EVZ-Stürmer Lino Martschini feiert seinen Siegestreffer – und Geburtstag 

Dem EV Zug glückt die Revanche gegen Langnau. Die defensive Spielweise des Gegners macht ihm zu schaffen und kommt erst im zweiten Drittel auf Touren.

Philipp Zurfluh
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Lino Martschini freut sich über seinen 2:1-Siegtreffer.

Lino Martschini freut sich über seinen 2:1-Siegtreffer.

Bild: Daniela Frutiger/Freshfocus (Zug, 21. Januar 2020)

«Wir müssen die Frustration beiseite lassen und weiter Druck auf das Tor machen. Dann werden wir uns belohnen», meinte Lino Martschini im Pauseninterview nach dem ersten Drittel. Die Worte des Powerstürmers, der am Dienstag 27-jährig wurde, schien bei seinen Mitspielern Gehör gefunden zu haben. Obwohl die Langnauer mit mehr Power aus der Kabine kamen, zappelte der Puck in der 25. Minute erstmals im Netz hinter Langnau-Goalie Ivars Punnenovs. Sven Leuenberger legte mustergültig auf Yannick-Lennart Albrecht auf, der den viel umjubelten Ausgleich erzielte. Es war an diesem Abend wenig überraschend, dass die vierte Linie für den Ausgleich besorgt war. Die Stürmer Yannick-Lennart Albrecht, Yannick Zehnder und Sven Leuenberger wirbelten die Langnauer Defensive immer wieder mächtig durcheinander.

Torschütze Albrecht bilanzierte hinterher: «Wir mussten geduldig bleiben und auf unserer Chance warten. Es war schwierig, die Langnauer Verteidigung zu knacken.» EVZ-Trainer Dan Tangnes strich bei seinem Fazit die starke Darbietung der 4. Linie hervor. «Sie arbeitete sehr hart und hat sich belohnt.» Im Hinblick auf die Playoffs sei es enorm wichtig, über vier ausgeglichene Linien zu verfügen. «Wir sind noch nicht dort, wo wir hinwollen, doch die Mannschaft hat nach der Niederlage Charakter bewiesen.»

Der 1:1-Ausgleich verlieh dem Tabellenführer Aufwind. EVZ-Identifikationsfigur Lino Martschini beschenkte sich und sein Team an seinem Geburtstag gleich selber, als er in Überzahl unhaltbar einnetzte (30.). Es war sein zehnter Saisontreffer. Die Zentralschweizer spielten anschliessend die Führung souverän herunter. Zu zahm waren die Tigers an diesem Abend.

Zuger Defensive stark verbessert

Dass es bei den Zugern mit dem Toreschiessen haperte, lag vor allem an Ivars Punnenovs – Langnaus Goalie Nummer 1. Dieser befindet sich in bestechender Form. Der Lette mit Schweizer Lizenz weist eine Abwehrquote von 92 Prozent auf und ist damit unter den Top 3 aller Torhüter in der National League. Unter anderem dank seinen starken Leistungen haben die Emmentaler vergangenes Wochenende zweimal gewonnen und wieder Morgenluft im Kampf und die Playoffs geschnuppert.

Im ersten Drittel wähnten sich die Zuschauer gar fast im selben Spiel wie am vergangenen Samstag bei der 1:5-Niederalge gegen die Emmentaler. Die Zentralschweizer hatten mehr Anteile, agierten aber zu ungefährlich. Drei Minuten vor Drittelsende brachte Sven Senteler seinen Gegenspieler regelwidrig zu Fall brachte. Die Zuger mussten in Unterzahl spielen. Langnaus Topskorer Harri Pesonen war mit seinem 36. Skorerpunkt für die Führung der Gäste besorgt. Dass die Langnauer aber am Dienstagabend nicht mehr so einfach zu Toren kamen, lag auch an der Zuger Defensive rund um Goalie Leonardo Genoni, die einen soliden Part spielte.

Der EV Zug steht nun mit 71 Punkten allein auf dem Leaderthron, drei Punkte vor den beiden Verfolgern ZSC Lions und Genf-Servette.

Zug – SCL Tigers 2:1 (0:1, 2:0, 0:0) 6428 Zuschauer. – SR Lemelin/Salonen, Obwegeser/Schlegel.

Tore: 18. Pesonen (Schmutz/Ausschluss Senteler) 0:1. 25. Albrecht (Leuenberger) 1:1. 30. Martschini (Hofmann/Ausschluss Maxwell) 2:1. Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Zug, 4-mal 2 Minuten gegen SCL Tigers. Zug: Genoni; Schlumpf, Geisser; Stadler, Diaz; Thiry, Alatalo; Morant, Zryd; Klingberg, Kovar, Hofmann; Martschini, Lindberg, Thorell; Simion, Senteler, Bachofner; Leuenberger, Albrecht, Zehnder.
SCL Tigers: Punnenovs; Cadonau, Leeger; Erni, Lardi; Glauser, Blaser; Huguenin; Kuonen, Maxwell, Neukom; DiDomenico, Berger, Pesonen; Schmutz, Earl, Andersons; Rüegsegger, In-Albon, Sturny. Bemerkungen: Zug ohne Schnyder und Zgraggen (beide verletzt), SCL Tigers ohne Dostoinov, Schilt und Diem (alle verletzt), Ciaccio (krank) sowie Gagnon und Elo (überzählige Ausländer). – SCL Tigers ab 59:08 ohne Torhüter.

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