung zitieren. Von einem fehlenden Budgetertrag von einer Million Franken war die Rede. «Wie hoch das Minus tatsächlich ist, lässt sich noch nicht genau beziffern», meint Lengwiler. Nur so viel: «Wir stehen auf der Kostenbremse, aber ein Grossteil sind gebundene Kosten.»

EVZ-CEO Patrick Lengwiler nimmt die Spieler in die Pflicht.

EVZ-CEO Patrick Lengwiler nimmt die Spieler in die Pflicht.

Bild: Boris Bürgisser (Zug, 3. September 2019)

Die Angestellten der Geschäftsstelle arbeiten im Homeoffice. Weil aber nicht abzuschätzen sei, wann der Betrieb wieder aufgenommen werden kann, könne mit der Planung für nächste Saison nur bedingt begonnen werden. Auch die Akquirierung von neuen Sponsoren sei momentan kein einfaches Thema. Lengwiler möchte nicht schwarzmalen, aber: «Schlussendlich geht’s um das Überleben der National-League-Klubs.» Mehrere Teams in der National League haben im März Kurzarbeit beantragt, so auch die EVZ-Organisation. Dort stehen 120 Mitarbeiter auf der Lohnliste, rund 220 sind in einem temporären Arbeitsverhältnis. «Solange es geht, möchten wir die Löhne der Angestellten zahlen», erklärt Lengwiler. Laut ihm, ist für alle Angestellten Kurzarbeit angemeldet worden. Die Bewilligungen würden grösstenteils vorliegen. Bis Ende April sei das volle Einkommen gegenüber der Arbeitnehmenden zugesichert. Wie es danach weitergeht, sei laut Lengwiler nichts Anderes als ein Blick in die Glaskugel, da die Pandemie noch lange andauern und somit Auswirkungen auf den Spielbetrieb haben könne.

Spieler müssen ihr Einverständnis geben

Falls noch über Monate der Eishockey-Betrieb ruht, wird auch ein Lohnverzicht der Spieler – einige davon mit fürstlichen Salären ausgestattet – zum Thema. Die Kurzarbeit kann aber nur mit dem Einverständnis des Arbeitnehmers eingeführt werden. Bis zu einer Lohnsumme von 148'000 Franken pro Jahr kann Kurzeitarbeit angemeldet werden. 80 Prozent dieser Summe (11'8000 Franken) werden von der ALV bezahlt. «Verdient ein Spieler beispielsweise 300'000 Franken pro Jahr, muss der Verein für die Differenz geradestehen», gibt Lengwiler zu bedenken. Es seien Millionenbeträge, die zusammenkommen. 

«Die Profis können in der Zwangspause keine Arbeitsleistungen erbringen. Es ist nicht ihr Verschulden, aber auch nicht unseres.»

Der EVZ-CEO appelliert an die Solidarität: «In einer solchen Ausnahmesituation müssen alle zurückstecken – auch die Spieler.» Es sei offen, wie es um die Akzeptanz einer Lohnkürzung stehe. Aber: «Mein persönliches Empfinden ist, dass sich die Spieler der schwierigen Lage bewusst sind und einen Teil zum Überleben des Vereins beitragen wollen. Ein Lohnstreit bringt uns in dieser Zeit keinen Schritt weiter und schadet nur dem Ansehen unseres Vereins», bekräftigt Lengwiler.

Dem CEO ist es ein grosses Anliegen, alle gleich zu behandeln. «Für einen Mitarbeiter im Catering-Bereich ist wohl nicht nachvollziehbar, wenn er auf Lohn verzichten muss, wenn gleichzeitig unsere viel besser verdienenden Profispieler den vollen Lohn ausbezahlt bekommen. Ich bin überzeugt, dass wir uns auf eine für alle Seiten zufriedenstellende Lösung einigen können. Wir sitzen schliesslich alle im selben Boot», betont EVZ-CEO Patrick Lengwiler.