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EVZ-Spieler Dario Simion tut dem HC Davos am Spengler-Cup gut

Der HC Davos ist drauf und dran, beim Spengler-Cup seine Krise zu überwinden. Hilfe leistet dabei auch Ex-HCD-Spieler Dario Simion (24), seit der laufenden Saison in Diensten des EV Zug.
Klaus Zaugg, Davos
Dario Simion: EVZ-Freigabe für Davos und den Spengler-Cup. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone (27. Dezember 2018))

Dario Simion: EVZ-Freigabe für Davos und den Spengler-Cup. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone (27. Dezember 2018))

Zugs Sportchef Reto Kläy sagt: «Eigentlich geben wir für den Spengler-Cup keine Spieler frei.» Eigentlich. Bei Dario Simion muss er eine Ausnahme machen. «Die Freigabe fürs Turnier war beim Transfer eine der Bedingungen.» Zug hat ja den Nationalstürmer auf diese Saison von Davos nach Auflösung eines weiterlaufenden Vertrages übernommen. Dario Simion sagt: «Bei den Gesprächen um den Wechsel hat Davos den Wunsch geäussert, dass ich für den Spengler-Cup freigegeben werde. Das war auch ganz in meinem Sinne.» Die Regelung gilt für diese Saison und auch noch für den nächsten Spengler-Cup.

Nur die Kanadier muss Reto Kläy, wenn gewünscht, für das Turnier ziehen lassen: die Spengler-Cup-Partien gelten für die Kanadier als Länderspiele, und für Länderspiele müssen die Spieler gemäss internationalen Abmachungen freigegeben werden. Beim Spengler-Cup darf sich jedes Team mit drei Spielern verstärken. Beim HC Davos sind es neben Dario Simion Verteidiger Bobby Sanguinetti (früher Lugano, jetzt ohne Klub) und der Stürmer Linus Klasen (Lugano).

Die drei Probleme der Davoser

Eigentlich hatte beziehungsweise hat Davos in dieser Saison drei Probleme.

Erstens: der HCD hat seine Ausländerpositionen nicht gut genug besetzt. Jahrelang spielte es keine entscheidende Rolle, ob der HCD zwei, drei oder vier exzellente ausländische Arbeitnehmer hatte. Sie waren – von einigen Ausnahmen abgesehen – oft in der Rolle der Ergänzungsspieler. Der HCD ist immer von der «Schweizer Garde» rund um Trainer Arno Del Curto («Zeugen Del Curtos») geführt worden. Aber jetzt gibt es diese Kerngruppe nicht mehr, die nominelle Besetzung mit helvetischen Spielern ist so schwach wie noch nie in diesem Jahrhundert. Das HCD-Spiel lebt also mehr als zuvor von den Ausländern. Wollen die Davoser wieder ein sicherer Playoff-Anwärter werden, brauchen sie vier überdurchschnittliche Ausländer.

Zweitens: der HCD hatte ein Torhüterproblem. Trainer und Sportchef Arno Del Curto hatte seiner bisherigen Nummer 1, Gilles Senn, vor dem Saisonstart das Vertrauen entzogen und ihm den schwedischen «Lotter-Riesen» Anders Lindbäck vor die Nase gesetzt. Inzwischen ist Arno Del Curto durch Harijs Witolinsch ersetzt worden, und der neue Trainer vertraut Gilles Senn. Anders Lindbäck trug beim 1:2 gegen Team Canada mit zwei haltbaren Treffern Mitschuld. In der zweiten Spengler-Cup-Partie hexte Gilles Senn hingegen den HCD zum Sieg über Nürnberg (3:2). Er findet seine Form wieder und das Goalieproblem dürfte für den Rest der Saison gelöst sein. Inzwischen ist sogar eine Vertragsverlängerung mit Gilles Senn nicht mehr ausgeschlossen.

Drittens: Der HCD hatte ein Trainerproblem. Ganz offensichtlich ist es nun Arno Del Curtos Nachfolger Harijs Witolinsch gelungen, Ruhe, Ordnung und Disziplin durchzusetzen. Die Verunsicherung weicht einem neuen Selbstvertrauen. Noch ist die HCD-Zuversicht ein empfindliches Pflänzchen. Aber es wird gedeihen und die Mannschaft findet beim Spengler-Cup immer mehr zur spielerischen, taktischen, defensiven und auch sonstigen Normalität zurück – und aus der Krise heraus. Und dabei spielt Dario Simion eine wichtige Rolle. Der kräftige Powerstürmer (189 cm, 88 kg) nimmt beim HCD am Spengler-Cup gewissermassen die Rolle eines Ausländers ein und löst während des Turniers sozusagen das Ausländerproblem. Mit seinen Sturmläufen auf den Aussenbahnen reisst er die Mannschaft mit, mit seiner offenen, unkomplizierten Art und positiven Einstellung belebt er das Innenleben der Mannschaft. Gegen Nürnberg steuerte er zum Sieg den Treffer zum 2:0 bei.

Schlüsselspieler für den EV Zug

Ohne jede Polemik darf man die Frage stellen: Ach, wo wäre der HCD heute, wenn Dario Simions Vertrag nicht vorzeitig aufgelöst worden wäre? Wahrscheinlich wäre der EV Zug jetzt nicht so weit oben (1.) und Davos nicht so weit unten (10.). Letzte Saison, als er in Davos nicht mehr glücklich war, gelangen ihm in den 50 Qualifikationspartien lediglich 5 Tore. Jetzt sind es bei Zug nach 23 Spielen bereits 4. Der 24-jährige Tessiner aus der Nähe von Locarno dürfte seine Torproduktion diese Saison gegenüber dem Vorjahr mindestens verdoppeln.

Dario Simion lässt sich nicht zu polemischen Aussagen oder Vergleichen provozieren. Er sagt, er geniesse die Tage am Spengler-Cup und fühle sich sehr wohl. Die Stimmung an diesem Turnier sei speziell und nicht mit dem Alltag der Meisterschaft vergleichbar.

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