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EVZ-Stürmer Kovar hat Spass in der Garderobe

Der tschechische Center Jan Kovar (29) ist ein smarter Spielmacher, der auch Humor beweist.
Sven Aregger
Jan Kovar, hier nach dem Training in der Eishalle in Sursee, war ein heiss begehrter Spieler auf dem Transfermarkt. Bild: Eveline Beerkircher (Sursse, 22. August 2019)

Jan Kovar, hier nach dem Training in der Eishalle in Sursee, war ein heiss begehrter Spieler auf dem Transfermarkt.
Bild: Eveline Beerkircher (Sursse, 22. August 2019)

Als der neue EVZ-Stürmer Grégory Hofmann im Kabinentrakt der Bossard-Arena für den Fotografen posiert, beobachtet Jan Kovar das Geschehen mit breitem Grinsen. Er zückt sein Handy und knipst selber Bilder seines Teamkollegen, womit er Hofmann immer wieder aus der Fassung und zum Lachen bringt. Es ist eine Szene, die erahnen lässt, wie Kovar tickt. Der 29-jährige Tscheche sei oft zu Spässen aufgelegt, ein Mann mit trockenem Humor, heisst es im Klub. Kovar selber sagt: «Es war lustig, dass ich Grégory beim Fotoshooting etwas unter Druck setzen konnte. Wir Spieler sind fast täglich zusammen. Hätten wir keine gute Chemie in der Garderobe, wäre das ein schlechtes Zeichen. Etwas Humor kann da nicht schaden.»

Allerdings ist Kovar nicht nach Zug gekommen, um den Spassvogel zu mimen. Der Center hat in den vergangenen Jahren mit Nachdruck bewiesen, dass er seinen Beruf durchaus seriös angeht. Besonders in Erinnerung blieben seine Auftritte an der WM 2019 in Bratislava, wo er für Tschechien mit zehn Skorerpunkten glänzte. Die Leistungen machten ihn zu einem heiss begehrten Spieler auf dem europäischen Transfermarkt.

Das Thema NHL ist wohl abgehakt

Es war deshalb von Vorteil, dass sich die Zuger Klubführung schon vor dem Turnier intensiv um Kovar bemühte. Sportchef Reto Kläy und Trainer Dan Tangnes reisten während der WM-Vorbereitung der Tschechen eigens nach Brünn, um den Mittelstürmer für ein Engagement beim EVZ zu gewinnen. Der hohe Aufwand zahlte sich aus, Kovar entschied sich für Zug, obschon ihm lukrative Angebote aus der russischen KHL vorlagen und er auch mit anderen Schweizer Klubs gesprochen hatte. Dem Vernehmen nach sollen Bern, die ZSC Lions und Servette interessiert gewesen sein. Kovar betont, dass es ihm nicht primär ums Geld ging. «Ich spürte in den Gesprächen mit Zug, wie hungrig diese Organisation ist. Die Mannschaft will mehr erreichen als in der vergangenen Saison. Jeder weiss, was das heisst.» Für diejenigen, die es nicht wissen: Der EVZ schaffte es bis in den Playoff-Final, wo er letztlich dem SC Bern unterlag.

Kovar hat nur einen Einjahresvertrag unterschrieben. Seine Zurückhaltung begründet er damit, dass er zunächst sehen wolle, ob er sich im Schweizer Eishockey zurechtfindet. «Wenn es funktioniert, wird es für mich kein Problem sein, einen neuen Vertrag mit dem EVZ zu unterzeichnen.» Was auch bedeutet, dass er nicht mehr ernsthaft an eine Zukunft in der NHL glaubt. Eine entsprechende Ausstiegsklausel im Vertrag ist am 25. Juni ausgelaufen. Bei den Providence Bruins in der American Hockey League hatte sich Kovar nicht für höhere Aufgaben empfehlen können, so dass er während der vergangenen Saison nach Pilsen wechselte. Dennoch kann sich seine bisherige Karriere sehen lassen: Mit Pilsen (2013) und dem KHL-Klub Metallurg Magnitogorsk (2014, 2016) gewann Kovar die Meisterschaft. Unter anderem war er Spieler des Jahres in Tschechien und realisierte zweimal die meisten Skorerpunkte eines Ausländers in der KHL.

Er verschafft seinen Linienpartnern Platz

Mit dem EV Zug hat er in den Testspielen und in der Champions League angedeutet, welches Potenzial in ihm steckt. Kovar ist ein smarter Spielmacher, der dank seiner Technik und seiner Übersicht die schussgewaltigen Zuger Flügel in günstige Abschlusspositionen bringt. Trainer Tangnes beschreibt Kovar als einen Center, der das «Spiel lesen kann und sich immer richtig positioniert». Und Flügel Hofmann sagt: «Er versteht es, seinen Linienpartnern den nötigen Raum zu verschaffen.» Es scheint, als wäre Kovar in Zug angekommen. Er schwärmt von den Bergen und den Seen – und davon, wie grün alles sei. «Meiner Familie gefällt es in der Schweiz», sagt der Stürmer, der im Dezember zum zweiten Mal Vater wird. Dann macht er sich bereit für das eigene Fotoshooting, diesmal in der Eishalle Sursee, wo der EVZ während des Eidgenössischen Schwingfests trainiert. Kovar setzt sich auf die Holztribüne, befolgt die Anweisungen der Fotografin und sagt mit spitzbübischem Lächeln: «Zum Glück ist Grégory Hofmann nicht hier.»

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