EVZ-Verteidiger Alatalo: «Offensiv muss mehr kommen»

Zuletzt hat der EV Zug bei der Chancenauswertung Defizite offenbart. Logisch, wollen sich die Zentralschweizer im Hinblick auf das Auswärtsspiel von heute Dienstag (19.45) bei Fribourg-Gottéron steigern.

Philipp Zurfluh
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Santeri Alatalo vor dem dritten Playoff-Viertelfinalspiel der National League zwischen dem EV Zug und dem HC Lugano am  14. Maerz 2019 in der Bossard Arena in Zug.

Santeri Alatalo vor dem dritten Playoff-Viertelfinalspiel der National League zwischen dem EV Zug und dem HC Lugano am  14. Maerz 2019 in der Bossard Arena in Zug.

Urs Flüeler/Keystone

Möglichst viele Tore schiessen lautete die Devise im gestrigen Training des EV Zug. Das kommt nicht von ungefähr. Der Tabellenzweite leidet an Ladehemmungen. Vier Tore in den letzten drei Spielen sind zu wenig für den Titelkandidaten. Es waren zwei dürftige Auftritte am Wochenende gegen Genf-Servette (1:3) und die ZSC Lions (1:4). Die Zuger liessen die nötige Körperspannung sowie Entschlossenheit vermissen. Knapp vier Monate ist es her, dass Zug zweimal nacheinander mit leeren Händen dastand.

In einer solchen Situation sind Leadertypen gefragt – ein solcher ist Santeri Alatalo. Der Verteidiger erhält von Trainer Dan Tangnes viel Vertrauen und nach Raphael Diaz am zweitmeisten Eiszeit aller Zuger. Mit bislang 21 Assists hat der die meisten aller Defensivspieler. «In dieser Saison hat uns immer ausgezeichnet, dass wir nach einer Niederlage wieder aufgestanden und zurück auf die Erfolgsspur zurückgekehrt sind», sagt der mit Schweizer Lizenz spielende Finne. «In der Defensive haben wir mehrheitlich gute Arbeit geleistet. Wir waren offensiv zu harmlos», meint der 29-Jährige. «Wir müssen geradliniger spielen und nicht in Schönheit sterben.»

Alatalo spricht mentale Trägheit an

Obwohl die Zuger gegen die Zürcher zwei Aluminiumtreffer zu beklagen hatten, untermauert die offizielle Schussstatistik die fehlende offensive Durchschlagskraft. 25 Schüsse feuerte der EVZ auf das Gehäuse von ZSC-Goalie Lukas Flüeler – so wenige wie seit dem 11. Januar gegen Biel nicht mehr.

Gesprächsbedarf gab es gestern auch zum Überzahlspiel. Zug hat diese Saison zwar am meisten Powerplay-Tore (43) aller Teams erzielt, doch das Überzahlspiel gegen die ZSC Lions war gelinde gesagt verbesserungswürdig. «Wir waren gedanklich zu langsam, die mentale Frische hat gefehlt. Mit ihrem offensiven Pressing haben uns die Zürcher oft in Bedrängnis gemacht», hält Santeri Alatalo fest. Der smarte Finne, der nie um einen lockeren Spruch verlegen ist, warnt davor, nun alles zu hinterfragen. «Negative Gedanken haben keinen Platz. Jeder muss Verantwortung übernehmen.»

Gutes Gefühl für die Playoffs holen

Heute Dienstag (19.45) im Auswärtsspiel gegen Fribourg-Gottéron geht es für den Gegner um nichts Geringeres als die Playoff-Qualifikation. Die Romands weisen bei noch drei ausstehenden Partien vier Punkte Vorsprung auf das neuntplatzierte Lugano auf. Die Tessiner haben ein Spiel mehr absolviert. Gewinnt Fribourg, ist der Mannschaft die Playoff-Qualifikation nicht mehr zu nehmen. «Ein Spiel mit Playoff-Charakter», erwartet Santeri Alatalo. «Wir müssen uns steigern, damit wir mit einem guten Gefühl in die Playoffs gehen können.»